Aus Berlin berichtet Julius Ostendorf.
Zweieinhalb Minuten vor Schluss. Spielstand: 107:107. Nach Ballverlust von Memphis-Star Jackson Jr. schalten die Magic blitzschnell um. Steal Banchero, Pass auf Black, Drive zum Korb und ein krachender Dunk über vier herbeigeeilte Gegenspieler. "Eigentlich wollte ich einfach nur attackieren, weil die Paint offen war", erinnerte sich Black später. "Ich habe nur meinen Verteidiger vor mir gesehen. Da bin ich schon selbstbewusst genug, zu sagen, dass ich eine Person schlagen kann."
Die drei weiteren Gegenspieler, die seinen Abschluss noch von hinten zu verhindern versuchten, habe Black überhaupt nicht wahrgenommen. "Meine Mitspieler haben mir dann erst im Huddle davon erzählt".
Einer davon war wohl auch Moritz Wagner, den der Dunk bereits in jenem Moment aus dem Sattel holte. Auch auf der späteren Pressekonferenz präsentierte sich der deutsche Nationalspieler noch überwältigt: "Ich bin neidisch", sagte der 28-Jährige schmunzelnd. "Er hat das jetzt schon häufig gezeigt. Wir sagen ihm jedes Mal, dass er aggressiver sein soll, weil er diese Explosivität besitzt."
Banchero: "Verstehe nicht, wieso sie überhaupt gesprungen sind"
Auch Magic-Star Paolo Banchero wurde auf die Szene angesprochen und kam daraufhin aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. "Ich hatte ihm noch den Pass zugespielt. Als er dann in die Mitte gezogen ist, war mir sofort klar, dass er ihn dunken würde. Ich verstehe gar nicht, wieso die ganzen Spieler überhaupt gesprungen sind. Er ist nicht der Typ, mit dem man springen will. Es war ein wahnsinniges Play - einer der besten Dunks, die ich je von ihm gesehen habe."
Dabei kam der Dunk gerade zur rechten Zeit. Nachdem Orlando in den Minuten zuvor sein Momentum zu verlieren drohte, lenkte der Dunk den Sieg in die entscheidenden Bahnen. Dazu trug im Anschluss auch das Publikum bei. "Die Fans waren großartig, sie haben großartig darauf reagiert", sagte Banchero anerkennend über die Schlussminuten. Auch Black selbst hatte nur lobende Worte für die Berliner Zuschauer übrig: "Die Energie in der Arena war großartig. Es hat sich für uns wie ein Heimspiel angefühlt."
Als Heimspiel war die Partie auch ganz offiziell deklariert. Weiter geht es für die Magic bereits am frühen Sonntagabend in London, wo das Rückspiel mit den Grizzlies auf dem Programm steht - dann allerdings als Auswärtsspiel.
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