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Just do it, Nike!

kicker

Eine Kolumne von Daniel Duhr

Die Zeiten, in denen Ausrüster im Handball lediglich den Trikotwart mit Material versorgten, sind zumindest bei den Topklubs vorbei. Und das ist gut so.

Handball war lange Zeit kein besonders attraktiver Markt, zumindest nicht für die ganz großen Marken. Ein Markt, leicht nischig trotz der vielen Fans. Eher etwas für "Spezialisten" wie Kempa und Hummel - klassische Handballmarken, tief verwurzelt in der Szene, nah dran an der Basis. Das hatte Charme, Identität, Authentizität. Aber es hatte auch Grenzen. Vor allem, was Reichweite und Investitionsvolumen betrifft.

Adidas-Vertrag der Füchse setzt neue Maßstäbe

Dass Puma in den vergangenen Jahren im Handball wieder sichtbar wurde, ist kein Zufall. Die Zeit bei den Füchsen Berlin und der Deal mit dem Deutschen Handballbund haben gezeigt: Wenn eine globale Marke es ernst meint, kann sie in dieser Sportart echte Präsenz entwickeln - und in der Zielgruppe "Handballer" punkten.

Im Sommer steigt mit Adidas der zweite Big Player aus Herzogenaurach dick in den Handball ein. Beim Deutschen Meister kauft sich schließlich niemand nur just for fun ein. Fünf Jahre lang zieht Adidas dann den Füchsen das Fell mit den drei Streifen über die Ohren. Dem Vernehmen nach hat der neue Ausrüstervertrag ein Volumen von rund 1,5 Millionen Euro und setzt damit im deutschen Handball neue Maßstäbe.

Der Logo-Wechsel auf der Brust der Füchse ist ein Signal. Ein Signal, dass Handball wirtschaftlich relevant geworden ist. Dass Reichweiten, Hallen, TV-Präsenz und internationale Wettbewerbe auch für globale Marken mittlerweile interessant sind. Dass sich Performance, Emotionalität und Authentizität dieses Sports inzwischen auch endlich rechnen.

Handballfans in Herzogenaurach

Dass man in Herzogenaurach jetzt zwei große Handballfans hat, zeigt: Handball zieht. Handball ist attraktiv. Handball ist sexy. Und das ist gut für die Sportart. Mehr Wettbewerb unter den Ausrüstern bedeutet mehr Investitionen, bessere Bedingungen, stärkere internationale Sichtbarkeit. Wer die Entwicklung in anderen globalen Sportarten verfolgt hat, weiß: Wenn große Player anfangen, sich ernsthaft zu engagieren, kann das eine Sportart nochmal auf ein anderes Level heben.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch einer. Wo bleibt Nike, der große US-Rivale, der normalerweise keinen Trend auslässt. Der Zeitpunkt wäre günstig. Ein Jahr vor der Heim-WM. Eine wahnsinnig spannende Bundesliga mit internationaler Strahlkraft. Volle Hallen. Stars mit Profil. Fans, die ihre Sportart lieben und leben.

Im selbst ausgerufenen Jahrzehnt des Handballs scheint die Sportart pünktlich zur Heim-WM der Nische endgültig entwachsen zu sein. Endlich, möchte man als Fan von der Tribüne schreien. Und in Richtung Nike: "Come on, just do it!"

In Zweite Welle schreibt Bestseller-Autor Daniel Duhr regelmäßig über aktuelle Handballthemen auf und neben der Platte. Und lädt Euch damit zur Diskussion ein. Welchen Standpunkt vertretet Ihr? Wir freuen uns auf Eure Meinungen!