Der Weltranglistenfünfte gewann nach fast drei Stunden Spielzeit mit 4:6, 7:5, 6:3. Ein Match, in dem er lange Zeit nach seiner Form suchte, physisch an seine Grenzen zu gehen schien, aber letztendlich seine Erfahrung und seinen Kampfgeist sprechen liess. "Es war brutal", sagte Djokovic nach dem Match über die schwierigen Bedingungen. "Die Luftfeuchtigkeit ist hier extrem. Ich musste den Sturm wirklich überstehen. Yannick spielte von Anfang an ein grossartiges Match."
Schwierige Bedingungen bringen Djokovic fast zu Fall
Der 37-jährige Serbe musste alle Register ziehen, um nicht vorzeitig auszuscheiden. Hanfmann startete furios, schlug im ersten Satz vier Asse in Folge und hatte Djokovic genau dort, wo er ihn haben wollte. Mitte des zweiten Satzes schien Djokovic während eines Seitenwechsels sogar kurz aufzugeben, sichtlich erschöpft von den schwülen Bedingungen in Shanghai.
Dennoch zeigte er Charakter: Er verkürzte die Ballwechsel, ging mehr Risiko ein und kämpfte sich Punkt für Punkt zurück ins Match. "Es ist für jeden Spieler auf dem Platz dasselbe, aber es ist brutal", sagte Djokovic. "Tag für Tag bei über achtzig Prozent Luftfeuchtigkeit zu spielen, das ist zermürbend. Besonders für Jungs, die tagsüber in der Sonne spielen, ist es wirklich extrem hart. Ich musste alles geben, um das zu überleben."
Doppelte Belohnung nach hartem Abend in Shanghai
Mit seinem Sieg gegen Hanfmann sicherte sich Djokovic einen Platz im Achtelfinale und einen weiteren finanziellen Bonus. Allein durch das Erreichen der dritten Runde strich er rund 32.500 Euro ein, doch durch seinen Platz im Achtelfinale verdoppelte sich dieser Betrag fast auf etwa 56.000 Euro.
Djokovic jagt in Shanghai seinen fünften Titel
Im Achtelfinale wartet Jaume Munar, ein überraschender Name inmitten der Topstars in Shanghai. Der 28-jährige Spanier erreichte diese Runde, indem er Yoshihito Nishioka nach einem langen Dreisatzmatch mit 6:4, 5:7, 6:1 besiegte. Munar, einst Finalist bei den Junioren der French Open, steht auf Platz 37 der Weltrangliste und hat mittlerweile mehr als zehn Challenger- und ITF-Titel gewonnen.
Djokovic spielt zum elften Mal in Shanghai und jagt dort seinen fünften Titel. Der vierfache Champion kennt den Platz und die Bedingungen wie kein anderer, doch dieses Turnier erweist sich als alles andere als eine Routineaufgabe. Dennoch scheint er, mit der Widerstandsfähigkeit, die er am Sonntagabend zeigte, erneut bereit zu sein, im richtigen Moment Höchstleistungen zu erbringen. "Ich will immer gewinnen, egal unter welchen Umständen", sagte der Serbe. "Heute musste ich tief gehen, aber das sind die Matches, die einen stärker machen."