Speziell die Art und Weise, wie sich die Unterfranken in den letzten Partien vor der Winterpause präsentierten, stellte die Regionalliga-Tauglichkeit des Kaders unter Beweis. "Endlich hat sich die Mannschaft für ihren Aufwand belohnt. Eigentlich hätten wir deutlich mehr Punkte auf dem Konto haben müssen. Aber in der Rückrunde ist noch alles für uns drin", freute sich Ljubicic.
Ein Fakt aus den letzten fünf Begegnungen der Bayern stach besonders deutlich heraus. Die Defensiv-Abteilung des letztjährigen Hessenliga-Vizemeisters zeigte sich mit nur drei Gegentreffern deutlich stabiler als in den vorausgegangenen 15 Partien. In diesen schlug es gleich 39-mal im Alzenauer Gehäuse ein. Auch die im ersten Saisondrittel gezeigten massiven Schwächen bei Standardsituationen haben sich inzwischen weitestgehend stabilisiert. "Ich bleibe dabei. Gerade defensive Eckbälle kann man nicht trainieren. Es ist eine Sache des Willens, ob man den Ball unbedingt verteidigen will", ist Ljubicic überzeugt.
Aktuell dürfen sich die Alzenauer über eine wohlverdiente Ruhepause freuen. "Die Jungs haben nach dem Match in Freiburg erst einmal 14 Tage Pause und sollen komplett runterfahren", so der Plan des Ex-Profis. Am 21. Dezember stieg die Elf um Kapitän Marcel Wilke mit individuellen Laufplänen wieder in das Training ein, am 10. Januar fällt der offizielle Startschuss für die Rückrundenvorbereitung. Ein Teil des Kaders wird an diesem Tag beim traditionellen Brass-Hallencup in Aschaffenburg auflaufen, die restlichen Spieler werden zur ersten Freiluft-Einheit gebeten. Der Höhepunkt der Vorbereitung findet am 31. Januar statt, wenn der Liga-Rivale Kickers Offenbach zum Testspiel am Prischoß erwartet wird.
Zu großer Kader
In puncto Personalplanung wird es im Alzenauer Aufgebot mit Sicherheit Veränderungen geben. Genaueres wollen Vereinschef Andreas Trageser und Ljubicic aber erst nach dem Jahreswechsel bekannt geben. Dass der Kader insgesamt zu groß ist und sich so im ersten Saisonabschnitt zu wenig Stabilität innerhalb der Startformation entwickelt hat, räumt Ljubicic ein. "Deswegen werden wir uns auch ganz genau anschauen, wer im Falle eines möglichen Abstiegs bereit ist, auch in der Hessenliga weiter für den FC Bayern Alzenau zu spielen." Ein Kandidat, welcher die Weiß-Blauen in der Winterpause möglicherweise verlassen könnte, dürfte Robin Rosenberger sein. Der 21-Jährige Neuzugang vom TSV Schott Mainz kam bisher erst zu zwei Kurzeinsätzen in Großaspach und gegen Walldorf und konnte nicht überzeugen.
Neben den positiven sportlichen Entwicklungen gab es auch negative Nachrichten zu verkraften. Der von Trageser anvisierte Bauantrag zum Aus- und Umbau der MaiRec-Arena und dem gesamten Umfeld wurde vom Alzenauer Stadtrat mit großer Mehrheit abgelehnt. "Absolut unverständlich, da auf die Stadt keinerlei Kostenrisiko zugekommen wäre", ärgert sich der Funktionär über die Kommunalpolitiker. Vielmehr hätten Fördermaßnahmen und eigene Mittel des Vereins die Maßnahmen finanziell abgesichert. Ob und wann die geplanten baulichen Veränderungen nun umgesetzt werden, muss zunächst abgewartet werden.