Die beiden Halbfinals der Australian Open waren absolut epische Spiele. Zunächst rang Carlos Alcaraz die deutsche Nummer 1 Alexander Zverev in fünf Sätzen nieder, anschließend schaltete Novak Djokovic Jannik Sinner überraschend aus, ebenfalls in fünf Sätzen.
Nach dem Duell zwischen dem Spanier und dem Deutschen ging es neben dem sportlich extrem hohen Niveau aber auch viel um eine Szene: die Behandlungspause von Alcaraz am Ende des dritten Satzes. Zverev hat dazu eine klare Meinung, beschwerte sich bereits auf dem Platz und sagte hinterher auf der Pressekonferenz: "Er hatte Krämpfe. Normalerweise darfst du keine medizinische Auszeit für Krämpfe nehmen. Aber was kann ich tun? Das ist nicht meine Entscheidung. Ich mag es nicht, aber es ist nicht meine Entscheidung."
Natürlich wurde nach der Begegnung auch die Nummer 1 der Welt damit konfrontiert. "Es war ein forderndes Match und ich weiß, wie es ist, Krämpfe zu haben. Ich habe einen Schmerz wahrgenommen, aber ich dachte nicht, dass es ein Krampf ist. Ich wusste nicht genau, was es war. Ich habe etwas in den Adduktoren gespürt. Deswegen habe ich den Physio gerufen", erklärte Alcaraz und fügte an: "Ich habe es ihm überlassen und er hat entschieden, ein Medical Timeout zu nehmen."
Alcaraz will den Karriere-Grand-Slam
Ein Timeout, nach dem die Partie gänzlich anders verlief. Alcaraz konnte sich anschließend nicht frei bewegen, ging mehr auf Gewinnschläge. Im Laufe des Matches allerdings lief er den Schmerz raus und war spätestens im fünften Satz wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Der Spanier rang Zverev nieder und zog zum ersten Mal in seiner Karriere ins Finale der Australian Open ein.
Das Turnier in Melbourne ist das einzige der vier Grand Slams, das Alcaraz noch nicht gewonnen hat. Die French Open, US Open und Wimbledon gewann er je zweimal. Auf die Frage, ob er in diesem Jahr lieber die Australian Open oder alle drei anderen Major-Turniere gewinnen würde, antwortete der 22-Jährige klar: "Ich würde die Australian Open nehmen. Dann wäre ich der jüngste Spieler, der den Karriere-Grand-Slam (Gewinn aller vier Slams, Anm. d. Red.) erreicht hätte."