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Handball-Bundestrainer Gaugisch: "High End" ins WM-Finale

kicker

Aus Rotterdam berichtet Felix Buß

Bundestrainer Markus Gaugisch strahlte schon im Vorfeld der Handball-WM, die der Deutsche Handballbund gemeinsam mit dem niederländischen Verband ausrichtet, nach außen hin eine große Ruhe aus. Die Zufriedenheit beim 51-Jährigen hat derweil über den Turnier-Verlauf auch massiv zugenommen. Er erfreut sich an den Leistungen des Teams.

"Das macht mich froh, dass es funktioniert hat, eine gute Leistung hier zu bringen", sagte Gaugisch nach dem WM-Halbfinale. Es ist das erste Semifinale seit der WM 2007, das eine DHB-Auswahl siegreich gestalten konnte. "Aber ich bin hungrig: Am Sonntag ist nochmal ein Spiel und da wollen wir genauso raus", hofft er auch auf eine gute Leistung im Endspiel.

Es ist der Kampf um Gold, der bei den deutschen Handballerinnen jetzt möglich ist. Silber ist schon sicher. "Das ist jetzt wieder unser Job, ruhig zu bleiben, die Mädels regenerieren zu lassen, dann sie vorzubereiten auf das, was am Sonntag kommt. Und dann wieder unsere Topleistung", ist die Zielsetzung des Bundestrainers gegen Norwegen, den Seriensieger.

"Gut, bei sich selbst anzufangen"

Für Norwegen ist es die sechste Final-Teilnahme bei einem Großturnier nacheinander. "Es ist gut, bei sich selbst anzufangen. Deshalb gehen wir den Weg genauso weiter", zeigte sich Gaugisch nach dem Halbfinale gelassen. "Da kommt eine Marie Steffen rein, die bisher kaum gespielt hat und setzt die entscheidende Sperre", kann er sich auf die Breite verlassen.

Die deutsche Sieben wirkt bei diesem Turnier viel mehr als Einheit als in den Jahren davor. "Jede Spielerin nimmt ihre Rolle hier an. Es gibt keine Neidkultur, es gibt nur Gemeinsamkeit. Jeder nimmt sein Ego und stellt es hinten an", beschreibt Gaugisch. "Und ich glaube, das ist das Rezept, dass die Mannschaft als Kollektiv hierhergefahren ist."

"Wir wollten das Abwehrspiel verändern, aktiver verteidigen. Die Steal-Statistik führen wir, glaube ich, immer noch an", sieht Gaugisch seit Beginn seiner Amtszeit 2022 eine klare Steigerung. Ein Baustein dabei: Aimée von Pereira im Mittelblock. "Sie bringt saumäßig viel ein ins Team", erteilt Gaugisch der 25-Jährigen einmal mehr ein Sonderlob.

"Ja, das war der Plan"

"Wir haben im Halbfinale im Angriff wenige Fehler gemacht. Manchmal ist es gut, das Tempo etwas herauszunehmen", scheint es auch bei diesem Baustein in die richtige Richtung zu gehen. "Beide Seiten lernen voneinander: Die einen von der Lockerheit der Jüngeren und die anderen von der Erfahrung der Älteren", freut Gaugisch die Chemie in seinem Team.

"Die jungen Spielerinnen sind deutlich weiter, sie haben sich super entwickelt", analysiert Sportvorstand Ingo Meckes die Fortschritte seit der EM 2024. "So dass der Druck nicht nur auf einzelne Spielerinnen lastet. Das ist so ein Mix aus allem - aber über allem steht immer der gegenseitige Respekt", liegt auf der gegenseitigen Wertschätzung besondere Bedeutung.

Eine andere Rolle, dass das erste WM-Finale seit 1993 Realität ist, spielt, dass der DHB-Kader in Rotterdam in ein bekanntes Umfeld gekommen ist. Beim Sommerlehrgang war man im selben Hotel. Bei der WM sozusagen "nach Hause zu kommen", war das von Beginn an der Plan? "Ja, das war der Plan", sagt Gaugisch auf Nachfrage von handball-world.

"Da muss ich noch mal danken, dass das möglich war, weil die Spielerinnen aus ihrer Saison-Vorbereitung im Klub raus sind", freut sich der Bundestrainer, dass es funktioniert hat und die erste Medaille seit 2007 da ist - unabhängig vom Final-Ausgang. "Auch beim Co-Trainer der Niederländerinnen, Ricardo Clarijs, denn er hat uns unkompliziert geholfen."

"Ihr Mindset entwickeln sie"

"Wir sind hier, um unsere Leistungen auf den Top-Level zu bringen. Und da gehört Regeneration dazu", hofft Gaugisch, dass diese Ressourcen vor dem Finaltag von allen gut genutzt werden. Denn mit Norwegen wartet der "ultimative Endgegner", wie DHB-Sportvorstand Ingo Meckes am Samstag sagte.

"Wir werden unsere Strategie zurechtlegen, wie wir sie eindämmen können und müssen dann in allen Bereichen an unsere Bestleistung ran", weiß Gaugisch. "Das ist ja eine Chance, die liegt jetzt da. Morgen dieses Spiel zu gewinnen, ist das Ziel." Dabei freuen ihn die Final-Glückwünsche des Bundespräsidenten. "Support von ganz oben hilft uns natürlich."

"Ja, das ist super", freut Gaugisch, dass die Spielerinnen den Weg durch ein Spiel bei diesem Turnier gemeinsam finden. "Dieser Umgang untereinander, das ist etwas, das aus der Mannschaft kommt", will er sein Wirken diesbezüglich nicht überbewerten. "Ihr Mindset entwickeln sie. Natürlich geben wir den Input, aber wie ein Team funktioniert, dafür ist vor allem das Team zuständig", sagt Gaugisch. Und das gilt auch in einem WM-Finale.

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