Indiana, Oregon, Miami und Ole Miss stehen in den Playoff-Halbfinals und werden angeführt von Curt Cignetti, Dan Lanning, Mario Cristobal und Pete Golding. Vier Trainer, vier Programme, ein gemeinsamer Ursprung: Jahre unter Nick Saban bei Alabama. Selbst wenn Ole Miss gegen Georgia ausgeschieden wäre, hätte sich dieses Bild nicht geändert - mit Kirby Smart hätte ein weiterer Saban-Schüler das Feld komplettiert. Zwei Jahre nach Sabans Rückzug dominiert sein Coaching-Tree den College Football wie nie zuvor.
Vier Halbfinalisten, eine Schule
Saban gewann sieben nationale Titel, doch sein nachhaltigstes Werk ist womöglich nicht in Trophäen messbar. Seine Assistenten prägen heute die entscheidende Phase der Saison. Curt Cignetti, Mitglied von Sabans erstem Alabama-Staff (2007-2011), führte Indiana vom historischen Kellerkind zum ungeschlagenen Top-Seed - inklusive eines symbolträchtigen 38:3 gegen Alabama selbst. "Ich denke jeden Tag an meine Zeit unter Coach Saban", sagte Cignetti. "Organisation, Standards, das Verhindern von Selbstzufriedenheit - ohne das wäre ich heute nicht hier."
Dan Lanning, 2015 Graduate Assistant bei Alabama, steht mit Oregon ebenfalls im Halbfinale. Mario Cristobal, einst Offensive-Line-Coach und Recruiting-Koordinator unter Saban, führte Miami mit physischer Dominanz zurück an die nationale Spitze. Pete Golding, früher Defensive Coordinator der Crimson Tide, übernahm Ole Miss nach Lane Kiffins Abgang und gewann prompt die erste Runde der College Football Playoff gegen Tulane als auch das Viertelfinale gegen Georgia.
Der "Process" als Exportgut
Was diese Trainer verbindet, ist weniger ein taktisches System als eine Denkweise. Sabans berühmter "Process" - Detailbesessenheit, tägliche Routinen, maximale Standards - wurde von seinen Assistenten adaptiert, nicht kopiert. Lanning brachte es einmal so auf den Punkt: "Diejenigen, die scheiterten, wollten Nick sein. Die erfolgreichen haben gelernt, sie selbst zu sein - mit seiner Disziplin."
Cristobal sprach offen von einem "Football-PhD" in Tuscaloosa. Seine Programme, ob in Oregon oder Miami, sind bis ins Detail nach Alabama-Vorbild strukturiert - von Trainingsplänen bis Rollenbeschreibungen im Staff. Saban selbst sagte ihm nach Miamis Viertelfinalsieg: "So gewinnt man Spiele zu dieser Jahreszeit - wenn man die Line of Scrimmage kontrolliert."
Symbolik in Pasadena
Alabama hatte sich nach Sabans Rücktritt bewusst gegen einen weiteren Schüler aus dem eigenen Coaching Tree entschieden und mit Kalen DeBoer einen externen Erfolgscoach verpflichtet. Im Rose Bowl wurden die Crimson Tide jedoch von Indiana deutlich dominiert und kassierten die höchste Postseason-Niederlage der Schulgeschichte.
Dass ausgerechnet Indiana Alabama im Rose Bowl demontierte, war mehr als ein sportliches Ergebnis. Es war ein Moment, in dem Sabans Erbe gegen sein einstiges Imperium antrat und gewann. Saban saß an diesem Tag als TV-Analyst im Stadion. Er sah zu, wie ein ehemaliger Mitarbeiter sein Lebenswerk mit dessen eigenen Prinzipien schlug.
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