Fehlercode: %{errorCode}

Nach Inhaftierung von Ex-Head-Coach: Michigan-Spieler brechen Schweigen

kicker

Bei den Michigan Wolverines herrscht kurz vor dem Citrus Bowl gegen Texas Ausnahmezustand: Head Coach Sherrone Moore wurde nach einer unangemessenen Beziehung zu einem Staff-Mitglied entlassen und wenig später in Haft einem Gericht per Video in weißem Overall vorgeführt.

"Es war eine Schock-Erfahrung"

Emotional ist der Moore-Skandal für das Team eine weitere Eskalationsstufe nach Jahren voller Nebengeräusche rund um das Programm. Klein beschrieb die vergangenen Tage in der jüngsten Michigan-Pressekonferenz als "schwierige Zeit", in der es vor allem darum gehe, die Einheit zu bewahren. "Das Wichtigste für uns ist, zusammenzubleiben, den Locker Room sauber zu halten, aufeinander zu achten - gerade mental", betonte er. "Ich finde, das haben wir bisher sehr gut gemacht."

Rolder sprach derweil offen von einem Schockmoment. "Es war eine Schock-Erfahrung", sagte er rückblickend auf den 10. Dezember. "Es ist passiert, und du musst damit umgehen. Das ganze Programm muss damit umgehen. Es ist jetzt Vergangenheit." Er selbst habe die Entwicklung "nicht kommen sehen", sie habe das Team "voll erwischt".

Defensive Back Berry wählte deutliche Worte, als er nach dem Gefühl im Team gefragt wurde. Interim-Head-Coach Biff Poggi hatte zuvor von einem "Gefühl des Verrats" gesprochen - Berry kann das für sich bestätigen: "Ich denke, man kann das so sagen. Für verschiedene Leute ist das vielleicht unterschiedlich, aber ich glaube, das ist eine gute Beschreibung für viele." Später ergänzte er, dass man sich "durch die getroffenen Entscheidungen im Stich gelassen" gefühlt habe.

Zwischen Dankbarkeit und Distanz zu Moore

Trotz aller Enttäuschung trennt Klein klar zwischen Missständen und den Chancen, die Moore ihm persönlich eröffnet hat. "Coach Moore war derjenige, der mir die Möglichkeit gegeben hat, mein Leben und das meiner Familie zu verändern", sagte der Deutsche. "Er hat mir im 10. Schuljahr ein Angebot gemacht und war dann hier der Head Coach. Viele Jungs in diesem Team sind von ihm rekrutiert worden."

Die aktuellen Ereignisse seien deshalb schwer zu verarbeiten. "Es ist hart, jemanden, der dir so eine Chance gegeben hat, in so einer Situation zu sehen", erklärte Klein. Man fühle mit ihm und seiner Familie, bete für sie. Gleichzeitig verschiebt er seinen Fokus bewusst weg vom Ex-Coach: "Im Moment konzentriere ich mich nicht darauf, was mit Coach Moore außerhalb dieses Gebäudes passiert. Ich konzentriere mich darauf, meinen Brüdern zu helfen und sicherzustellen, dass es ihnen gut geht."

Poggi, Zusammenhalt und der Blick auf Texas

Seit Moores Entlassung liegt die sportliche Verantwortung bei Interim-Coach Biff Poggi, der versucht, das Team durch die Krise zu führen. Laut Rolder ist es ihm gelungen: "Alle haben sich wirklich zusammengerauft", sagte der Linebacker. "Man spürt, wie der Zusammenhalt wächst. Jeder steht für den anderen ein. Wenn jemand reden will, ist das ein offenes Umfeld. Jeder ist füreinander da."

Berry beschreibt, wie das Team versucht, den Fokus zurück aufs Feld zu lenken. Nach den ersten Tagen, in denen viele Spieler "down" gewesen seien, habe ihm ein Satz besonders geholfen: "Leg nicht zu viel Gewicht auf die Entscheidungen anderer Leute." Diesen Gedanken nehme er seither mit in jeden Tag und versuche, "einfach weiterzumachen".

Denn die Wolverines haben am 31. Dezember im Citrus Bowl gegen Texas eine Bühne, auf der nicht nur über Moore, sondern wieder über Football gesprochen werden soll. Berry brachte das Spannungsfeld auf den Punkt: "Etwas muss sich ändern - aber ich habe das Gefühl, wir haben damit schon begonnen."

Zwischen Abschied, Neustart und letzter gemeinsamer Mission

Für Klein, Rolder und Berry ist die Partie in Orlando womöglich das letzte Spiel im Michigan-Trikot - oder der Auftakt zu einem fünften Jahr in Ann Arbor. Alle drei machten deutlich, dass sie ihre Entscheidung nicht übereilt treffen wollen und zunächst den Saisonabschluss in den Mittelpunkt stellen.

Fest steht: Egal wie die persönlichen Zukunftswege der drei Führungsspieler aussehen - ihr Umgang mit einer der schwierigsten Phasen der jüngeren Michigan-Geschichte wird ein Teil ihres Vermächtnisses im Programm bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren: Die aktuelle Draft Order Die größten Powerhouses im College Football Die größten Stadien im College Football So funktioniert Amerikas Kultsport So funktionieren die College-Football-Playoffs Wie lange darf man College Football spielen?