Novak Djokovic, der 2005 zum ersten Mal in Shanghai an den Start gegangen war, quälte sich ins Achtelfinale - und hatte auch dort gegen den Spanier Jaume Munar kein leichtes Spiel. Der Serbe startete recht gut ins Match und breakte seinen Gegner früh, doch dann bekam er gesundheitliche Probleme. Sowohl beim Stand von 3:1 aus Sicht des Djokers als auch beim 4:1 ließ er den Physio kommen - die Wade bereitete Sorgen und wurde bis hinunter zur Achillessehne massiert, der 38-Jährige nahm auch Schmerzmittel zu sich.
Insgesamt hielt sich der Routinier dank seines starken Aufschlags und präziser Vorhand gut im Spiel und war unter dem Strich einmal zur Stelle, als es drauf ankam. Djokovic gewann Satz eins mit 6:3. Der spanische Weltranglisten-41. blieb unbeeindruckt, servierte seinerseits auch exzellent und schaffte nach 74 Minuten den Satzausgleich. In einem kräftezehrenden Spiel brach Djokovic nach dem Satzausgleich zusammen und musste abermals behandelt werden, diesmal kam neben dem Physio auch eine Ärztin auf den Court, die den Blutdruck überprüfte - das Atmen fiel bei einer Luftfeuchtigkeit von 77 Prozent beiden Spielern schwer.
Munar bringt Djokovic zurück ins Spiel
Doch die Show musste weitergehen - und Djokovic probierte es. Zu Beginn des dritten Satzes wirkte er neben der Spur, hatte seinen Rhythmus verloren und schien auch Mühe zu haben, das Gleichgewicht zu halten. Dann aber machte ihm Munar ein unerwartetes Geschenk. Beim Stand von 40:15 jagte der Spanier einen leichten Schmetterball ins Aus - Djokovic hatte sich schon auf den Weg in Richtung Bank gemacht, schöpfte aus dieser Szene nun aber selbst neuen Mut.
Nach einem präzisen Ball sowie einem exzellenten Vorhandreturn hatte der Serbe plötzlich Breakball. Und diesen nutzte er gleich, weil Munar eine Vorhand verzog. Djokovic bestätigte das Break anschließend und investierte gleich wieder alles - mit Erfolg: Munar setzte den Ball nach einem Slice ins Netz und kassierte somit das Doppel-Break zum 2:4. Djokovic jubelte mit erhobenem Arm, sank dann aber gleich wieder erschöpft in seinen Stuhl.
Das Match war damit gelaufen, der Widerstand des Spaniers gebrochen, der nach dem 3:6, 7:5, 2:6 sein erstes Masters-Viertelfinale verpasste. Der 24-malige Grand-Slam-Champion muss nun zusehen, sich irgendwie schnell zu erholen, ehe es gegen den ungesetzten Belgier Zizou Bergs geht. Der hatte sich zuvor in einem ebenfalls sehr engen Match, das an die drei Stunden ging, nach Satzrückstand gegen Gabriel Diallo aus Kanada mit 3:6, 7:5, 7:6 durchgesetzt.