Die SpVgg ereilte am Freitag eine kuriose Spielabsage. Obwohl die Gästemannschaft sowie das Stadionpersonal und ein Großteil der Zuschauer bereits angereist waren, wurde das Spiel eine halbe Stunde vor dem Anpfiff wegen Unbespielbarkeit des Platzes kurzerhand abgesagt. "Der Fünfmeterraum war extrem vereist. Von daher müssen wir es auch akzeptieren, aber natürlich hätten wir gerne gespielt", so Cheftrainer Sven Bender. Inwieweit die SpVgg mit einer Rasenheizung im Stadion diese sich anbahnende Situation bei anhaltenden Minustemperaturen nicht früher hätte voraussehen können, blieb ungeklärt.
Der Drittliga-Absteiger überwintert somit auf Rang zwei mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Nürnberg II. "Insgesamt haben wir mehr geschafft als viele erwartet hätten. Mit dieser neuen Truppe sehe ich die Bilanz im Endeffekt positiv. Die Siege haben uns beflügelt, und wir hoffen, dass wir in der Rückrunde daran anknüpfen können", so Bender. Der Ex-Bundesligaprofi plant mit seiner Mannschaft noch einen Trainingsbetrieb bis 16. Dezember, bevor ab 12. Januar die Rückrundenvorbereitung startet. Dazwischen wird es in der Winterpause zu keiner größeren Personalrochade kommen. Jedoch besteht insbesondere in der Offensive noch Handlungsbedarf. "Ich denke nicht, dass wir viel machen können und machen müssen. Ich bin mit dem Kader, so wie er ist, zufrieden", so Bender.
Adu ist zurück
Ob der wieder vom FC Bayern II per Ausleihe an seiner alten Wirkungsstätte zurückgekehrte Gibson Adu bei der Behebung der gelegentlichen Hachinger Torabschluss-Schwäche mithelfen kann, ist angesichts des unstetigen Lebens des Talents offen. Der vor der Saison vom Regionalligisten an den FC Bayern verkaufte 17-Jährige wurde vom deutschen Rekordmeister aufgrund Verfehlungen am FC Bayern Campus suspendiert. Der zu seiner damaligen Hachinger Zeit jüngste Drittliga-Torschütze der 3. Liga soll unter seinem einstigen Ziehvater und SpVgg-Präsident Manfred Schwabl wieder zurück in die Spur finden. Zudem hält Haching auch im Amateurfußball in der Region Ausschau nach potenziellen Offensivkräften.
Darüber hinaus begleitet den einstigen Bundesligisten derzeit das Thema des Verkaufs des Unterhachinger Uhlsport Parks samt Grundstück und Gebäuden. Der Kooperationspartner FC Bayern dürfte hier von der Gemeinde Unterhaching als Eigentümer den Zuschlag erhalten. Die SpVgg plante den Kauf für rund 7,5 Millionen Euro netto zunächst selbst, hatte dann aber eine Vorkaufsfrist der Gemeinde aufgrund der ungeklärten Finanzierungslage im Sommer verstreichen lassen.
Die jüngste Gemeinderatssitzung brachte noch keine Entscheidung. Es soll noch Nachbesserungen am Vertragswerk geben und eine Entscheidung möglicherweise dann im Januar getroffen werden. Käme es zu einem Verkauf an den deutschen Rekordmeister, wäre das für Schwabl entgegen den zuletzt geäußerten Bedenken zweier Haching-Fanklubs stimmig. "25 Jahre nachdem Haching Bayern zum Meister gemacht hat, wäre das eine wunderbare Geschichte", so Schwabl in einem BR24-Interview.