Das Ende einer Saison ist für jedes Team enttäuschend, wenn nicht am Ende ein Super-Bowl-Sieg dabei rumkommt. Doch für den letztjährigen Super-Bowl-Champion war das Aus in der Wild Card Round ein herber Schlag. Neben den sportlichen Problemen kommen nun auch noch Diskussionen abseits des Feldes hinzu. A.J. Brown war schon die ganze Saison über eine schwierige Personalie bei den Eagles. Nun kam heraus, dass der Star-Receiver mehrmals einen Trade gefordert haben soll.
Passable Saison trotz Karrieretief
A.J. Brown spielte in dieser Saison nicht die tragende Rolle, die von ihm als Star-Receiver erwartet wird und vor allem die er von sich selbst erwartet. Dennoch steht Brown am Ende der Saison bei 78 Receptions für 1003 Yards und sieben Touchdowns. Damit gehört er zu den besten Receivern der Liga. Dennoch ist die Unzufriedenheit groß. Denn die 1003 Yards sind die zweitschlechteste Ausbeute in der Karriere des 28-Jährigen und die wenigsten seit 2021 bei den Titans.
Brown unzufrieden wegen Targets
A.J. Brown beschwerte sich die Saison über immer wieder, er würde zu wenig ins offensive Spiel der Eagles eingebaut werden und bekäme zu wenig Targets. Die 121 Targets aus dieser Saison sind allerdings die dritthöchste Marke seiner Karriere. Trotzdem sind die letzten beiden Jahre bei den Eagles für A.J. Brown eher ein Rückschritt gewesen.
In seinen ersten beiden Jahren beim Team aus Philadelphia wurde Brown 303-mal angeworfen. Er fing davon 196 Bälle für 2952 Yards. In den vergangenen zwei Saisons wurde Brown nur 218-mal angeworfen und fing davon 145 Bälle für 2082 Yards. Allerdings spielte Brown in diesen beiden Spielzeiten auch sechs Spiele weniger als in seinen ersten zwei Jahren.
Vom Star-Receiver zum Miesepeter
Brown kam als absoluter Star-Receiver zu den Eagles. Beim Draft 2022 finalisierten die Eagles mit den Titans einen Deal, der den Superstar nach Philadelphia holte. Im Gegenzug mussten sich die Eagles von ihrem Erstrunden-Pick trennen. Bei den Eagles war Brown sofort die neue Nummer eins und lieferte zwei starke Saisons, in denen er seine Gegenspieler dominierte. Mit seiner starken Athletik, kombiniert mit seiner Schnelligkeit, seiner Kraft und seinem guten Route-Running war er für Passverteidiger kaum zu decken.
Doch in den letzten beiden Saisons verlor Brown seine Spritzigkeit. Er war nicht mehr so schnell, ließ Verteidiger nicht mehr wie früher stehen und machte zu viele Fehler. Einer der entschiedensten Fehler unterlief ihm mit einem katastrophalen Drop in einer spielentscheidenden Szene im knappen Wild-Card-Duell gegen die 49ers letzte Woche.
Brown arbeitete aber nicht an sich selbst, sondern beschwerte sich regelmäßig über sein Team. In seinem Empfinden bekam er zu wenig Targets und wurde zu wenig in der Offense der Eagles miteingebunden. Seine Nörgelei kam weder bei seinem Team noch bei den Fans besonders gut an und alle seine Fehler wurden wegen seines missmutigen Auftretens schärfer kritisiert als sonst.
Brown wollte mehrmals weg
Brown kritisierte aber nicht nur sein Team und forderte mehr Targets. Der Receiver war so frustriert, dass er mehrmals einen Trade in der Saison forderte. Bereits in Woche 3 der Regular Season erbat Brown erstmals, getradet zu werden. Im Laufe der Saison forderte er noch weitere Male sein Team dazu auf, ihm per Trade einen Abschied aus Philadelphia zu ermöglichen.
Wie geht es jetzt weiter?
Doch einen Abgang von den Eagles kann Brown nur im Zusammenspiel mit seinem aktuellen Team erreichen. Denn der Star-Receiver hat bei den Eagles noch einen Vertrag bis 2029. Um die Eagles frühzeitig zu verlassen, würde für alle Beteiligten wohl wirklich nur ein Trade infrage kommen. Doch auch ein Trade könnte sich schwierig gestalten. Denn die Eagles werden wohl eine hohe Kompensation verlangen, um ihren Star-Receiver ziehen zu lassen. Doch ob ein anderes Franchise bereit ist beispielsweise einen First-Round-Pick für Brown herzugeben, ist durchaus fraglich.
Denn Brown ist nicht mehr der Alte. Er zeigte in den letzten beiden Saisons nicht mehr die Fähigkeiten, die ihn zu einem der stärksten Receiver der NFL gemacht hatten. Zudem hat er sich mit seinem Verhalten bei den Eagles ebenfalls keinen Gefallen getan. Einen Receiver mit einem solchen "Diva-Potenzial" zu holen, birgt Risiken, wie die Eagles gerade selbst merken. Zudem verdient Brown 32 Millionen Dollar pro Jahr. Diesen Vertrag würde er bei einem Trade mitnehmen und der neue Verein müsste ihn zahlen, wenn sich ein Trade-Partner und die Eagles nicht auf eine Aufteilung des Vertrages einigen können. Damit ist ein Trade, bei dem die Eagles eine große Kompensation bekommen, eher unrealistisch.
Der General Manager der Eagles, Howie Roseman, äußerte sich im November positiv zu seinem Top-Star: "Ich denke, wenn man versucht, ein großartiges Team zu sein, ist es schwer, großartige Spieler zu traden, und A.J. Brown ist ein großartiger Spieler." In der Pressekonferenz zum Saisonende der Eagles unterstrich er diese Aussage erneut: "Es ist schwer, großartige Spieler in der NFL zu finden, und A.J. ist ein großartiger Spieler."
Doch dass solche Aussagen nichts heißen müssen, zeigte die Situation um Carson Wentz. Im Januar 2021 sagte Roseman über Carson Wentz: "Wenn man solche Spieler hat, sind sie wie die Finger an den Händen. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass sie nicht zu einem gehören, dass sie nicht da sind. So empfinden wir das bei Carson." Zwei Monate später wurde Wentz zu den Indianapolis Colts getradet.
Die Situation rund um A.J. Brown bleibt also weiterhin fraglich. Während die Eagles in dieser Offseason einiges verändern wollen, um im nächsten Jahr in den Playoffs wieder weit zu kommen, könnte es für die Brown-Problematik keine zufriedenstellende Lösung geben.
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