Klein, der 2022 nach Michigan kam, entwickelte sich über die Jahre kontinuierlich weiter und feierte in der Saison 2025 endgültig seinen Durchbruch. Als Starting-Tight-End fing er 24 Pässe für 248 Yards und einen Touchdown, dazu kamen honorable mentions bei All-Big-Ten-Auszeichnungen. Sein wohl bestes Spiel lieferte er gleich in Week 1 gegen New Mexico ab: sechs Catches für 93 Yards und einen Touchdown - eine Performance, die NFL-Scouts schon früh aufmerksam gemacht haben sollte.
Vom NFL-Traum getrieben
Über seine gesamte College-Karriere hinweg sammelte Klein als Starter in zwei Saisons insgesamt 37 Receptions für 347 Yards und einen Touchdown. Während sein Teamkollege Colston Loveland früh zum offensiven Schlüsselspieler wurde, baute Klein seine Rolle Jahr für Jahr aus und galt intern als einer der besten Athleten des Programms. Nachdem Loveland 2025 im NFL Draft an Position 10 zu den Bears ging, übernahm Klein endgültig die Starting-Rolle und wurde prompt zum Team-Captain ernannt.
Vor der Saison 2025 stand er auf der Watchlist für den John Mackey Award, der jährlich an den besten Tight End im College Football vergeben wird - ein historisches Novum für einen deutschen Spieler. Zwar reichte es am Ende nicht für die Auszeichnung, doch Klein bewies über die Saison, dass er auf höchstem College-Level mithalten kann. Der gebürtige Kölner, der seine Karriere bei den Cologne Crocodiles begann, hatte bereits früh sein Ziel klar formuliert: „Ich tue alles, um in die NFL zu kommen", sagte er bereits vor der Saison im College Corner Podcast von Fokus Football.
Die Draft-Perspektive
Gegenüber ESPN machte Klein nun deutlich, dass er sich für den nächsten Schritt bereit fühlt: „Die NFL bekommt einen explosiven Spieler, der alles tun kann, was von ihm verlangt wird - Special Teams, Run-Blocking, den Ball fangen - und jemanden, der sich nicht über seine Einsatzzeit beschwert", sagte der Kölner. „Sie bekommen einen Spieler, der bereit ist, für seine Teamkollegen zu sterben."
Klein gilt in der Tat als vielseitiger Tight End, der sowohl im Run-Blocking wertvoll ist als auch im Passspiel Matchup-Probleme schaffen kann. Seine Physis (1,98m, 113 kg) und Athletik machen ihn definitiv zu einem interessanten Prospect für NFL-Teams, die moderne Tight Ends suchen, welche auf mehreren Ebenen eingesetzt werden können. Sollte Klein eine Einladung zum NFL Combine erhalten, wird erwartet, dass er dort mit seinen athletischen Messwerten überzeugen kann.
„Danke Michigan" - Kleins emotionales Statement
In einem ausführlichen Instagram-Post verkündete Klein am Freitagnachmittag seine Draft-Entscheidung auch offiziell und bedankte sich bei allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben. „Die Chance zu bekommen, 2019 in die Vereinigten Staaten zu ziehen und drei Jahre später ein Zuhause an der University of Michigan zu finden, war einfach unglaublich", schrieb Klein. „Zu lernen, was es wirklich bedeutet, ein Michigan Man zu sein - der Standard, die Blue-Collar-Arbeitsmentalität und Disziplin - hat mich auf eine Weise geprägt, die ich für den Rest meines Lebens mit mir tragen werde."
Besonders emotional dankte Klein seinen Teamkollegen: „Zu guter Letzt an meine Teamkollegen durch alle Höhen und Tiefen: Ich liebe euch alle von ganzem Herzen. Ich würde diese vergangenen vier Jahre gegen nichts auf der Welt eintauschen. Danke, dass ihr mich jeden einzelnen Tag gepusht habt, mein Bestes zu geben. Die Bindungen, die wir aufgebaut haben, und die Erinnerungen, die wir geschaffen haben, werden für immer bei mir bleiben."
Bedeutung für Michigan
Mit Kleins Abgang verlieren die Wolverines nicht nur ihren Starting-Tight-End, sondern auch einen erfahrenen Team-Captain und wichtigen Locker-Room-Leader, der sein Team zuletzt auch durch das Drama um Ex-Head-Coach Sherrone Moore führte.
Der 23-Jährige ist aktuell einer der wenigen europäischen Spieler, die sich realistisch Hoffnungen auf eine NFL-Karriere machen können. Mit seiner Kombination aus Größe, Vielseitigkeit und College-Production hat der gebürtige Deutsche gute Chancen, im Draft 2026 gepickt zu werden und den Sprung in die beste Football-Liga der Welt zu schaffen.
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