Fehlercode: %{errorCode}

Die NBA in Berlin: Nur Nebendarsteller bei der Wagner-Show

kicker

Aus Berlin berichtet Robert Arndt.

Vorneweg: Vergleiche mit dem NFL-Gastspiel vor wenigen Monaten verbieten sich. Alles war eine Nummer kleiner angelegt, in Berlin selbst war mit Ausnahme von einigen kleineren Spots wenig vom NBA-Spiel zu spüren.

Das heißt aber auch nicht, dass es die NBA und die Orlando Magic nicht schafften, ein gutes Event auf die Beine zu stellen. Im Gegenteil: Vieles hatte Hand und Fuß, man inszenierte sich in bewährter Art und Weise. Dabei hatte man das Gefühl, dass es gar nicht so sehr um die NBA, sondern eben vor allem um die Orlando Magic und deren drei deutsche Spieler ging.

Die Teilnahme der Wagner-Brüder sowie Tristan da Silva war ein riesiges Plus im Vergleich zu vergangenen Global Games, die bisweilen ein wenig träge daherkamen. Vielmehr zeigte sich: Orlando ist - wie propargiert - tatsächlich Deutschlands Team. Wie zu erwarten war, war es ein klares Heimspiel, teilweise war es im vierten Viertel lauter, als wenn Orlando im heimischen Kia Center spielt.

Ein Heimspiel für Orlando in Berlin

Nicht nur Aktionen der Deutschen wurden bejubelt, sondern grundsätzlich gelungene Aktionen. Es gab "Defense"-Sprechchöre, der spektakuläre Dunk von Anthony Black gegen gleich vier Verteidiger riss zahlreiche Fans aus den Sitzen. Überhaupt wachte das Publikum vor allem in der zweiten Halbzeit auf. "Die Atmosphäre war unglaublich, es hat sich wie ein Heimspiel angefühlt", staunte auch Magic-Coach Jamahl Mosley.

In aller Fairness: Die Fans in Orlando sind auch nicht unbedingt für ihre Lautstärke bekannt, in Berlin wurde es aber vor allem im vierten Viertel laut. Zuvor wurde das nur durch die Vorstellung von Franz Wagner sowie die Präsenz von Dirk Nowitzki und Detlef Schrempf erreicht.

An diesem Abend ging es dabei weniger um die NBA, sondern vielmehr um das Abfeiern deutscher Legenden und dem Magic-Trio, welches der Nation zuletzt mehrere unvergessliche Sommer mit der Nationalmannschaft bescherte. Das ist auch der Unterschied zur NFL, wo es eben wenig bis keine deutschen Aushängeschilder gibt. So überraschte es nicht, dass vor dem vierten Viertel "Country Roads" nicht so zündete, wie man es beim Spiel mit dem Ei gesehen hatte.

Eine Feier für die Wagner-Brüder

Das Rahmenprogramm der NBA war nett, sie waren bemüht (aber: warum ständig Musik während des Spiels? In der Form gibt es das in der NBA auch nicht), doch am Ende des Tages hätte auf der Verpackung alles draufstehen können, solange die Wagner-Brüder auf dem Feld standen. Dass Franz schließlich mit 13 seiner 18 Punkte den Sieg für die Magic eintütete, war dann die Kirsche auf der Torte.

Die NBA nimmt diese Promotion natürlich gerne mit, schließlich sind diese auch "Angestellte" der Liga, doch der Abend war vor allem das Zelebrieren der deutschen Stars. Natürlich hätte man auch mit einem Duell zwischen Detroit und Indiana die Halle voll bekommen, laut Commissioner Adam Silver waren Fans aus 62 Ländern anwesend, doch die Wagners waren es, die dem Spiel die Würze verliehen und es zu einem großen Erfolg werden ließen.

Die NBA wird wiederkommen, schon in zwei Jahren ist das nächste Spiel in der deutschen Hauptstadt angekündigt. Ob es wieder Orlando sein wird? Das weiß man im Moment bei der Liga selbst noch nicht.

"Es war mental eine Menge": Die Wagners gefangen zwischen den Welten

"Erinnerungen, die ich nie vergessen werde": Wagner emotional nach Magic-Sieg