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Der Spielplan spricht für einen baldigen Leaderwechsel und eine Berner Serie dürfte reissen

kicker

FC Winterthur

Das Team mit der höchsten Stadionauslastung verabschiedet sich

Die Ausgangslage vor der zweiten Saisonhälfte stellt für den FC Winterthur eine Herkulesaufgabe dar. Mit einem Handicap von sieben Punkten startet der FCW in die zweite Hälfte der Spielzeit. Soll es mit dem Klassenerhalt klappen, sind von Trainer Patrick Rahmen ähnliche Wunderdinge gefordert, wie in der Saison 2023/24, als er die Mannschaft von der Schützenwiese in die Championship Group geführt hat. Trotz grösstenteils ausbleibender Resultate ist die Unterstützung der Fans ungebrochen. Mit 93 Prozent verfügt der FCW derzeit über die höchste Stadionauslastung. Zumindest diesen Spitzenplatz wird Winterthur trotz des drohenden Abstiegs verteidigen.

Grasshopper Club Zürich

Plötzlich spielen die Hoppers um einen Titel

In einem ähnlichen Artikel vor dem Saisonstart haben wir dem Grasshopper Club Zürich eine gesteigerte Attraktivität attestiert. Auch wenn es die Ligatabelle bisher nicht hergibt, haben sich die Auftritte der Hoppers unter Trainer Gerald Scheiblehner gewandelt. Die junge Mannschaft bezahlt aber häufig Lehrgeld. So bleibt in der Meisterschaft der Kampf um den Klassenerhalt die Realität. Im Cup trifft GC im Viertelfinale zuhause auf den FC Sion, es soll eine Revanche für die beiden knappen 0:1-Niederlagen in der Meisterschaft her. Wir trauen der jungen Truppe gar noch mehr zu, denn nach dem Spiel gegen Sion stehen die Hoppers bereits im Halbfinale. Etwas Losglück und einen beherzten Auftritt später, spielt der Rekordmeister und Rekordcupsieger im Mai prompt um einen Titelgewinn.

Servette FC

Ein starker Frühling bringt unter dem Strich nur Rang sieben

Die Sommerthese, dass Thomas Häberli beim Servette FC als erster Trainer seinen Spind räumen muss, ist tatsächlich eingetreten. Sein Nachfolger Jocelyn Gourvennec hat es allerdings auch nicht geschafft, die Grenats in eine internationale Ligaphase zu führen. Auch im Cup bedeutete die zweite Runde bereits Endstation. Somit liegt der Fokus der Genfer voll auf der Meisterschaft. Wir trauen dem Servette FC, wenn die Temperaturen wieder wärmer werden, eine deutliche Steigerung zur ersten Saisonhälfte zu. Der Effort des SFC wird allerdings zu spät kommen, für den Sprung in die Championship Group reicht es nicht, somit resultiert am Ende der siebte Schlussrang. Dennoch wird die Mannschaft langfristig von der Entwicklung während der Rückrunde profitieren.

FC Lausanne-Sport

Die europäische Reise geht noch weiter

Der 5:0-Sieg gegen die Young Boys und der 5:1-Erfolg gegen den FC Basel waren grosse Ausrufezeichen des FC Lausanne-Sport. Gleichwohl sind die Waadtländer in der Tabelle weiter hinten klassiert, als sie es anstreben. Einen definitiv nicht zu vernachlässigenden Einfluss hat die Mehrfachbelastung darauf. International präsentierte sich Lausanne-Sport stark. Am Ende der Ligaphase hat nur wenig zum direkten Einzug ins Achtelfinale der Conference League gefehlt. Mit Zrinjski Mostar oder Sigma Olomouc warten in den K.-o.-Runden-Playoffs lösbare Aufgaben. Deshalb glauben wir, dass die europäische Reise für die Lausanner noch weitergehen wird - zumindest bis ins Achtelfinale.

FC Luzern

Die Wege des FC Luzern und von Mario Frick trennen sich

Der Blick auf die Tabelle nach Expected Points dürfte die Leuchtenstädter schmerzen. Der FC Luzern steht dort nämlich an fünfter Stelle. Somit ist der FCL statistisch somit hinter dem Servette FC der zweitgrösste Underperformer der Hinrunde. In der Realität hat die Situation so zwischenzeitlich gar gefährlich ausgeschaut, der 4:0-Sieg vor der Winterpause in Lausanne war ein wichtiger Befreiungsschlag, um Luft auf den Barrage-Rang zu erhalten.

Auswärts gegen den FC Stade-Lausanne-Ouchy bietet sich dem FCL im Cup eine günstige Ausgangslage für den Einzug ins Halbfinale. In der Super League müsste ein Ruck durch die Mannschaft gehen, um sich wirklich nach vorn orientieren zu können. Am Ende dürfte der FCL nichts mit dem Abstiegskampf am Hut haben. Dennoch wird sich irgendwann abzeichnen, dass es Mario Fricks letzte Saison beim FCL sein wird. Nach fünfeinhalb Jahren wird die Ära einvernehmlich zu Ende geführt.

FC Zürich

Der FCZ geht als einziges Team ein zweites Mal auf Trainersuche

Beim FC Zürich möchte keine Ruhe einkehren. Von Sportchef Milos Malenovic hat sich der Stadtclub in dieser Winterpause getrennt. Noch ist diese Schlüsselposition nicht langfristig besetzt worden. Dafür wurde an der Seitenlinie Interimstrainer Dennis Hediger zum Cheftrainer befördert. Seine Aufgabe in der Rückrunde wird allerdings nicht einfacher, bislang überwiegen die Abgänge, allen voran jener von Steven Zuber. Ob dieses Umfeld ideal für erfolgreichen Fussball ist, darf bezweifelt werden.

Der FC Zürich steht wohl vor einer schwierigen Rückrunde, die Gefahr, plötzlich in der Tabelle weiter abzurutschen, ist gegeben. Eine ausstehende Neubesetzung des Sportchefpostens und sportlich potenziell schwierige Monate veranlassen uns zur These, dass der FC Zürich als einzige Mannschaft ein zweites Mal auf Trainersuche gehen wird.

FC Sion

Anthony Racioppi drängt sich für die WM auf

Die Zeit bis zur Weltmeisterschaft ist mittlerweile knapp und dennoch sind im Fussball immer wieder Überraschungen möglich. Gregor Kobel ist im Schweizer Nationalteam als Nummer eins gesetzt, dahinter übernimmt wohl Yvon Mvogo die Rolle des Backups. Was spricht dagegen, als dritten Torhüter einen formstarken Keeper aus der heimischen Liga zu nominieren? In der Hinrunde war Anthony Racioppi unter ansprechender Konkurrenz der stärkste Torhüter der Super League. Tritt der 27-Jährige weiterhin so überzeugend auf, lohnt sich die Rückkehr in die Super League vielleicht doppelt. Racioppi hat womöglich das Zeug dazu, sich die Gunst von Nationaltrainer Murat Yakin zu erspielen. Im Herbst 2023 hat er schon zweimal dem Schweizer Aufgebot angehört.

BSC Young Boys

Die zwölfjährige Europacup-Serie endet

Die Young Boys haben eine Hinrunde mit Höhen und Tiefen hinter sich. In der Europa League fehlt punktemässig nur noch wenig für den Einzug in die K.-o.-Runde. In der Liga liegen die Berner nach zwei Niederlagen unmittelbar vor der Winterpause wieder elf Punkte hinter der Spitze. Mit der Rückkehr von Meistertrainer Gerardo Seoane haben die Young Boys Mut gefasst, in den Resultaten schlägt sich bislang aber noch keine Aufwärtstendenz nieder. Wir prognostizieren, dass die Konkurrenz nicht nur im Meisterrennen, sondern auch im Rennen um die vier Europacup-Startplätze für die Berner diese Saison zu stark ist. Damit würde eine seit der Saison 2014/15 anhaltende Serie von Teilnahmen an den internationalen Qualifikationsrunden abreissen.

FC Basel 1893

Die Verteidigung des Doubles schlägt fehl

National hat der FC Basel in der vergangenen Spielzeit unter Fabio Celestini das Maximum herausgeholt. Als Meister und Cupsieger möchte der FC Basel vorzugsweise gleich beide Titel verteidigen und gleichzeitig möglichst lange im internationalen Geschäft mitmischen. Auf drei Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen, geht aber auch am FCB nicht spurlos vorbei, das hat die Hinrunde bereits gezeigt. Ein Blick auf die Tabelle nach Expected Points zeigt, dass statistisch die Basler die Liga eigentlich anführen müssten. Sicherlich ist es den Bebbi zuzutrauen, das Handicap von acht Punkten aufzuholen. Weil dies nichtsdestotrotz ein schwieriges Unterfangen ist und das Auswärtsspiel im Cup-Viertelfinale in St.Gallen ein ganz heisser Tanz wird, gehen wir davon aus, dass es nicht erneut zum Double reichen wird.

FC Lugano

Die Bianconeri klettern an die Tabellenspitze

Der FC Lugano liegt derzeit sieben Punkte hinter der Tabellenspitze zurück. Anders als die übrigen Verfolger aus Bern, Basel und St.Gallen sind die Tessiner aber nur noch in der Super League aktiv, das ist einem sehr verhaltenen Saisonstart zuzuschreiben. Die formstärkste Mannschaft vor der Winterpause hat sicherlich die Ambition, möglichst bis zum Ende der Saison an der Spitze mitzumischen. Der Spielplan dürfte der Mannschaft von Mattia Croci-Torti den Einstieg ins neue Jahr erleichtern. Von den ersten acht Gegnern in den nächsten Meisterschaftsrunden treffen die Luganesi einzig auf den FC Basel aus der oberen Tabellenhälfte. Gleich sieben Duelle gegen auf dem Papier schwächere Gegner sollten es den Bianconeri ermöglichen, in dieser Rückrunde zumindest temporär an die Tabellenspitze zu klettern. Aber aufgepasst, im März zieht der Spielplan dann rasant an.

FC St.Gallen 1879

Alessandro Vogt krallt sich die Torjägerkrone

In der bereits angesprochenen Version vor der Saison haben wir einen anderen jungen Schweizer Stürmer den grossen Durchbruch zugetraut. Es sollte dann aber nicht Sion-Offensivmann Winsley Boteli, sondern FCSG-Stürmer Alessandro Vogt sein, der in der Hinrunde die Schlagzeilen geprägt hat. Der 20-Jährige hat nach dem Abgang von Willem Geubbels das Vertrauen erhalten und dies mit bislang acht Meisterschaftstoren zurückgezahlt. Vogt ist körperlich robust, schnell und hat diesen Torinstinkt, der so vieles ausmachen kann. In der Torjägerliste liegt er zurzeit drei Treffer hinter dem YB-Duo Chris Bedia und Christian Fassnacht zurück. Wir trauen dem Youngster zu, nochmals zuzulegen und sich in der Rückrunde zur Torjägerkrone zu schiessen.

FC Thun

Das Märchen des Aufsteigers führt nach Europa

Wenn in diesem Artikel immer wieder die Thesen vor dem Saisonstart erwähnt werden: Bei keiner anderen Prognose liegt die Realität wohl so weit entfernt von der Einschätzung. Der FC Thun hat in dieser ersten Saisonhälfte schlichtweg alle überrascht und damit über die Landesgrenzen hinweg begeistert. Die These, dass der Aufsteiger zumindest in der Heimtabelle die Saison nicht auf den Abstiegsrängen beenden wird, ist viel zu bescheiden gewesen. In Thun darf man träumen. Der ganz grosse Coup wird es womöglich nicht werden, selbst wenn gemäss Opta einem Thuner Meistertitel bereits eine Wahrscheinlichkeit von 40.4 Prozent zugeschrieben wird.

Mauro Lustrinelli, der mit Thun 2005/06 einst in der Königsklasse gespielt hat, wird mit den Berner Oberländern ein Europacup-Ticket einspielen. Dafür wäre eine Klassierung auf den vordersten drei Positionen notwendig. Sollte der Cupsieger eines der besten drei Teams der Super League sein, würde auch Rang vier ausreichen.