Novak Djokovic spielt nur noch gelegentlich bei den "kleineren" Turnieren, für den Serben haben laut eigener Aussage nur noch Majors Relevanz. In Shanghai ist der 38-Jährige nun aber erstmals seit seinem US-Open-Aus wieder am Start - und traf nach seinem Freilos zum Start und einem Erfolg über Marin Cilic, bei dem er nicht wirklich überzeugte, in der 2. Runde auf Yannik Hanfmann, der zum Auftakt als Qualifikant mit seinem Sieg über den Frances Tiafoe für eine dicke Überraschung gesorgt hatte.
Das wollte der 33-Jährige nun auch gegen den Djoker schaffen - und die Nummer 150 der Welt legte wieder klasse los. Hanfmann knüpfte an seine klasse Leistungen nahtlos an und gewann dann auch den ersten Satz mit 6:4. Dem Deutschen gelang das frühe Break, was letztlich ausreichte, da Hanfmann brutal stark servierte und auch ansonsten einen guten Eindruck machte (Winner: 17:10).
Djokovic steigert sich
Djokovic agierte wie schon gegen Cilic zu passiv, spielte sehr defensiv und reagierte oftmals nur. Satz zwei hielt der Serbe jedoch seine Aufschlagspiele, wenngleich er weit weg von seiner gewöhnlichen Form war. Dennoch erreichte der Rekord-Grand-Slam-Champion als Erstes den Tiebreak. Anschließend legte der erfolgreichste Tennis-Spieler der Geschichte alles in die Waagschale, nahm Hanfmann mit teils starken Schlägen das Service ab und erzwang so den entscheidenden Dritten. Hanfmanns Problem war in diesem Satz auch, dass seine Fehlerquote nach oben gegangen war, bei unforced Errors lag er bei 16:9.
Djokovic hatte das Publikum klar hinter sich, hatte aber auch mit den äußeren Bedingungen zu kämpfen. Dem Serben sah man an, dass ihm die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit (29 Grad Celsius und 72 Prozent Luftfeuchtigkeit - und das abends um 20 Uhr) zu schaffen machten. Dennoch war er im vierten Spiel sofort zur Stelle, als Hanfmann mal kurz wackelte und holte sich direkt das Break.
Das reichte dem Djoker dann auch, denn er war in Satz drei der klar bessere Spieler, gewann am Ende dann auch nach 2 Stunden und 42 Minuten verdient mit 4:6, 7:5, 6:3 und trifft nun auf Jaume Munar. Der Spanier hatte sich zuvor gegen Yoshihito Nishioka ebenfalls in drei Sätzen mit 6:4, 5:7, 6:1 bezwungen hatte.