Der ehemalige Zweitliga-Handballer Nils Kretschmer hat nach seiner mehrjährigen Sperre sein Doping-Vergehen mit Knieschmerzen begründet. "Ich habe mir das nicht gespritzt, um irgendwie stärker zu sein oder um krass auszusehen. Das war nicht der Grund. Ich habe Arthrose vierten Grades in beiden Knien", sagte der 33-Jährige den "Lübecker Nachrichten".
Kretschmer war im März 2025 von der HBL für drei Jahre gesperrt worden. Ursprünglich hätten es vier Jahre sein sollen, weil Kretschmer sein Vergehen aber sofort eingeräumt hatte, wurde die Sperre um ein Jahr reduziert. Im Nachhinein bereut der Rückraumspieler seinen Fehler. "Ich hätte meine Karriere in Dresden beenden müssen", sagte Kretschmer.
"Es war Naivität, Verzweiflung"
Stattdessen wechselte er im Sommer 2024 vom HC Elbflorenz zum TV Großwallstadt. Weil die Knieschmerzen laut eigener Aussage irgendwann zu groß wurden, griff er zu Testosteron-Spritzen. "Ich wollte irgendwie auch wieder laufen können. Und dann habe ich falsche Entscheidungen getroffen, mir die Injektionen privat besorgt und selbst gespritzt. Es war Naivität, Verzweiflung. Es war falsch", sagte er.
Ende September 2024 wurde bei Kretschmer schließlich nach einem Zweitliga-Spiel bei einer Doping-Kontrolle ein "von der Norm abweichendes Analyseergebnis" festgestellt. Später folgte die Sperre. "Solche Entscheidungen zu treffen, etwas Verbotenes zu tun, nur um des Spielens willen, dass man etwas nicht aufgeben will, was man liebt, ist und bleibt falsch. Es war der größte Fehler meines Lebens", räumte er nun ein.
Profi-Karriere ist vorbei
Mittlerweile gehe es ihm besser und er könne wieder Rad fahren, schwimmen oder spazieren. Selbst Handball hat der Influencer erst kürzlich wieder ein bisschen gespielt.
"In Dresden, jetzt im Februar. Es war ein Spiel mit vielen Ehemaligen. Ich habe ja noch Kontakt zu vielen Spielern, wurde auch gut von allen aufgenommen", so Nils Kretschmer. Das Thema Profi-Handball aber sei durch. Höchstens aus Spaß werde er nach seiner Sperre vielleicht nochmal spielen.