Fangen die Eagles ihre defensiven Abgänge auf?
Als amtierender Super-Bowl-Sieger gehen die Philadelphia Eagles auch in der kommenden Saison wieder als klarer Favorit auf den Divisionssieg in die Saison. Allen voran, weil sich speziell offensiv quasi nichts Gravierendes getan hat. Einzig Guard Mekhi Becton, der zu den Los Angeles Chargers abgewandert ist, wird voraussichtlich durch Tyler Steen ersetzt. Mit Quarterback Jalen Hurts, der wohl nach wie vor besten O-Line der Liga, Running Back Saquon Barkley - der Offensive Player of the Year -, den Wide Receivern A.J. Brown und Devonta Smith sowie Tight End Dallas Goedert sollten die Eagles wieder für jede Menge Kopfschmerzen bei gegnerischen Defenses sorgen.
Die eigene Abwehrreihe hingegen muss die Abgänge von Josh Sweat (Arizona Cardinals), Milton Williams (New England Patriots), Franchise-Ikone Brandon Graham (Karriereende) sowie Cornerback Darius Slay (Pittsburgh Steelers) verkraften. Allerdings wollen die Eagles, die vor allem in der abgelaufenen Saison mit einem der breitesten Kader der Liga geglänzt haben, diese Verluste aus den eigenen Reihen auffangen. Mit Nolan Smith und Jalyx Hunt scharren zwei Edge Rusher mit den Hufen, während Jalen Carter und Jordan Davis die Mitte der Defensive Line dicht halten sollen. Im defensiven Backfield ruhen die Hoffnungen weiterhin auf den beiden letztjährigen Rookie-Überraschungen Quinyon Mitchell und Cooper DeJean, die größte Vakanz herrscht wohl noch auf dem dritten Cornerback-Spot. Dennoch dürfte aufgrund der Gesamtqualität im Team der Weg in dieser Division erneut nur über "Philly" führen.
Commanders setzen auf Erfahrung - und die Magie von Daniels
Nach der sensationellen Rookie-Saison von Quarterback Jayden Daniels, die erst mit der Niederlage gegen den späteren Super-Bowl-Sieger Philadelphia im NFC-Championship-Game ein Ende fand, sollte die Euphorie in Jahr 2 unter Daniels umso größer sein. Erst recht, weil die eigene Offensive noch einmal verstärkt wurde. Mit Tackle Laremy Tunsil bekommt der 24-jährige Daniels etwa einen neuen Beschützer für die linke Seite der Offensive Line. Deebo Samuel, der via Trade von den San Francisco 49ers gekommen ist, soll das Waffenarsenal zudem erweitern.
Das in den letzten Wochen zentrale Thema bei den Commanders wurde jüngst auch noch rechtzeitig gelöst, sodass der Fokus vollumfänglich auf das sportliche Geschehen gerichtet werden kann: Das langjährige Gesicht des Franchise Terry McLaurin hat nach wochenlangen Spekulationen samt Trade-Forderung letztlich doch die Unterschrift unter ein neues Arbeitspapier gesetzt.
Ansonsten soll das Team, das rein vom Altersschnitt im Kader das älteste der NFL ist, insbesondere von Routiniers getragen werden. So wurden unter anderem die Verträge von Tight End Zach Ertz (34) und Linebacker Bobby Wagner (35) verlängert, zudem verpflichtete man Edge Rusher Von Miller (36), der das Pendant zu Dorance Armstrong (28) auf der anderen Seite bilden soll.
Nach Parsons-Abgang: Offense muss die Cowboys schultern
Auch bei den Dallas Cowboys beherrschte ein mitunter außersportliches Thema lange Zeit nahezu die gesamte Aufmerksamkeit. Die Vertragssituation des wohl größten Stars des Teams zog sich durch die vergangenen Wochen und große Teile der Offseason. Zuletzt war es sogar so weit gegangen, dass Edge Rusher Micah Parsons, gleichzeitig einer der besten Spieler der Liga, gar selbst offiziell einen Trade gefordert hatte. Eine Einigung schien zunächst bis bis kurz vor Saisonstart nicht in Sicht, stattdessen lieferten sich Parsons selbst, sein Berater sowie Cowboys-Besitzer Jerry Jones eine öffentliche Schlammschlacht.
Klar war bei dieser Angelegenheit: Die Cowboys wären insbesondere in der eigenen Defensive auf die Dienste Parsons angewiesen gewesen. Gewesen. Denn an diesem 28. August wurde bekannt, dass die Green Bay Packers zugeschlagen hatten - mit sehr großem Invest in Sachen Geld und Kompensation.
Offensiv sind die Texaner, die mit Brian Schottenheimer den letztjährigen Offensive Coordinator zum Head Coach befördert haben, hingegen wieder verbessert aufgestellt. Quarterback Dak Prescott, der große Teile der abgelaufenen Saison verletzt verpasst hat, ist wieder genesen und hat neben CeeDee Lamb und Tight End Jake Ferguson mit dem via Trade aus Pittsburgh geholten George Pickens eine weitere spannende Anspielstation. Einzig auf der Running-Back-Position herrscht eine gewisse Ungewissheit. Bei den in der Free Agency geholten Javonte Williams und Myles Sanders sowie dem in Runde 5 des Drafts verpflichteten Jaydon Blue wird sich wohl erst zu Regular-Season-Start herauskristallisieren, wer sich als Nummer 1 etabliert beziehungsweise wie sich die zu vergebenden Spielminuten unter ihnen aufteilen.
Defensive Dominanz als Schlüssel für die Giants
Bei den New York Giants sind die Augen in der kommenden Saison allen voran auf die Quarterback-Position gerichtet. Mit Russell Wilson und Jameis Winston stattete das Franchise aus dem US-Bundesstaat New Jersey gleich zwei Routiniers mit Einjahresverträgen aus, zu ihnen gesellt sich der Erstrunden-Pick der Giants im NFL Draft 2025, Jaxson Dart (Pick 25). Während Wilson, wie Giants-Head-Coach Brian Daboll bereits bestätigte, zunächst als Starter eingeplant ist, dürfte der 22-jährige Dart, der in der Preseason durchaus vielversprechende Auftritte hatte, im Saisonverlauf auch auf Einsatzzeiten kommen. Mit Malik Nabers, der in seinem abgelaufenen Rookie-Jahr auf Anhieb zu einem Unterschiedsspieler avancierte, mangelt es immerhin nicht an einer Top-Anspielstation.
Auf der anderen Seite des Balles könnte derweil die unglaublich stark besetzte Defensive Line der Giants zum großen Trumpf werden - und wahrscheinlich muss sie es auch, wollen die "Big Blue" zumindest ein paar Spiele gewinnen oder gar ein Wörtchen für mehr mitreden. Zu Defensive Tackle Dexter Lawrence und den beiden Edge Rushern Brian Burns und Kayvon Thibodeaux gesellt sich fortan Abdul Carter, den die Giants im abgelaufenen Draft an Position 3 ausgewählt haben und mit dem jede Menge Hoffnungen verknüpft sind. Schlägt Carter ein, könnten die Giants eine der spannendsten Lines der gesamten Liga stellen. Gleichzeitig soll diese im Idealfall auch die Secondary entlasten, in der mit Jevon Holland ein spannender Safety verpflichtet wurde, die ansonsten allerdings recht jung daherkommt. Vor allem von Cornerback Deonte Banks erwarten sich die "G-Men" im dritten Jahr endlich den nächsten positiven Entwicklungsschritt.