Neun Bundesliga-Spieler haben es ins erweiterte EM-Aufgebot geschafft, acht davon werden auch beim heimischen Yellow-Cup in Winterthur die unmittelbare EM-Vorbereitung starten. Nur Eisenachs Gian Attenhofer hat aktuell den Sprung nicht geschafft.
Nikola Portner ist mit 145 Länderspielen der erfahrenste Spieler im Nati-Kader und wird die Mannschaft auch als Captain anführen. "Portner übernimmt damit sowohl sportlich als auch innerhalb des Teams Verantwortung", betont der SHV.
Auch SCM-Kollege Manuel Zehnder darf noch hoffen: Der Rückraumspieler hat sich Anfang Januar 2025 im WM-Vorbereitungsspiel gegen Italien Kreuzband, Innenband und Meniskus im linken Knie gerissen und kehrte im September ins Mannschaftstraining zurück. "Der weitere Aufbau erfolgt in enger Abstimmung mit seinem Verein und dem medizinischen Umfeld", betont der Schweizer Handballverband.
Schweiz-Talent mit deutschen Wurzeln
Felix Aellen macht derweilen mit seinen Leistungen beim ThSV Eisenach auf sich aufmerksam, wo er die interne Torschützenliste anführt. Auch Niclas Mierzwa wurde erneut berücksichtigt. Der Linkshänder erzielte in sieben Pflichtspielen nach dem Kroatien-Lehrgange 62 Tore und bestätigte seine Form nach dem ersten Zusammenzug im Kreise des A-Nationalteams.
Der Flügelspieler, der mit den erfahrenen Samuel Zehnder und Noam Leopold um die Einsatzzeiten kämpft, hätte auch für Deutschland spielen können. Vater Alexander Mierzwa absolvierte immerhin einige A-Länderspiele für den DHB. Ärger beim DHB, dass man sich diese Talente nicht selbst sichern konnte?
"Nein, die sind in der Schweiz aufgewachsen und haben da alles durchlaufen. Es freut mich, dass sie sich so entwickeln. Auch Niclas hab ich als U17-Spieler das erste Mal gesehen. Natürlich beobachtet man die Entwicklung dieser Spieler und Spielerinnen", hatte DHB-Sportvorstand Ingo Meckes am Rande der Frauen-WM gegenüber handball-world mit Blick auf die Mierzwa-Geschwister erklärt. Auch Schwester Lauryn ist ein europäisches Top-Talent.
Der Weg zur EURO 2026 beginnt für die Schweiz am 2. Januar mit einem letzten Lehrgang und dem traditionellen Yellow Cup in Winterthur. Vom 8. bis 10. Januar trifft das Team auf die Ukraine (Donnerstag, 18:00 Uhr), Bahrain (Freitag, 20:15 Uhr) und Nordmazedonien (Samstag, 18:00 Uhr).
So ist der Modus für Wechsel
Vor dem ersten EM-Spiel muss Andy Schmid dann eine Liste mit 20 Spielern einreichen, aus denen er für jede Partie 16 auswählen darf. Der Schweizer Handballverband hat angekündigt, dass man das aktuelle Aufgebot vor der Euro auf 18 Spieler noch reduzieren will.
Während der gesamten Dauer der Europameisterschaft können sechs Spielerwechsel aus dem 35er-Aufgebot vorgenommen werden: zwei Wechsel in der Vorrunde, zwei in der Hauptrunde und zwei in der Finalrunde.
Das Aufgebot für den Yellow Cup
Weitere Spieler im erweiterten Kader der Schweiz für die EM 2026