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Aachener Beschwichtigungsversuche: "Den Teufel nicht an die Wand malen"

kicker

Für eine Jubiläums-Party lässt sich vieles gut vorbereiten. Ein Gottesdienst am Tag des Spiels, ein Fanmarsch zum Stadion oder eine Choreografie, um 125 Jahre Alemannia Aachen gebührend zu feiern. Auf das, was auf dem Feld passiert, haben die Fans dann nur bedingt Einfluss. Diesen nutzten die Anhänger in der ersten Halbzeit und peitschten ihre Farben lautstark nach vorne.

Nur der VfL Osnabrück spielte da nicht mit. Insbesondere Bryan Henning gab in der ersten Halbzeit den Partycrasher. Durch seinen Doppelpack (7. und 40.) kippte er das Spiel auf die Seite des VfL, auch weil die Alemannia durch Lars Gindorf und Mika Schroers beste Gelegenheiten liegen ließ. Auch in der zweiten Halbzeit blieben Aachens Offensivbemühungen ertraglos, sodass letztendlich eine 0:3-Pleite zu Buche stand.

Gellendes Pfeifkonzert

Die Feierlaune der Fans war natürlich längst dahin. Das ließen die Anhänger der Mannschaft auch spüren. Mit einem gellenden Pfeifkonzert quittierten die Zuschauer, die es mit der Alemannia halten, die Niederlage. Beim Gang in die Kurve der aktiven Fanszene bekam die Mannschaft dann nochmal ihr Fett weg.

Das ließ sich natürlich auch Führungsspieler Lukas Scepanik nicht kalt, der zu den ersten gehörte, die den bitteren Gang Richtung Kurve antraten. Nach der Partie äußerte der 31-Jährige bei Magenta Sport Verständnis für die Reaktion der Fans: "Ich kann den Frust definitiv nachvollziehen. Wir haben sehr gut begonnen. Wir haben uns gute Chancen herausgespielt, die durchaus zum Torerfolg hätten führen können und haben dann gefühlt aus dem Nichts hinten das Gegentor bekommen." Scepanik zog dabei Parallelen zur Hinrunde und kündigte an, nach den Gründen zu suchen, aus denen die Alemannia sich dann immer wieder "aus der Bahn werfen" lässt.

Auch wenn die Alemannia nun seit sieben Ligapartien auf einen Sieg wartet, will Scepanik optimistisch bleiben. Er glaube weiterhin an den Turnaround. "Wir haben in der Vorbereitung an ein paar Stellschrauben gedreht, um den Turnaround zu schaffen. Nach einem Spiel in der Rückrunde würde ich noch nicht den Teufel an die Wand malen. Wir stehen wieder auf."

Folglich will der Führungsspieler auch keinerlei Zweifel an Trainer Mersad Selimbegovic aufkommen lassen. "Für ihn tut es mir am meisten leid. Wir wissen, dass er mit Herzblut dabei ist, sich viele Gedanken macht und total viel Input liefert." Dementsprechend passe kein Blatt zwischen Trainer und Mannschaft: "Da kann ich auch für die anderen sprechen. Die Beziehung zwischen Trainer und Team ist auf jeden Fall intakt."

Selimbegovic haderte nach der Partie, wie sein Schützling Scepanik mit dem Spielverlauf. "Wir sind gut reingekommen und kriegen dann wieder die kalte Dusche. Das ist bei uns immer das Gleiche", so der frustrierte Coach. "Das 0:3 hört sich brutal an, aber ich kann der Mannschaft nicht vorwerfen, dass sie nicht wollte. Wir haben alles außer Tore auf unserer Seite gehabt."

Wie soll es jetzt also weitergehen? "Es gibt jetzt keinen Hokus Pokus. Wir müssen es mit Glaube und allem was wir haben, irgendwie drehen. Wir brauchen einfach einen dreckigen Sieg, irgendwo, irgendwie." Die Chance dazu bietet sich bei der Zweitvertretung der TSG Hoffenheim (Samstag, 14 Uhr, LIVE! bei kicker). Und die sollte die Alemannia wahrnehmen, sonst könnte es in den nächsten Wochen noch deutlich ungemütlicher werden, denn die nächsten Gegner haben es in sich. Mit dem TSV 1816 München und Rot-Weiss Essen kommen zwei Großkaliber auf die Aachener zu.