Das Trainer-Karussell der NFL hat sich in dieser Offseason Jahr besonders schnell gedreht. Zehn Headcoaches wurden entlassen, damit wurde der bisherigen Liga-Rekord einstellt.
Es ist das 16. Jahr in Folge, in dem mindestens fünf Teams entschieden haben, dass nicht kleine Änderungen, Geduld oder eine weitere Umbesetzung der Koordinatoren die Lösung sind, sondern ein kompletter Neuanfang an der Spitze.
Fünf Franchises haben bereits neue Headcoaches eingestellt - die Atlanta Falcons, New York Giants, Miami Dolphins, Tennessee Titans und Baltimore Ravens. DAZN News nimmt ein Ranking der spannendsten Trainerverpflichtungen vor.
Sobald klar war, dass John Harbaugh Baltimore verlassen würde, reagierte die NFL so, wie sie es immer tut, wenn ein bewährter, erfahrener Headcoach der einen Super Bowl gewann pötzlich verfügbar wird: die Telefone liefen heiß.
Harbaugh überstürzte nichts und landete auch nicht irgendwo zufällig. Er entschied sich für die Giants, ein Franchise mit Talent, aber ohne Richtung.
In 18 Saisons bei den Ravens gewann Harbaugh 180 Spiele in der regulären Saison und schuf etwas, was die meisten Organisationen nie schaffen: Stabilität, Konstanz, Relevanz. In jeder Saison.
Sechs Divisionstitel, vier Teilnahmen am AFC Championship Game und ein Super-Bowl-Ring sind die Art von Erfolgsbilanz, die Teams und ihre Fangemeinde begeistert.
Die Giants setzen nun auf Harbaughs riesige Erfahrung sowie seine Fähigkeit, Quarterbacks zu fördern. In seiner Zeit bei den Ravens erreichte Joe Flacco sein Maximum und Lamar Jackson wurde mehrfach zum MVP gekürt.
Die Giants-Fans hoffen natürlich, dass Jaxson Dart sich ähnlich entwickeln wird. Datrt fand als Rookie nicht gerade eine einfache Situation vor, stellte aber immer wieder sein Talent unter Beweis.
Bei dieser Einstellung geht es vor allem um Beständigkeit. Seit Tom Coughlin 2016 zurückgetreten ist, haben die Giants ihre Cheftrainer in alarmierender Geschwindigkeit verschlissen. Nur Brian Daboll hat es über das zweite Jahr hinaus geschafft. Keiner kam auch nur annähernd an einen nachhaltigen Erfolg heran.
Von Harbaugh wird nicht erwartet, dass er alles über Nacht in Ordnung bringt. Seine erste Aufgabe ist es, den Abwärtstrend zu stoppen. Die Offense verfügt mit Dart, Malik Nabers, Cam Skattebo und Andrew Thomas über spannende Puzzleteile, zudem haben die Giants den fünften Pick im NFL-Draft 2026.
Diese Einstellung macht jetzt, da der Vertrag unterzeichnet ist, absolut Sinn. Die Eigentümer der Ravens holen gerne junge, dynamische Koordinatoren ins Team und geben ihnen Zeit, sich zu entwickeln und ein Super-Bowl-Siegerteam aufzubauen.
Das war bei Harbaugh zu beobachten, nun versucht das Franchise aus Maryland, diesen Erfolg durch die Einstellung von Jesse Minter zu wiederholen.
Der 42-Jährige kehrt damit an die alte Wirkungsstätte zurück, denn Minter hatte bereits von 2017 bis 2021 in Baltimore unter Harbaugh gearbeitet. „Jesse hat uns während unseres äußerst gründlichen Bewerbungsprozesses beeindruckt“, sagte Ravens-Besitzer Steve Bisciotti. Der neue Headcoach verstehe „die Werte, die hohen Erwartungen und die Geschichte der Ravens“, Minter habe zudem „eine großartige Vision für die Zukunft“.
Minter führte in der vergangenen Saison als Defensive Coordinator die defensive Einheit der Los Angeles Chargers an, die mit 285,2 zugelassenen Yards pro Spiel die fünftbeste Verteidigung stellte und in der Liga den dritten Platz bei den Interceptions (19), den siebten Platz bei den Sacks (45) und den siebten Platz bei den Turnovers (23) belegte.
Minter findet ein enorm talentiertes Team vor (gerade offensiv), das aber defensiv letzte Saison oft allzu sorglos und unachtsam agierte und Schwächen offenbarte, die der junge bisherige Defensive Coordinator addressieren kann. Baltimore dürfte daher der perfekte Ort für Minter zu sein, um sich in seinem ersten Job als Head Coach zu profilieren.
Die Falcons brauchten keine Effekthascherei. Sie brauchten Kompetenz. Und trotz aller Aufregung um seine Zeit in Cleveland hat Kevin Stefanski bewiesen, dass er ein Footballteam organisieren kann – selbst wenn die Umstände nicht ideal sind.
Dies ist auch das erste große Zeichen der Matt-Ryan-Ära in der Führungsetage von Atlanta. Stefanski steht für Struktur, Ausgewogenheit und gerät er beim ersten Anzeichen von Turbulenzen nicht in Panik.
Clevelands Bilanz von 46:58 unter Stefanski erzählt nicht die ganze Geschichte. Stefanski hat aus einem schwachen Kader sehr viel herausgeholt, kam in die Playoffs, baute eine wirklich erstklassige Verteidigung auf und rettete mit Joe Flacco eine verlorene Saison 2023 sogar noch. Das geht nicht ohne Talent.
Atlanta ist eine andere Herausforderung, aber eine bessere - denn das Team ist talentiert. Bijan Robinson, Drake London, Kyle Pitts – die Werkzeuge sind vorhanden. Fragezeichen bleiben beim Quarterback, aber Stefanski kann endlich mit Offensivtalenten arbeiten, die nicht alles perfekt machen müssen, um zu funktionieren.
Die Verteidigung ist jedoch der Bereich, in dem sich diese Verpflichtung still und leise auszahlen könnte. In einer so offenen Division wie der NFC South könnte es sich früh auszahlen, diese Einheit zu übernehmen und noch weiter zu verbessern.
Die Einstellung von Robert Salah bei den Titans fühlt sich wie eine Frage der Philosophie. Salehs Headcoach-Bilanz bei den Jets war mit 20 Siegen und 36 keine gute, doch seine Fähigkeiten in der Defense haben ihn wieder begehrt gemacht. Bei den San Francisco 49ers machte Salah als Defensive Coordinator einen bemerkenswerten Job.
San Francisco hatte die ganze Spielzeit über mit schweren Verletzungen zu kämpfen, gerade defensiv fielen Eckpfeiler früh aus, etwa Nick Bosa und Fred Warner. Und doch hat die Mannschaft irgendwie eine bewundernswerte Leistung gegen den Ball gezeigt. Tennessee denkt hier eindeutig langfristig. Sie wollen, dass Cam Ward sich weiterentwickelt, ohne jede Woche Shootouts gewinnen zu müssen, und Salehs Defensive-Background gibt ihnen die Möglichkeit, eine Verteidigung aufzubauen, die einen jungen Quarterback tatsächlich unterstützt, anstatt ihn zu gefährden.
In New York hat das nicht funktioniert, aber bei den Titans sind Ausgangslage und das Anforderungsprofil ein anderes. Salah soll etwas Funktionales aufbauen, wobei die Schlüsselposition bereits besetzt ist.
Hafley hat sich nicht für den einfachen Job entschieden. Miami steckt in einer schwierigen Lage mit Fragezeichen bezüglich Quarterback und Problemen in der Offensive Line, und das noch bevor wir uns mit den Kopfschmerzen wegen der Gehaltsobergrenze und den bevorstehenden Vertragsentscheidungen befassen.
Der Optimismus rührt von Hafleys Defensiv-Erfolgsbilanz her. Green Bay hat sich unter ihm fast sofort verbessert. Über zwei Spielzeiten hinweg waren die Zahlen stark genug, um darauf schließen zu lassen, dass er mit etwas Zeit etwas Solides aufbauen kann.
Es ist eine schwierige Situation, in die sich der bishere Green-Bay-Defensivcoordinator begibt. Hafley kann wahrscheinlich die Verteidigung verbessern. Ob das ausreicht, um alles andere vor dem Wanken zu bewahren, ist die Frage, die diese Headcoach-Einstellung definieren wird.
Die NFL Playoffs - beide Conference Championship Games und der Super Bowl - seht Ihr live auf DAZN, bei RTL und mit dem NFL Game Pass. DAZN überträgt die Partien im LIVE-STREAM auf seiner Plattform mit deutschen Kommentar und US-Kommentar.
Den US-Originalkommentar gibt es auch im NFL Game Pass. Mit diesem habt ihr aber noch vieles mehr, was das NFL-Herz begehrt, darunter zahlreiche Re-Live-Optionen, das NFL Network, diverse Shows und Sendungen wie der "Path to the Championship Game" der vier Teams und einiges mehr.
Wer die NFL Playoffs live bei DAZN sehen möchte, benötigt ein DAZN-Abo. Die Playoffs - und natürlich auch der Super Bowl - sind in beiden Paketen enthalten, DAZN Super Sports und DAZN Unlimited. Aktuell und nur für kurze Zeit gibt es das Paket Super Sports vergünstigt für nur 14,99 EUR - sowohl im Monats- als auch im Jahresabo