Knapp zehn Monate liegen die Olympischen Spiele inzwischen zurück - und damit auch die Goldmedaille der deutschen 3x3-Damen. Völlig überraschend triumphierte das deutsche Team damals in der noch jungen Sportart und löste auch über die eigene Community hinaus einen regelrechten Hype aus.
"Was gibt es Größeres?": Gold verzückt 3x3-Basketballerinnen
"Uns wurde gesagt, dass Millionen von Menschen damals zugeschaut haben", sagt Elisa Mevius gegenüber basketball-world.news begeistert, die damals selbst Teil des Teams war. "Viele Leute kannten die Sportart vorher ja gar nicht. (...) Ich hoffe, wir konnten sie mit dieser neuen Art von Basketball anstecken." Zu den neuen Fans gehörte auch NBA-Legende Dirk Nowitzki, der beim Goldmedaillenspiel selbst vor Ort war und zu den ersten Gratulanten zählte.
Mevius ist einzige Olympia-Heldin bei der WM
Einen Sommer später steht für Mevius und das 3x3-Team die nächste Herausforderung an. In der Hauptstadt der Mongolei, Ulaanbaatar, beginnt am heutigen Montag die 3x3-Weltmeisterschaft der Frauen und Männer. Aus dem deutschen Erfolgsteam des Vorjahres ist allerdings nur noch Mevius verblieben. Svenja Brunckhorst und Sonja Greinacher hatten ihre aktive Karriere im Anschluss beendet und Marie Reichert laboriert weiterhin an einem Kreuzbandriss.
"Bei Olympia war ich noch sehr, sehr nervös", gesteht Mevius. "Jetzt bin ich eher diejenige, die ein bisschen Ruhe ausstrahlen sollte." Mit 21 Jahren ist die Guard-Spielerin dennoch die Jüngste in der neu formierten Mannschaft. "Ich glaube, dass unsere Grundphilosophie die gleiche geblieben ist. Deswegen gehe ich auch nicht verunsichert in das Turnier."
Eine Prognose zum Ausgang vermag die College-Spielerin der Oregon Ducks aber dennoch nicht treffen. "Das ist eine der schönen Sachen beim Drei-gegen-Drei. Man weiß nie wirklich, was passiert. So war es ja schon bei Olympia, als wir auf dem siebten von den acht Teams gerankt wurden und das Turnier am Ende gewonnen haben."
Giessmann: "Ein Sieg ist das, was ich will"
Etwas selbstbewusster äußert sich Fabian Giessmann, der trotz seiner erst 20 Jahre auf dem ersten Platz in Deutschlands 3x3-Ranking geführt wird: "Ein Sieg ist das, was ich will und so gehe ich in jedes Turnier rein."
Erst vor knapp einer Woche war er diesem Ziel bereits sehr nah gekommen. Die 3x3-World-Tour in Wien beendeten Giessmanns Baskets Bonn auf dem zweiten Platz. Mit der Nationalmannschaft soll es bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft in der Mongolei noch eine Stufe höher aufs Treppchen.
Als großen Vorteil könnte sich dabei die über Jahre gewachsene Chemie des deutschen Teams erweisen. "Seit ich das allererste Mal Basketball gespielt habe, bin ich mit denen zusammen", sagt Giessmann und bezieht sich dabei auf seine Teamkollegen Denzel Agyeman, Sidi Beikame und Leon Fertig. "Das ist etwas ganz Besonderes und dadurch haben wir einen krassen Vorteil."
Mevius zieht Paralle zum Olympischen Dorf
Nicht ganz unbekannt ist auch der Austragungsort Ulaanbaatar. In den vergangenen Jahren mauserte sich die Mongolei zunehmend zum Ausrichter der Streetball-ähnlichen Turniere. "Die Infrastruktur für 3x3 ist hier nochmal viel besser", meint Giessmann. "Und auch die Menschen hier haben einfach Bock darauf."
Die insgesamt 40 teilnehmenden Mannschaften (20 Männer- und 20 Frauenteams) sind auf drei Hotels in der Millionenmetropole aufgeteilt und verbringen dementsprechend viel Zeit zusammen. "Alle essen im gleichen Raum, wie in einer Mensa", erklärt Mevius. "Es ist schon ein bisschen wie im Olympischen Dorf."
Der Turnierauftakt erfolgt am Montag (23. Juni). Bis Donnerstag wird die Gruppenphase ausgetragen, ehe von Freitag bis Sonntag die K.o.-Spiele stattfinden. Die beiden deutschen Teams sind erstmals am Dienstag gefordert. Dann aber jeweils gleich zweimal nacheinander - wie es im 3x3 durchaus üblich ist. Alle Spiele werden kostenfrei von MagentaSport übertragen.