Mit Blick auf die Zukunft gab sich Anführerin Fiebich jedoch kämpferisch. "Es ist natürlich ein bisschen enttäuschend, hier rauszufallen. Doch wir haben trotzdem noch viel vor. Unser Hunger, ganz oben mitzuspielen, ist jetzt nicht erloschen nur wegen dieses Spiels", sagte sie der ARD-Sportschau am Mittwoch in Piräus nach der bitteren Lehrstunde beim 59:83 im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Belgien.
Ein positives Ende dieser EM mit einem versöhnlichen Platz fünf wäre wichtig - es wäre das beste EM-Ergebnis seit Bronze 1997. Dafür müssen die Deutschen am Freitag (13.30 Uhr/MagentaSport) in der Platzierungsrunde zunächst die Türkei besiegen und dann am Sonntag entweder Litauen oder Tschechien schlagen. "Das ist eine Motivation. Wir wollen besser abschneiden als vor zwei Jahren", sagte Luisa Geiselsöder.
2023 in Slowenien waren Fiebich, Geiselsöder und all die anderen Sechste geworden, als der Aufstieg dieser vielversprechenden Generation begann. Nach dem zwischenzeitlichen Highlight, dem Viertelfinaleinzug bei Olympia in Paris, steht der deutsche Frauen-Basketball nun vor einer richtungsweisenden Phase. Bei der WM soll das Team für eine Medaille bereit sein, die EM offenbarte gut 14 Monate vor Turnierbeginn noch einige Schwächen.
DBB-Team: Ohne die Sabally-Schwestern wird es schwer
Ohne die Starspielerinnen Satou und Nyara Sabally aus der WNBA, die freiwillig auf die EM verzichtet hatten, und die verletzte Kapitänin Marie Gülich fehlt Deutschland für die absolute Spitze nicht zu ersetzende Klasse im Kader. Entsprechend deutlich fielen die EM-Niederlagen gegen die Topgegner Spanien (60:79) und eben Belgien aus. Gerade im Duell mit den Europameisterinnen wurden die DBB-Frauen von Superstar Emma Meesseman geradezu abgekocht.
Bundestrainerin Lisa Thomaidis sprach nach dem Belgien-Spiel von einer "ultimativen Lernerfahrung" und gab als Ziel aus, "auch in Zukunft bei diesen Wettbewerben im Viertelfinale stehen und es in ein Halbfinale schaffen" zu wollen. Die Chance dafür ist durchaus da. So bewies beispielsweise Toptalent Frieda Bühner bei der EM, dass sie eine wichtige Stütze für das Nationalteam sein kann, die WNBA-Stars Fiebich und Geiselsöder sind gerade einmal 25 Jahre alt.
Hoffnung macht auch, dass Satou Sabally bereits ankündigte, bei der WM spielen zu wollen, ihre Schwester Nyara und Gülich dürften dann ebenfalls wieder dabei sein. Was sie im Stande sind zu leisten, wenn alle Top-Spielerinnen an Bord sind, haben die DBB-Frauen im Vorjahr bewiesen, als sie Meesseman und Co. in der Olympia-Gruppenphase bezwangen. In Berlin soll ein solcher Coup erneut gelingen. Und der Medaillenhunger endlich gestillt werden.