Aus Dortmund berichtet Christian Stein
"Wir machen alles wie immer. Wir machen die Vorbereitung zu dritt. Wir haben Wurfbilder vorbereitet und geschaut, wo sind die Stärken, wo sind die Schwächen? Welche Würfe wollen wir haben? Wollen wir eher von außen oder eher Durchbrüche zulassen?", erklärte Jasmina Rebmann-Jankovic gegenüber handball-world zur die Zusammenarbeit mit Katharina Filter und Sarah Wachter.
"Am Ende aber machen es die Mädels alleine auf dem Feld. Ich bin da, um sie zu unterstützen, aber die kämpfen auch füreinander und mit der Abwehr zusammen", so die 39-jährige Niederländerin mit bosnischen Wurzeln. Bundestrainer Markus Gaugisch lobte hingegen schon nach dem Gala-Sieg über Montenegro: "Das war super vorbereitet von Jasmina."
"Wir unterstützen uns, wo wir können", sagte Deutschlands Torhüterin Katharina Filter schon nach dem Sieg über die Färöer zur Zusammenarbeit mit Sarah Wachter und betont: "Wir sind ein kleines Team im Team, auch zusammen mit Jasmina."
"Wir haben auch unsere eigenen Videosessions und machen die Timeouts gesondert für uns", sagt Filter über die Zusammenarbeit mit Wachter und betont: "Zu wissen, dass ich sie da auf der Bank habe, gibt mir noch einmal einen extra Rückhalt. Wenn eine von uns einen guten Tag hat, dann springt die andere auf der Bank mit auf. Wir jubeln füreinander. Am Ende ist es wichtig, dass wir zusammen ein Spiel gewinnen."
Auch wenn die Torwartposition oftmals als wichtigste Position im Handball angesehen wird, eine gut arbeitende Abwehr sei einfach für die Schlussleute "unverzichtbar" sagt Rebmann-Jankovic und streicht die Bedeutung von Aimee von Pereira heraus. "Vor allem Aimee hat da einen Schwung an Kommunikation mitgebracht, seit sie beim Team dabei ist. Dieser Austausch ist für uns Torhüterinnen das Wichtigste."
Rebmann-Jankovic und ihre Lieblingsmedaille
Als Spielerin war Rebmann-Jankovic nicht nur in den Niederlanden, sondern auch in Dänemark (GOG, Odense) und Frankreich (Toulon St Cyr) aktiv. Insgesamt stehen auch elf Spielzeiten in der Handball-Bundesliga der Frauen zu Buche, gehörte in Celle, Buxtehude, Göppingen und Metzingen stets zu den Publikumslieblingen. Nachdem ein Kreuzbandriss das Karriereende 2021 einläutete, coachte sie die Torhüterinnen der Niederlande, war dann anschließend in Bietigheim und Ludwigsburg aktiv.
Ihre größten Erfolge feierte sie im Trikot der niederländischen Nationalmannschaft, sie nahm 2016 an den Olympischen Spielen teil, wurde im selben Jahr EM-Zweite und holte dann 2017 WM-Bronze.
Sie coachte auch Brasiliens Nummer 1
Die 39-Jährige kennt das Gefühl, wenn man in Deutschland den Sprung in das Halbfinale eines Großturniers schafft. "Wenn man als Mannschaft in dieses letzte Hotel kommt, dann vergisst man alle Wehwehchen. Es fängt wieder neu an, ist wie ein neues Final4. Du bist unter den besten Vier der Welt. Das ist ein geiles Gefühl."
Für Rebmann-Jankovic steht fest: "Ich schätze die Bronzemedaille von 2017, denn wir haben das Turnier mit einem Sieg abgeschlossen. Es ist meine Lieblingsmedaille. Natürlich will man am liebsten mit Gold rausgehen und Silber schätzt man am Ende auch, aber man geht eben als Verlierer aus dem Turnier."
Doch so weit nach vorne will Rebmann-Jankovic noch nicht blicken. Viel wichtiger ist erst einmal das Viertelfinale, dann gegen Brasilien und damit auch gegen die einstmals von ihr trainierte Gabi Moreschi. Welche Schwachstellen ihr ehemaliger Schützling hat? Da will sich das deutsche Team nicht in die Karten gucken lassen. "Das behalten wir für uns."
"Ich nenne sie immer die Beste", sagte Moreschi nach dem letzten Hauptrundenspiel gegen Norwegen gegenüber handball-world. "Sie hat mir so viel geholfen als Torhüterin besser zu werden. Ich habe großen Respekt davor, wie sie arbeitet. Sie war schon eine tolle Torhüterin, ist aber eine noch besser Trainerin geworden."
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