Die Gastgeber bestimmten über weite Strecken die Partie, lagen mehrfach mit bis zu fünf Treffern in Führung und profitierten von einem starken David Späth im Tor. Doch in der Schlussphase schwanden den Löwen die Kräfte, Kiel stellte auf eine offensive 5:1-Deckung um und kämpfte sich zurück. 14 Sekunden vor dem Ende bekam der THW nach einer Auszeit noch einen letzten Angriff und Eric Johansson verwandelte sehenswert zum umjubelten 28:27-Siegtreffer.
Bei den Löwen überwog nach Abpfiff der Frust, allen voran bei David Späth. "Das ist natürlich frustrierend, der letzte Ball, dass wir so reingehen. Das tut natürlich weh", sagte der Nationaltorhüter am Dyn-Mikrofon. Er gehörte mit zehn Paraden zu den stärksten Mannheimern. Über weite Strecken habe man das Spiel kontrolliert, "und dass wir das dann so hergeben, tut natürlich weh".
Späth zog Parallelen zum Hinspiel, das remis endete. "Heute war es genau derselbe Fall. Eine verspielte Führung vor unglaublicher Kulisse. Das darf uns einfach nicht passieren." Trotz seiner starken Leistung wollte er nichts von persönlicher Zufriedenheit wissen: "Ich kann gerade nicht von beflügelt sprechen, wenn man das Spiel hier so verliert." Die Learnings seien dieselben wie schon häufiger in dieser Saison: "Unser Spiel von Anfang bis Schluss durchziehen und am Ende kaltschnäuziger sein."
"Einfach aufs Tor geworfen"
Matchwinner Eric Johansson blieb nach seinem Buzzerbeater vergleichsweise nüchtern. "Eigentlich nicht viel", sagte der Schwede über seine Gedanken vor dem letzten Wurf. "Ich habe eine Ansage bekommen und wusste: Egal, was sie machen, ich sollte werfen."
Also habe er "einfach aufs Tor geworfen" und mit seinem siebten Treffer des Abends die zwei Punkte gesichert. Mit Blick auf das anstehende Duell gegen Magdeburg erwartet Johansson erneut einen Kraftakt: "Es ist immer ein 60-Minuten-Kampf."
Kapitän Domagoj Duvnjak hob im Dyn-Interview vor allem den Charakter seiner Mannschaft hervor. "Wir kamen nicht gut ins Spiel, wir waren einfach nicht da. Aber das zeigt, dass wir es immer besser machen können und dass wir Charakter haben", sagte der Kroate, der zwischenzeitlich sogar einen ausgekugelten Finger behandeln lassen musste.
"Das war nicht unser bestes Spiel, aber wir nehmen zwei Punkte sehr gerne mit." Zugleich zollte er den Löwen Respekt: "Eine starke Mannschaft, eine geile Atmosphäre. Deswegen hatten wir auch Probleme."
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