Zwei von drei Schritten sind für den englischen Fußball bereits getan. Am Mittwoch vor einer Woche triumphierte schließlich Aston Villa im Finale der Europa League. In Istanbul ließ die turmhoch überlegene Mannschaft von Trainer Unai Emery dem Bundesligisten SC Freiburg nicht den Hauch einer Chance. Der erste europäische Titel in dieser Saison ging durch das 3:0 an die Premier League.
Und die finanzstärkste Liga der Welt legte direkt nach und stellt nach diesem Mittwochabend auch wie schon im vergangenen Jahr (Chelseas 4:1-Erfolg über Real Betis Sevilla) den Champion der Conference League. In der Leipziger Red Bull Arena schlug Crystal Palace den spanischen Herausforderer Rayo Vallecano knapp wie verdient mit 1:0, das Tor des Tages markierte Ex-Mainzer Jean-Philippe Mateta.
Trainer Oliver Glasner, der Palace im kommenden Sommer definitiv verlassen wird und eine neue Herausforderung sucht, krönte damit seine famose Amtszeit bei den Eagles. Hatte der gebürtige Salzburger in seiner ersten Saison den äußerst überraschenden FA-Cup-Triumph gegen Manchester City (1:0) und im Anschluss den Community-Shield-Gewinn gegen den nächsten klaren Favoriten (3:2 im Elfmeterschießen gegen Liverpool) gelandet, ließ der ehemalige Frankfurter und Wolfsburger Coach nun seinen dritten Titel folgen.
Damit rückte der englische Europapokal-Dreierpack in diesem Jahr noch näher. Die Chance auf etwas ganz Besonderes ist nur noch einen Finalsieg entfernt.
Denn erst ein einziges Mal ist es einer Liga geglückt, im selben Jahr gleich drei europäische Trophäen ins eigene Land zu holen: 1990 dominierte die Serie A in Europa. Die AC Mailand (Europapokal der Landesmeister), Juventus Turin (UEFA-Cup) und Sampdoria Genua (Europapokal der Pokalsieger) lehrten der damaligen Konkurrenz das Fürchten.
Drei Finals - und alle drei gehen verloren
Kurioserweise ist auch die Serie A die einzige Liga, die es seit Einführung der Conference League geschafft hat, im selben Jahr drei Finalisten zu stellen. In der Saison 2022/23 stießen Inter in der Champions League, die Roma in der Europa League und Florenz in der Conference League bis ins Endspiel ihrer Wettbewerbe vor - nur um jeweils zu unterliegen.
Dieses Schicksal kann die Premier League nach dem Coup von Aston Villa beziehungsweise Crystal Palace schon nicht mehr ereilen. Trotzdem ist der europäische Hattrick alles andere als ein Selbstläufer. Im Champions-League-Finale am kommenden Samstag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) bekommt es der frisch gebackene englische Meister Arsenal schließlich mit Top-Favorit, Titelverteidiger und Bayern-Bezwinger Paris Saint-Germain zu tun.