Es ist ein Szenario, das viele Cowboys-Fans noch immer nicht fassen können: Ihr Superstar-Passrusher Micah Parsons läuft künftig nicht mehr im blauen Sterntrikot auf, sondern für die Green Bay Packers.
In einem Blockbuster-Trade waren zwei Erstrundenpicks und Defensive Tackle Kenny Clark der Preis für einen der besten Spieler der Liga. Während Dallas versucht, die Entscheidung sportlich zu rechtfertigen, zeigt sich Parsons dankbar, aber tief bewegt.
Jerry Jones verteidigt den Deal
Cowboys-Besitzer Jerry Jones nutzte die Pressekonferenz nach dem Trade, um die Beweggründe des Teams zu erklären. Immer wieder betonte er, dass es keine bösen Gefühle zwischen ihm und Parsons gebe, sondern dass der Deal eine strategische Entscheidung gewesen sei.
"Wir haben einen Pro-Bowl-Spieler auf einer Position bekommen, die uns große Sorgen bereitet hat, und dazu die Flexibilität für die Zukunft mit zwei Erstrundenpicks", sagte Jones.
Er verwies auf die Schwächen der vergangenen Jahre gegen den Lauf und stellte klar, dass Kenny Clark hier sofort helfen könne.
"Wir haben nicht zurückgebaut, wir wollen jetzt gewinnen. Das ist keine Entscheidung gegen Micah, sondern für die Weiterentwicklung unseres Teams." Jones sprach mehrfach von "großem Respekt" für Parsons und bedankte sich ausdrücklich für dessen Leistungen in vier Jahren Dallas.
Parsons verabschiedet sich
Micah Parsons wählte einen anderen Ton. In einer langen Nachricht an die Fans erklärte er, dass der Trade für ihn ein "trauriger, aber kein bitterer Tag" sei.
Er erinnerte daran, wie er als Kind in Pennsylvania schon Cowboys-Fan gewesen sei, während fast alle in seiner Nachbarschaft die Eagles unterstützten. Für ihn sei es "mehr als ein Traum, eher Schicksal" gewesen, erst für Penn State und später für die Cowboys in den Farben Blau und Weiß aufzulaufen.
Parsons bedankte sich bei den Fans, die ihn und seine Familie vom ersten Tag an aufgenommen hätten. "Ihr habt mir nicht nur ein Jersey gegeben, ihr habt mir ein Zuhause gegeben".
Die Zeit in Dallas werde er nie vergessen - von der Euphorie des Draftabends über den Einlauf ins Stadion bis hin zum Teamzusammenhalt.
North Texas bleibe weiterhin seine Heimat, versprach er, und er werde auch in Zukunft in der Offseason dort leben und sich in der Community engagieren. "Das Band, das wir aufgebaut haben, wird niemals zerbrechen", erklärte Parsons zum Abschied.
Ein neues Kapitel
Während Jones den Schritt nüchtern als Teil einer größeren Strategie einordnet, macht Parsons klar, wie sehr ihm der Abschied aus Dallas schmerzt.
Für die Packers bedeutet dieser Trade den größten Coup seit der Verpflichtung von Reggie White, für die Cowboys bleibt die Hoffnung, dass sie mit Draftpicks und neuem Personal den nächsten Schritt gehen können.
Sicher ist nur: Ende September wird Parsons im Packers-Trikot nach Dallas zurückkehren - und dann werden Worte von Dank und Rechtfertigung auf dem Feld keine Rolle mehr spielen.