Der FC Arsenal ist nach 20 Jahren wieder dabei, doch das Ungewöhnlichste am Champions-League-Finale 2026 ist dessen Anstoßzeit: Die Gunners treffen an diesem Samstag, 30. Mai, in Budapest nicht um 21 Uhr auf Titelverteidiger Paris Saint-Germain, sondern bereits um 18 Uhr. Das hatte die UEFA bereits kurz vor der Auslosung der Ligaphase im vergangenen August bekannt gegeben.
In der Regel finden Spiele der Königsklasse um 21 Uhr statt, so auch sämtliche Viertel- und Halbfinalpartien, ebenso die Endspiele in Europa und Conference League. Warum geht die UEFA seit diesem Jahr im Champions-League-Finale einen neuen Weg?
Vorteil für Fans, Budapest - und die TV-Sender?
"Mit dieser Änderung stellen wir das Fanerlebnis in den Mittelpunkt unserer Planung. Das Finale der UEFA Champions League ist der Höhepunkt der Fußballsaison, und die neue Anstoßzeit wird es für alle Beteiligten noch zugänglicher, integrativer und eindrucksvoller machen", erklärte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.
Nach Verbandsangaben erleichtert der frühere Anpfiff "Logistik und Abläufe" rund um das Finale, gleichzeitig komme er den Fans und den Austragungsstätten zugute. "Während ein Anpfiff um 21 Uhr MEZ für Spiele unter der Woche gut geeignet ist, bedeutet ein früherer Anpfiff am Samstag für das Finale ein früheres Ende - unabhängig von Verlängerung oder Elfmeterschießen - und bietet den Fans die Möglichkeit, den Rest des Abends mit Freunden und Familie zu genießen und über das Spiel der Saison nachzudenken", so Ceferin weiter.
Fans vor Ort könnten außerdem nach dem Schlusspfiff leichter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln abreisen. Und den Gastgeberstädten prophezeit die UEFA "einen positiven wirtschaftlichen Effekt, da die Fans nach dem Spiel die Möglichkeit haben, weiterzufeiern".
Doch auch ihre TV-Partner hat die UEFA mit der Neuerung im Blick. "Die neue Anstoßzeit entspricht besseren Übertragungszeiten, um das Endspiel weltweit noch mehr Zuschauer/-innen an den Bildschirmen und im Internet zugänglich zu machen", schreibt der Verband. "Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf jüngeren Zuschauerinnen und Zuschauern."
Fan-Vereinigung begrüßt Neuerung
Die "Football Supporters Europe" (FSE), die größte europäische Vereinigung von Fußballfans, hatte die neue Anstoßzeit begrüßt. "Dies ist ein willkommener Schritt für Fans, den wir voll und ganz unterstützen", betonte Geschäftsführer Ronan Evain im vergangenen August. "In den letzten Jahren hat Football Supporters Europe eng mit der UEFA zusammengearbeitet, um das Fanerlebnis bei den Klubwettbewerbsendspielen zu verbessern. Diese Änderung spiegelt die Berücksichtigung der Bedürfnisse der Fans wider."