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Allzweckwaffe Miro Schluroff überzeugt als EM-Trumpf und Kabinen-DJ

kicker

Er spielt links wie rechts, er kann hinten wie vorn: Miro Schluroff ist die Allzweckwaffe bei Deutschlands Handballern. Der Rückraumspieler vom VfL Gummersbach spielte sich bei seinem EM-Debüt ins Rampenlicht und erhielt nach dem 30:27-Auftakterfolg gegen Österreich ein dickes Sonderlob von Bundestrainer Alfred Gislason.

"Miro hat ein wirklich starkes Spiel gemacht. In der Abwehr, aber besonders im Angriff hat er uns das, was wir anfangs nicht hatten, aus dem Rückraum gebracht", sagte Gislason über seinen Turnierneuling. Vier Tore bei vier Versuchen - darunter mit rund 130 (!) km/h der härteste Wurf des Spiels - standen am Ende in Schluroffs Statistik. Der 25-Jährige bestach zudem als Vorlagengeber und knallharter Deckungsspieler auf der Halbposition.

Schluroff steht sinnbildlich fürs DHB-Team anno 2026. Knüppelhart in der Abwehr, abgezockt im Angriff - und vor den Mikrofonen ein verdammt abgebrühter Kerl. "Ich bin hier, weil ich aus dem Rückraum gut werfen kann. Das habe ich probiert zu machen. Es hat heute ganz gut geklappt, das mache ich weiter", sagte Schluroff: "Und das ist wichtig, glaube ich, fürs Team." Und wie!

"Bis jetzt macht er einen vernünftigen Job"

Seit seinem Debüt im Frühjahr 2025 ist Schluroff im deutschen Team "nicht mehr wegzudenken. Er kam da ganz unbekümmert rein", sagte Kapitän Johannes Golla in der FAZ über den VfL-Profi. Schluroff ist als Rechtshänder eigentlich auf der halblinken Rückraumposition zu Hause, er spielt unter Gislason aber auch auf halbrechts - und ist dabei stets torgefährlich. Der Sohn des früheren Fußball-Bundesligaprofis Lars Unger gehört mit drei weiteren Vereinskameraden zum sogenannten Gummersbacher Block. Vier Spieler? So viele Profis hat kein anderer Klub zum DHB-Team abgestellt.

Schluroff sei "ein sehr witziger Typ, macht wirklich viel Spaß. Ist auch mal für einen guten Joke da, wenn die Stimmung vielleicht nicht so gut ist", sagte sein Gummersbacher Teamkollege Mathis Häseler. Auch als Kabinen-DJ treffe Schluroff einen "guten Mix aus allem. Es ist eine Musik, die wirklich gute Laune macht und uns auch vor dem Spiel gut pusht." Und Julian Köster, ein weiterer VfL-Spieler, meinte: "Er hat sich auch vorher ein bisschen erkundigt, was die Jungs so hören wollen. Bis jetzt macht er einen vernünftigen Job."

Für Irritationen sorgt bei so manchem Beobachter Schluroffs Aussehen. Die Ähnlichkeit mit Rückraumspieler Köster ist auf den ersten Blick frappierend. Selbst Bundestrainer Gislason hatte sich in der Anfangszeit mal den Jux erlaubt, sie "die Gummersbach-Zwillinge zu nennen. Sie sind ähnlich in der Größe, in der Haarfarbe und alles. Aber das war mehr aus Spaß."

Schluroff genießt das Interesse an seiner Person, er richtete den Fokus aber direkt auf die nächste EM-Aufgabe gegen Serbien am Samstag (20.30 Uhr/ARD). Wo er gegen die Osteuropäer, die zum Auftakt gegen Spanien (27:29) verloren haben, von Gislason eingesetzt wird, ist ihm vollkommen gleich. "Ich spiele da, wo ich gebraucht werde", sagte Schluroff: "Wenn es auf halbrechts ist, freue ich mich. Wenn es auf halblinks ist, freue ich mich. Und wenn es in der Abwehr ist, freue ich mich auch. Hauptsache, ich kann dem Team helfen."

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