Fehlercode: %{errorCode}

College Football im Ausnahmezustand: Indiana Märchen & Duke Chaos

kicker

Der gestrige Spieltag der College-Football-Saison hat den Playoff-Kampf einmal mehr auf den Kopf gestellt. Indiana stürzt die Nummer 1 und wird erstmals seit fast sechs Jahrzehnten Big-Ten-Champion. Duke schafft ein ACC-Chaos-Szenario, das der gesamten Conference zum Verhängnis oder zum Segen werden könnte. Georgia setzt ein beeindruckendes Statement gegen Alabama und sichert sich wohl erneut eine Top-4-Platzierung. Und Texas Tech beweist, dass eine milliardenschwere Kaderoffensive tatsächlich Früchte tragen kann. Selten lagen Emotionen, Geschichte, Dramatik und die politische Sprengkraft des Playoff-Rankings so eng beieinander wie an diesem Championship Saturday.

Indiana schlägt Ohio State

Indiana erlebte einen Abend, den man in Bloomington vermutlich nie vergessen wird. Die Hoosiers gewannen ein episches Duell zweier ungeschlagener Teams im Lucas Oil Stadium und stürzten Ohio State mit 13:10 - der erste Sieg über die Buckeyes seit 1988 und der erste Big-Ten-Titel seit 1967. Assistenzcoach Ola Adams stand fassungslos im Konfettiregen, doch für das Team selbst schien der Moment nur die logische Konsequenz eines zweijährigen Aufstiegs unter Curt Cignetti zu sein.

"Wir werden als Nummer 1 in die Playoffs gehen", erklärte Cignetti selbstbewusst. Indiana gewann an der Line of Scrimmage, dominierte mit fünf Sacks gegen ein Team, das in der regulären Saison nur sechs zugelassen hatte, und hielt Ohio State über die letzten 40 Minuten komplett ohne Punkte. Fernando Mendoza, der das Spiel nach einem harten Hit angeschlagen begann und zwischendurch eine Interception warf, führte später die entscheidenden Drives an und fixierte mit mehreren tiefen Pässen den historischen Triumph. Für Indiana geht es nun erstmals seit 1967 wieder in den Rose Bowl - und für Mendoza womöglich zur ersten Heisman Trophy der Schulgeschichte.

Duke sorgt für ACC-Chaos

Duke reiste ungerankt mit einer Bilanz von 7-5 ins ACC Championship Game - und mit der realen Möglichkeit, die eigene Conference komplett aus den Playoffs zu kicken. Nach einem dramatischen 27:20-Sieg in Overtime gegen Virginia könnte genau dieses Szenario nun eingetreten sein.

Coach Manny Diaz traf eine Serie mutiger Fourth-Down-Entscheidungen, darunter den spielentscheidenden Call in der Verlängerung. "Wenn du glaubst, dass die Leute Duke jetzt hassen, warte erst einmal ab, bis wir die ACC gewinnen", hatte Diaz unter der Woche gesagt - und genau das passierte. Duke profitierte zuvor vom fünften ACC-Tiebreaker, der sie trotz eines großen Verfolgerfeldes ins Titelspiel brachte.

Nun steht die Conference vor einem historischen Dilemma: Miami könnte trotz 10-2-Rekord draußen bleiben, während Duke argumentieren wird, seinen Platz im erweiterten Playoff-Feld verdient zu haben. Linebacker Luke Mergott, der die Championship mit einer Interception entschied, glaubt fest daran: "Ich denke, wir werden dabei sein, und ich bin zuversichtlich, dass unser Name genannt wird."

Georgia demontiert Alabama

Georgia-Coach Kirby Smart hat seine Alabama-Bürde abgelegt. Nach sieben Niederlagen in den vorherigen acht Aufeinandertreffen dominierten die Bulldogs Alabama mit 28:7 - die deutlichste Niederlage der Crimson Tide gegen Georgia seit 1976.

Die Bulldogs sicherten damit ihren zweiten SEC-Titel in Folge und stehen mit 12-1 nahezu sicher als Top-4-Team in den kommenden College Football Playoffs. Besonders beeindruckend war die Defense: Alabama kam auf -3 Rushing Yards, ein historisch seltenes Ergebnis. Quarterback Ty Simpson wirkte im Vergleich zum ersten Duell deutlich überfordert, während Georgia auf beiden Seiten des Balls Kontrolle ausstrahlte.

Alabama fand erst spät die Endzone - und war insgesamt nur dreimal im Third Down erfolgreich. Gunner Stockton wurde mit drei Touchdown-Pässen zum MVP und führte Georgia zu einem Statement-Sieg, der die lange Dominanz Alabamas in diesem Matchup durchbrach. Nun wartet zum Jahreswechsel das CFP-Viertelfinale im Sugar Bowl und damit die Chance auf Revanche.

Texas Tech gewinnt Big 12

Texas Tech setzte im Sommer alles auf eine Karte: Mehr als 25 Millionen US-Dollar wurden in Transfers und Kaderverstärkung gesteckt. Nun steht fest: Der gigantische Aufwand hat sich ausgezahlt. Mit einem dominanten 34:7 gegen BYU feierten die Red Raiders ihren ersten Big-12-Titel überhaupt und beendeten eine fast 70-jährige Durststrecke.

Die Transferklasse des Jahres 2025 erwies sich als eine der besten der modernen College-Football-Ära. Elf Neuzugänge starteten im Championship Game, vier wurden First-Team All-Big 12. Pass-Rusher David Bailey gilt bereits als sicherer Erstrundenpick. Texas Tech gewann jedes gewonnene Spiel der Saison mit mehr als 21 Punkten - ein statistischer Wahnsinn, den das CFP-Komitee kaum ignorieren kann.

"Mission erfüllt", sagte General Manager James Blanchard. "Wir haben die Chance, die nationale Meisterschaft zu gewinnen, und ich mag unsere Chancen." Texas Tech steht nun vor einem First-Round-Bye in den Playoffs und einer wohlverdienten Regenerationsphase, bevor das Programm seinen ersten großen Titelrun starten kann.

Das könnte Sie auch interessieren: Powerhouses größte Stadien besten Spieler vor der Saison höchste Spielklasse so funktioniert Amerikas Kultsport spektakulärsten Athleten alle deutschen D1-Spieler Playoffs NIL-System Overtime erklärt wie lange darf man spielen?