Ein besonderes Turnier endete durch den Finalsieg nach Siebenmeter-Werfen gegen Spanien mit der Goldmedaille - und es beendete für zwölf von 16 Weltmeistern die Ära des Jugendhandballs. Nur vier Spieler des jüngeren Jahrgangs 2007 - Max Heydecke, Nick Scherbaum (beide JANO Filder), Anton Voß (SC DHfK Leipzig) und Finn Paulicks (Füchse Berlin) - sind noch eine weitere Saison in der A-Jugend einsatzberechtigt.
Für den Rest begann nach der WM die spannende Zeit der Neuorientierung, der Schritt zu den Großen. Ein Meilenstein, der die Neulinge im Aktivenbereich mit Stolz erfüllt, dem sie sich aber auch mit der Gewissheit darüber stellen, dass Ausruhen nicht gilt. Wer im Profibereich den Durchbruch schaffen will, muss nach dem WM-Titel weiter viel investieren. Wahrscheinlich sogar mehr als bislang.
Ankermann führt die Liste an
"Es war natürlich ein Erlebnis, das erste Mal mit Weltstars zu trainieren. Ich wurde super von der Mannschaft aufgenommen und habe schnell erkannt, dass ich von meinen neuen Mitspielern extrem viel lernen kann", sagt Rasmus Ankermann.
Der Rückraumspieler ist einer von acht U19-Weltmeistern, die in den 100 Tagen seit dem Finale in der Daikin Handball-Bundesliga schon auf dem Spielberichtsbogen gestanden haben. Mit 13 Nominierungen für den Spieltagskader des THW Kiel stellt Ankermann den Bestwert auf, gefolgt von Lars Genz vom HC Erlangen (10). Beide haben auch schon ins Schwarze getroffen.
Ankermann erinnert sich an seine ersten beiden Bundesliga-Treffer gegen GWD Minden noch ganz genau: "Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. In eigener Halle war das einfach unglaublich. Es macht Bock auf mehr."
Genz: "Etwas Besonderes"
Die ersten Wochen in der Welt der stärksten Liga der Welt sind mit neuen Rollen verbunden. "Ich habe die des Jüngsten und gebe auf wie neben der Platte alles. Genauso wie bei den DM-Spielen mit der A-Jugend in der vergangenen Saison und bei der WM leiste ich den Beitrag, den ich leisten kann, um zum Erfolg der Mannschaft beizutragen. Nun ist es eben noch ein etwas anderer", so Lars Genz. "Es ist etwas Besonderes für mich, dass ich als 18-Jähriger zum 16er-Kader in der Bundesliga gehöre."
Nun liegt es auch an den Vereinen, den Youngsters eine Chance zu geben und sie mit Spielpraxis zu versorgen. Viele Trainer und Sportliche Leiter sehen sich dabei auf einem schmalen Grat zwischen Erfolgsdruck und dem Denken an die Talententwicklung. Gleichzeitig kommt es darauf an, zu erkennen, welche Liga in der jetzigen Phase die beste für die Jungen ist.
Die Einsatzbilanz zeigt, dass sich Pyramide nach oben zuspitzt. In der bisherigen Saison kamen acht WM-Sieger in der Daikin HBL auf 39 Nominierungen, derweil schaffte es derer fünf in der 2. Bundesliga auf 51 und in der 3. Liga 13 Spieler auf 89 Einsätze. "Man wird im Handball, vor allem im Rückraum, nur besser, wenn man Handball spielt", weiß Lars Genz, wie wichtig Spielpraxis ist.
Einsätze* der U19-Weltmeister in den 100 Tagen danach
Bundesliga: Leon Stehl (MT Melsungen / 2 Nominierungen)Lars Genz (HC Erlangen / 10)Max Heydecke (TVB Stuttgart / 7)Anton Voß (SC DHfK Leipzig / 1)Rasmus Ankermann (THW Kiel / 13)Tim Schröder (Füchse Berlin / 1)Linus Schmid (TVB Stuttgart / 4)William Reichardt (Füchse Berlin / 1)
2. Bundesliga: Leon Stehl (TV Hüttenberg / 11)Bennet Strobel (HBW Balingen-Weilstetten / 9)Finn Knaack (TuSEM Essen / 10)Tim Schröder (1. VfL Potsdam / 9)Anel Durmic (HSG Krefeld / 12)
3. Liga: Lars Genz (HC Erlangen II / 7)Noah Hensen (SC Magdeburg II / 11)Monty Kleinsteuber (SC Magdeburg II / 10)Max Heydecke (TSV Neuhausen/Filder / 5)Anton Voß (SC DHfK Leipzig II / 11)Rasmus Ankermann (TSV Altenholz / 5)Bennet Strobel (HBW Balingen-Weilstetten II / 3)Nick Scherbaum (TSV Neuhausen/Filder / 1)Jan Grüner (Füchse Berlin II / 13)Tim Schröder (Füchse Berlin II / 1)Linus Schmid (TSV Neuhausen/Filder / 8)Fynn Paulicks (Füchse Berlin II / 2)William Reichardt (Füchse Berlin II / 12)
*bzw. Nominierungen für den Spieltagskader
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