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Italiens Weg auf die große Handball-Bühne

kicker

"Es ist ein enormes Gefühl von Stolz", sagt Nationaltorhüter Domenico Ebner. "Die Menschen rund um die Mannschaft sind wirklich glücklich, dass Italien wieder Teil dieser großen Turniere ist." Auch Cheftrainer Bob Hanning spürt diesen Aufbruch: "Die Leidenschaft im Umfeld der Nationalmannschaft könnte nicht größer sein. Es fühlt sich wie Familie an."

Die letzte Teilnahme Italiens an einer Europameisterschaft liegt 28 Jahre zurück. 1998 war das Land Gastgeber und dadurch automatisch qualifiziert. Danach verschwand Italien weitgehend von der europäischen Handball-Landkarte. Die Rückkehr ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Umdenkens, das 2017 begann.

Regelabschaffung als Kurswechsel

Mit der Verpflichtung von Riccardo Trillini als Nationaltrainer leitete der Verband einen grundlegenden Kurswechsel ein. Eine der entscheidenden Maßnahmen war die Abschaffung einer Regel, die italienischen Spielern im Ausland den Weg in die Nationalmannschaft versperrte. Trillini begann gezielt, Spieler mit italienischen Wurzeln in ganz Europa anzusprechen - und überzeugte sie von einem gemeinsamen Projekt.

Einer von ihnen war Domenico Ebner, in Freiburg geboren und damals Torhüter beim deutschen Zweitligisten SG BBM Bietigheim. Trillinis persönliches Engagement - inklusive mehrfacher Besuche und intensiver Gespräche - hinterließ Eindruck. "Er glaubte an dieses Projekt und wollte den italienischen Handball wieder aufbauen", erinnert sich Ebner.

Eine Bewegung entsteht

Mit Ebner kamen weitere Spieler hinzu, die den Schritt in internationale Ligen wagten. Die Brüder Mengon, Thomas Bortoli, Andrea Parisini und Davide Bulzamini sammelten wertvolle Erfahrung im Ausland. "Es fühlte sich wie eine Bewegung an", beschreibt Ebner diese Phase. Schritt für Schritt wuchs die Qualität - und mit ihr das Selbstvertrauen.

Der vorläufige Höhepunkt folgte im Januar 2025 bei der IHF-Weltmeisterschaft. Italien qualifizierte sich erstmals seit 1997 wieder für ein globales Turnier und belegte dort einen starken 16. Platz. Siege gegen Tunesien, Algerien und Tschechien unterstrichen, dass Italien nicht nur dabei war, sondern konkurrenzfähig.

Bob Hanning und der nächste Entwicklungsschritt

Für den nächsten Sprung brauchte es neue Impulse. Mit Stefano Podini, seit 2024 Präsident des italienischen Handballverbandes, und Bob Hanning, seit Februar Nationaltrainer, fand der Verband zwei Persönlichkeiten, die Struktur, Professionalität und Ambition vereinen.

Hanning brachte von Beginn an neue Maßstäbe ein. Ein Trainingslager im hochmodernen Leistungszentrum der Füchse Berlin setzte ein klares Signal. Trainingseinheiten wurden detailliert analysiert, Abläufe präzise ausgewertet. "Das sind Bedingungen, die nicht viele Nationalmannschaften haben", sagt Ebner. Der Effekt ist spürbar: Spieler diskutieren selbstständig taktische Details, analysieren Spielsituationen und übernehmen Verantwortung. "Das gab es früher so nicht. Das ist ganz klar auch Bobs Einfluss", so der Torhüter.

Klare Ziele

Hanning denkt dabei über das Spielfeld hinaus. Professionelle Abläufe, klare Außendarstellung und ein gestärktes Selbstbewusstsein gehören ebenso zum Konzept. "Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind", betont er. Bei der Europameisterschaft trifft Italien auf hochkarätige Gegner. Hanning jedoch vermeidet bewusst jede Form von Understatement. "Wir fahren nicht dorthin, um nur dabei zu sein. Wir wollen in die Hauptrunde."

Am Ende eint Trainer und Mannschaft eine klare Definition von Erfolg. "Wenn wir alles gegeben haben, dann haben wir erreicht, was wir wollten", sagt Ebner. Hanning formuliert es so: "Ein Turnier ist dann erfolgreich, wenn wir über mehrere Spiele hinweg umsetzen, wofür wir stehen - und Menschen mit attraktivem Handball begeistern."

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