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Eine ist Polizistin: Die Jobs der Nationalspielerinnen

kicker

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"Wenn man bei Topklubs unter Vertrag steht, kann man während der Karriere schon gut bis sehr gut vom Handball leben", sagt Nationalspielerin Emily Vogel gegenüber Bock auf Handball. In Deutschland sei das Denken dennoch generell so, "dass man sich neben dem Sport auf jeden Fall noch einen Plan B aufbaut."

Denn: "Man weiß nie, wie lange man den Sport wirklich ausüben kann, bis zu welchem Level es reicht und wie viel Geld man damit wirklich verdienen kann. Selbst wenn es richtig gut läuft, sind das ja immer noch mindestens 20 bis 25 Jahre, in denen man sein Geld anders verdienen muss", erklärt die Rückraumspielerin.

Auch die DHB-Frauen beschäftigen sich bereits mit der Karriere nach der Karriere. Bock auf Handball hat einen Blick auf die Tätigkeiten der deutschen Handballerinnen geworfen. Eine Auswahl:

Antje Döll:

Antje Döll hat nicht nur in der Nationalmannschaft eine Führungsrolle inne: Die DHB-Kapitänin arbeitet als Kriminaloberkommissarin bei der Polizei. Bevor Döll im Vereinshandball durchstartete und mit der HB Ludwigsburg sechs Mal Deutsche Meisterin wurde, holte sie mit der Hessenauswahl bereits 2013 Gold bei der deutschen Polizeimeisterschaft im Frauenhandball.

Alexia Hauf:

2022 wechselte Alexia Hauf zur HSG Blomberg-Lippe. Neben dem Handball absolvierte die Linksaußen eine duale Ausbildung zur Erzieherin. In einer Kindertagesstätte am Rand von Blomberg kümmerte sich die Rechtshänderin um Kinder ab einem Alter von drei Jahren und begleitete diese bis zur Einschulung in ihrer Entwicklung. Seit ihrem Eintritt in die Sportfördergruppe der Bundeswehr ist die 27-Jährige allerdings nicht mehr als Erzieherin tätig.

Nieke Kühne:

Auch Blomberg-Mitspielerin Nieke Kühne wird seit November 2023 als Sportsoldatin von der Bundeswehr gefördert. Zudem hat die 21-Jährige im Frühjahr 2025 ein Fernstudium der Kindheitspädagogik begonnen.

Jolina Huhnstock:

Jolina Huhnstock hat sich schon früh ein zweites Standbein aufgebaut: Parallel zu ihrem Wechsel zur HSG Bad Wildungen 2021 startete die Kreisläuferin eine Ausbildung im Bereich Chemie. Im Sommer 2024 wechselte die 24-Jährige dann zum Buxtehuder SV und absolviert nun parallel zum Handball ein Studium der Ernährungswissenschaften.

Xenia Smits:

Xenia Smits beschäftigt sich auch abseits der Halle mit dem Sport. An der Deutschen Sportakademie hat die Rückraum-Linke "Sportbetriebswirt" studiert. "Im Hinblick auf meine Zukunft war mir klar, dass es in meiner aktiven Handballzeit - trotz Leistungssport - im Frauen-Handball unmöglich ist, finanziell für die Zeit danach auszusorgen. Meine Vernunft (und auch meine Eltern) hat mir zugeflüstert, dass ich unbedingt nebenbei etwas für meine berufliche Zukunft tun muss", begründete die 31-Jährige diese Entscheidung im Absolventinnen-Interview der Deutschen Sportakademie.

Mit Blick auf die Zukunft sagt die Rechtshänderin: "Genaue Ziele habe ich noch nicht mit dem Abschluss. Nach meiner aktiven Karriere möchte ich aber gerne in der professionellen Sportwelt bleiben - in welchem Bereich, weiß ich aber noch nicht. Ich bin erst mal offen für alles." Seit August 2024 ist Smits zudem Mitglied der IHF-Athletenkommission, sie ist damit die erste Deutsche im Gremium des Welthandballverbands.

Annika Lott:

Nach ihrem Abitur begann Annika Lott parallel zu ihrem Wechsel zum Buxtehuder SV 2018 mit einem Jurastudium an der Universität Hamburg. Dieses verfolgte die 25-Jährige auch nach ihrem Wechsel zum Thüringer HC 2022 sowie zum französischen Topklub Brest Bretagne zwei Jahre später. Zudem studiert die Rechtshänderin Sportmanagement. Der Fokus liegt jedoch auf dem Handball: "Meist enden Handballkarrieren schon mit dreißig. Solange ich noch jung bin, hat der Sport für mich Priorität", sagte die Rückraum-Linke bereits 2020 gegenüber der taz.

Emily Vogel:

Auch Emily hat sich schon früh ein Standbein neben dem Handball aufgebaut: "Ich bin so groß geworden, dass Schule auf jeden Fall wichtig ist und habe auch nach dem Abi geschaut, welche Richtung mich eigentlich interessiert. Ich habe dann relativ schnell ein Studium angefangen", sagt die 27-Jährige, die BWL und Wirtschaftspsychologie studiert. "Ich muss aber auch sagen, dass Handball für mich immer an erster Stelle stand. Ich schiebe eher eine Klausur, als dass ich ein Training absage."

Ob Vogel nach dem Handball im Berufsbereich ihres Studiums einsteigt, ist für sie noch unklar. "Ich finde das super spannend und hätte bis vor ein, zwei Jahren auch gesagt, dass ich nach dem Handball irgendetwas in der Wirtschaft machen möchte. Mich interessiert auch Marketing total", schwärmt die gebürtige Buxtehuderin, die seit 2020 für Ferencvaros Budapest spielt.

"In den letzten ein, zwei Jahren ist aber auch immer wieder der Gedanke aufgekommen, ob ich nicht doch auch Richtung Coach gehen sollte", so Vogel. Zahlreiche weitere Ideen schwirren in ihrem Kopf herum: "Ich liebe den Vibe, den Sportler untereinander haben. Natürlich ist der Sport meine Passion, sonst würde ich das gar nicht machen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit einer Sportmarke zusammenzuarbeiten, wo man auch Kontakt zu Sportlern hat oder im Marketing für einen Verein oder einen Verband. Das würde mir auf jeden Fall viel Spaß bereiten, immer noch mit Sportlern in Kontakt zu sein."

Wenn sie gerade mal kein Training hat oder sich auf ein Spiel vorbereitet, beschäftigt sich die Rechtshänderin "unheimlich gerne mit allem anderen außer Handball. Ich habe nicht wirklich Zeit für Hobbys, aber ich habe super viele Interessen. Ich habe immer etwas zu tun und mache immer irgendetwas. Ich würde am liebsten auch direkt wieder fünf neue Sachen studieren, weil mich echt vieles interessiert."

Seit gut zwei Monaten ist die 27-Jährige zudem bei einer Sprachschule angemeldet, um ihr Ungarisch zu perfektionieren. Langweilig wird ihr also nicht: "Mein Studium läuft. Dann habe ich das letzte Jahr über unsere erste Hochzeit geplant, aktuell bin ich bei unserer zweiten Hochzeitsplanung dabei. Wir haben auch eine Immobilie gekauft, wo wir viel planen, Sachen aussuchen und einrichten. Social Media mache ich ab und an. Das nimmt natürlich auch viel Zeit ein. Ansonsten bin ich gerne in Budapest mit Freunden und Mannschaftskolleginnen unterwegs", so Vogel.

"Da ist eigentlich kein Tag, wo nichts zu tun ist oder man kein Programm hat. Dementsprechend bin ich gut ausgelastet und habe auch viele Dinge neben dem Handball, die den Alltag bereichern."

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