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Bayers "Schläfrigkeit" als Knackpunkt: Andrichs deutliche Kritik am eigenen Auftritt

kicker

Gefragt nach den Gründen für die deutliche und verdiente 1:4-Pleite vor eigenem Publikum, musste Robert Andrich gar nicht lange überlegen: Eine gewisse "Schläfrigkeit" hatte der 31-Jährige bei seinem Team ausgemacht - was den Leverkusener Kapitän durchaus nervte.

"Wir waren nie so richtig da", kritisierte Andrich den Auftritt gegen den VfB Stuttgart bei Sky. "Wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die so aggressiv nach vorne spielt, dann musst du die Duelle ganz anders angehen." Genau in diesem Zweikampfverhalten aber sah der 19-malige Nationalspieler den Knackpunkt: "Es gab viele Duelle, die wir nicht angenommen, die wir verweigert haben."

In eine ganz ähnliche Kerbe schlug auch Keeper Mark Flekken. "Wir haben die ersten 45 Minuten ganz klar verschlafen", analysierte der 32-Jährige, der "zu viele einfache Fehler" bemängelte. Und: Bayer sei "nicht da gewesen in den Zweikämpfen. Wenn du eine Mannschaft mit so einer Qualität einlädst, dann wird es sehr schwierig."

Kein Glück erarbeitet

Das Thema Zweikämpfe zog sich durch die Analysen von Andrich, Flekken oder auch Cheftrainer Kasper Hjulmand wie ein roter Faden. Bei den vier Gegentoren in Hälfte eins sah die Bayer-Defensive zum Großteil schlecht aus, hinzu kamen viele Ballverluste im Aufbau gegen die hoch attackierenden Schwaben, "die eklig Eins-gegen-eins über den ganzen Platz verteidigen", wie es Andrich ausdrückte.

Überrascht sei man auf Leverkusener Seite von der Herangehensweise des VfB nicht gewesen, aber eine Antwort hatte die Werkself trotzdem nicht gefunden. Im zweiten Durchgang, als das Spiel quasi schon gelaufen war, zeigte Bayer immerhin noch Lebenszeichen. Doch das Loch, das man sich in den ersten 45 Minuten selbst gegraben hatte, war zu tief. Erst zum dritten Mal in seiner Bundesliga-Historie lag Leverkusen zur Pause mit 0:4 hinten, erstmals zuhause. Am Ende stand die höchste Bundesliga-Heimniederlage seit August 2022 (0:3 gegen Hoffenheim).

"Zwei, drei gute Möglichkeiten" hatte Andrich für seine Farben gezählt, darunter auch eine im ersten Durchgang: "Wenn wir beim Stand von 0:2 das Tor machen, dann bekommst du die Chance, anders in das Spiel reinzukommen." In dieser Szene - Ezequiel Fernandez war mit seinem noch tückisch abgefälschten Schuss am glänzend reagierenden Alexander Nübel gescheitert - und auch in Hälfte zwei habe vereinzelt auch das berühmte Quäntchen Glück gefehlt - "aber das kann man auch nicht haben, wenn man so in den Zweikämpfen agiert".

Flekken fordert "schnell ein anderes Gesicht"

Das Fehlen einiger Stammspieler wie Ibrahim Maza oder Edmond Tapsoba, die beim Afrika-Cup weilen, oder Patrik Schick, der kurzfristig aufgrund von leichten muskulären Problemen gepasst hatte, wollte Andrich dabei nicht als Ausrede gelten lassen. Und wiederholte sein Mantra: "Da geht es nicht um die fußballerische Qualität, die fehlt, sondern um das Zweikampfverhalten."

Schick könnte in der nun anstehenden englischen Woche immerhin wieder eine Option sein (Hjulmand: "Das hoffe ich"). Bei den Afrika-Cup-Rückkehrern - für Maza war am Samstag mit Algerien im Viertelfinale Schluss (0:2 gegen Nigeria) - handele es sich jeweils um eine "individuelle Entscheidung", wann sie wieder der Werkself zur Verfügung stehen.

Sicher ist nur: Leverkusen muss beim Auswärtsspiel in Hamburg (Dienstag um 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) "schnell ein anderes Gesicht zeigen", wie Flekken betonte.