Das Warten ist beendet: Die College-Football-Playoffs starten endlich, der Jagd auf die nationale Meisterschaft geht damit in die entscheidende Phase.
Während DAZN die Partien allesamt kostenfrei zeigt, zählt für die besten zwölf Teams des Landes nur der Erfolg, denn mit einer Niederlage sind die Titelträume beendet. Dabei bietet bereits die erste Runde vier interessante Duelle.
Gelingt Alabama die Revanche gegen Oklahoma?
Den Auftakt machen in der Nacht von Freitag auf Samstag Alabama und Oklahoma. Die beiden Teams aus der SEC standen sich in dieser Saison bereits einmal gegenüber: Damals siegte Oklahoma mit 23:21, obwohl Alabama fast doppelt so viel Yards hatte.
Daher gilt es für letztere insbesondere darum, die Fehler zu minimieren. Die Crimson Tide erlaubte sich gleich drei Turnover, aus denen die Sooners 17 ihrer 23 Zähler produzierte. Gleichzeitig muss sich die Alabama-Offense wieder steigern, denn in den vergangenen zwei Partien waren die Leistungen nicht sonderlich gut. Die Last ruht vor allem auf Quarterback Ty Simpson, doch ohne funktionierendes Laufspiel dürfte es ein schwieriges Unterfangen für ihn werden, zumal Wide Receiver Ryan Williams eine katastrophale Drop Rate von 13,4 Prozent hat.
Die Offense von Oklahoma ist derweil noch schlechter, insgesamt haben sie die mit Abstand schlechteste aller Playoff-Teilnehmer. Daher könnte es erneut wieder eine Partie werden, die von den Defensiven entschieden wird. Während bei den Sooners Taylor Wein and R Mason Thomas den gegnerischen Quarterback jagen werden, wird bei Alabama Yhonzae Pierre wieder an vorderster Front wirbeln.
Wird die Miami-Defense zur Stolperfalle für Texas A&M ?
Ein spannendes Duell zweier starken Defensive wird es wohl auch zwischen Texas A&M und Miami geben. Die Aggies verfügen über einer der besten Third Down Defense des Landes und haben mit 9,7 Prozent sogar die höchste Sack Rate aller College-Football-Teams. Insgesamt ist die Unit vor allem für ihre Aggressivität gefürchtet.
Die Defense der Hurricanes ist zwar etwas anders strukturiert, aber dadurch nicht ungefährlicher. Auch sie besitzen Playmaker auf allen Positionen und haben bereits 20 Turnover forciert. Daher wird es extrem spannend zu beobachten sein, wie sie die Offense von Texas A&M stoppen kann. Mit KC Concepcion und Mario Craver warten zwei gefährliche Speedster auf Miami, zudem hat sich Wide Receiver Ashton Bethel-Roman in den letzten Wochen in den Vordergrund gespielt.
Die explosiven Plays fehlen der Hurricanes-Offense derweil. Quarterback Carson Beck bringt zwar 74,7 Prozent seiner Pässe an, hat aber auch schon zehn Interceptions geworfen. Vielleicht zünden aber auch die Running Backs Mark Fletcher Jr. und CharMar Brown, die bisher sehr effizient unterwegs gewesen sind.
Kann Tulane die Chaos-Wochen bei Ole Miss nutzen?
Beim Duell zwischen Ole Miss und Tulane scheinen die Rollen klar verteilt zu sein. In Week 4 triumphierte Ole Miss klar mit 45:10 und dominierte die Green Wave nach Belieben. Doch die vergangenen Wochen waren ziemlich unruhig bei den Rebels, denn Head Coach Lane Kiffin verabschiedete sich und ging mit sofortiger Wirkung zu LSU.
Doch auch mit dem neuen Cheftrainer Pete Golding, der zuvor Defensive Coordinator war, sind die Rebels gut aufgestellt. In der Offense führt Quarterback Trinidad Chambliss seine Unit bisher sehr erfolgreich, lediglich zweimal blieben sie unter 30 Punkten. Chambliss verteilt die Bälle gut und bindet viele Spieler ein, während er gemeinsam mit Running Back Kewan Lacy im Laufspiel für Furore sorgt.
Tulane dürfte sich derweil vermutlich besser präsentieren als noch im ersten Duell. Quarterback Jake Retzlaff, der erst Ende Juli von BYU gekommen war, fühlt sich mittlerweile wohl im System und führt sein Team deutlich besser. Spannend ist zudem die Transformation der Green-Wave-Defense: Die Unit blitzt nun deutlich weniger als noch zu Saisonbeginn und hat sich dadurch in fast allen Kategorien gesteigert. Somit könnte Head Coach Jon Sumrall, der das Team nach der Saison nach Florida verlassen wird, zum Abschied vielleicht nochmal eine Überraschung gelingen.
Stolpert Oregon gegen James Madison?
Auf einen potenziellen Upset schielt auch James Madison, die zu den Oregon Ducks müssen. Eigentlich ist das Team ein klarer Underdog, spielt es doch wie Tulane in keiner Power-5-Conference. Allerdings verfügen sie über eine sehr gute Defensive, die die Gegner bisher regelmäßig vor große Probleme gestellt hat. So erlauben sie landesweit die drittniedrigste Completion Rate - ein Indiz für die guten Defensive Backs.
Um die Überraschung zu knacken, brauchen die Dukes aber ein perfektes Spiel und müssen die sich bietenden Chancen nutzen. Darüber hinaus muss sich Oregon Fehler erlauben, die in der bisherigen Saison aber eher rar gesät waren. Zwar spielt Quarterback Dante Moore nicht auf dem Level vom Vorjahr, allerdings könnte er mit Dakorien Moore, Gary Bryant Jr. und Evan Stewart drei wichtige Receiver wieder im Team begrüßen.
Ein weiteres Faustpfand ist zudem die Defense. Zwar produziert sie wenige Sacks und Interceptions, aber sie erlaubt keine Big Plays und macht immer dann ein Play, wenn es gebraucht wird. Somit scheint alles für einen Sieg von Oregon bereitet zu sein, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass Playoffs ihre eigenen Gesetze haben.
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