Der Kampf um Micah Parsons endet mit einem großen Knall. Die Dallas Cowboys traden ihren Defensive End zu den Green Bay Packers.
Noch vor wenigen Tagen hatte Jerry Jones einen Trade ausgeschlossen.
Rekordvertrag in Green Bay
Nun aber ist der Pass Rusher tatsächlich weg aus Texan. Die Packers haben dafür ein großes Paket geschnürt - und machen Parsons zugleich zum bestbezahlten Nicht-Quarterback der bisherigen NFL-Geschichte. Der 26-Jährige erhält einen Vertrag über vier Jahre, der ihm 188 Millionen US-Dollar einbringen kann, stolze 136 Millionen US-Dollar sind ihm davon bereits garantiert.
Im Austausch für Parsons schickt "The Pack" zwei künftige Erstrunden-Picks zu den Cowboys. Obendrein wird noch Defensive Tackle Kenny Clark (29) - 2016er First Round Pick und seit Jahren extrem beliebter Führungsspieler - nach Dallas transferiert.
In seinen bisherigen 63 NFL-Spielen verbuchte Parsons bereits 52,5 Sacks und gilt gemeinhin als einer der besten Quarterback-Jäger der Liga. In jeder seiner vier Saisons erzielte der 12. Pick im NFL Draft 2021 mindestens zwölf Sacks. Nur Hall-of-Famer Reggie White leistet ihm in diesem elitären Kreis Gesellschaft. In jeder Saison stand er zudem im Pro Bowl. Und: Parsons wurde Defensive Rookie of the Year 2021 und zweimal ins All Pro Team gewählt.
Parsons äußert sich auf Social Media
Kurz nach Bekanntgabe des Trades postete der neue Defense-Star in Green Bay auf X: "Ich wollte nie, dass dieses Kapitel endet, aber nicht alles lag in meiner Hand. Mein Herz war immer hier - und ist es noch immer. Ich habe nie um mehr gebeten als um Fairness."
Seine Zeit bei den Cowboys werde er gut in Erinnerung behalten: "Dies ist ein trauriger Tag, aber kein bitterer. Ich werde niemals die Freude der Draft-Nacht vergessen, das Adrenalin beim Einlaufen aus dem Tunnel oder die Brüderlichkeit, die ich mit meinen Teamkollegen, Trainern und den Mitarbeitern geteilt habe, die mich auf jedes Spiel vorbereitet haben."
Fragwürdiger Umgang mit Parsons-Berater - Faktor Love
Einer der ausschlaggebenden Gründe für das Scheitern der Verhandlungen war der Umgang mit Parsons Berater. Die Cowboys haben mit Parsons, der schon vor Wochen einen Trade gefordert und sich emotional geäußert hatte, alleine verhandelt. Mit seinem Berater sprach das Franchise indes nicht, weil dies vor allem dem Boss ein Dorn im Auge gewesen war. Eine Entscheidung, die Parsons nicht nachvollziehen konnte: "Alles, was ich wollte, war, dass die Person, der ich vertraue, meine Vertragsverhandlungen begleiten darf."
Viele Gründe führten letztlich zur Trennung zwischen Parsons und den Cowboys. Die Fans in Dallas sehen Besitzer Jones für das Scheitern der Verhandlungen als Hauptverantwortlichen. Parsons hinterlässt nun definitiv eine Lücke in der Defense der Cowboys, die kaum zu füllen sein dürfte. Zudem müssen die Texaner in der schweren eigenen NFC East bestehen, die bekanntlich mit Super-Bowl-Champion Philadelphia um Spielmacher Jalen Hurts sowie Running Back Saquon Barkley und auch noch mit Überraschungsmannschaft Washington daherkommt. Zusätzlich sind die New York Giants mit ihrer D-Line auch nicht zu verachten.
Ein weiterer Faktor, warum es zu einem Wechsel von Parsons von den Cowboys zu den Packers gekommen ist, dürfte derweil auch Jordan Love sein. Der Quarterback in Green Bay, der in seine dritte Regular Season als Starter und Aaron-Rodgers-Nachfolger geht, pflegt mit dem Pass Rusher eine Freundschaft - und hat Medienberichten zufolge immer mal wieder versucht, Parsons von dem Team aus der Käsestadt zu überzeugen. Mit Erfolg, was Love selbst nur mit Feuer-Emojies auf Social Media kommentierte.
Nun dürfen sich auf jeden Fall die hiesigen Cheeseheads nicht nur auf einen waschechten NFL-Star freuen, sondern zugleich auch über einen wahrscheinlich weitaus stärkeren Pass Rush als in den letzten teils enttäuschenden Defense-Jahren in Green Bay, wo die Hoffnungen auf den NFC-North-Sieg gegen die Konkurrenz aus Detroit, Minneapolis und Chicago sowie die Hoffnung auf einen tiefen Playoff-Lauf direkt wachsen werden.
Parsons schließt sich der Gruppe bestehend aus Rashan Gary, Lukas Van Ness, Rookie Barryn Sorrell und Kingsley Enagbare an. Dahinter agieren Profis wie Top-Safety Xavier McKinney.