Auf den bitteren Nackenschlag in der Nachspielzeit gegen die Elfenbeinküste folgte für Gabuns Nationalteam bald der nächste Schock. Statt ruhigem Aufarbeiten der enttäuschenden Auftritte beim Afrika-Cup zog Sportminister Dr. Simplice-Desiré Mamboula direkt einen Schlussstrich und entließ den gesamten Trainerstab. Ebenfalls wurde bekannt, dass Kapitän Pierre-Emerick Aubameyang und Vize-Kapitän Bruno Ecuele Manga von ihren Aufgaben entbunden wurden.
Besonders um Marseille-Stürmer Aubameyang drehten sich die Schlagzeilen schon vor dem Anpfiff des letzten Gruppenspiels gegen die Elfenbeinküste. Nachdem Gabuns Ausscheiden bereits festgestanden hatte, reiste der ehemalige Dortmunder vorzeitig ab und verzichtete aufgrund von Oberschenkelproblemen auf einen Einsatz. So dürfte die enttäuschende Niederlage gegen Mosambik am 28. Dezember wohl sein letzter Auftritt im Nationaltrikot gewesen sein. Der 36-Jährige hatte bereits vor Turnierstart mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, seine Einsätze im Gabun-Trikot wurden bei seinem Klub in Marseille mit großer Sorge begleitet.
Schon in der Vergangenheit hatte es zwischen Aubameyang und dem Verband Gabuns einige Auseinandersetzungen gegeben, so erklärte er bereits nach dem Afrika-Cup 2022 in Kamerun seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, um 2023 sein Comeback zu feiern. Gabun-Coach Thierry Mouyouma zeigte vor dem Spiel gegen die Elfenbeinküste Verständnis für die Abreise seines Kapitäns und begründete es als vorsorgliche Maßnahme, um sich bei OM behandeln zu lassen. Mit Kritik am französischen Klub, der sich verwundert über die frühe Einwechslung trotz der Beschwerden im ersten Spiel gegen Kamerun gezeigt hatte, sparte er allerdings nicht.
Viele Fragen bleiben noch offen
Eine Zukunft scheint es weder für Mouyouma noch Aubameyang in der Nationalmannschaft zu geben. Sportminister Mamboula bestätigte gegenüber einheimischen Medien, dass der gesamte Trainerstab entlassen und die Nationalmannschaft auf unbestimmte Zeit suspendiert sei. Welche Folgen daraus genau entstehen und wann eine Nachfolgelösung auf dem Trainerposten präsentiert werde, darüber machte Mamboula keine Angaben.
Mouyouma hatte die Nationalmannschaft im November 2023 übernommen und sie souverän zum Afrika-Cup in Marokko geführt. Im Rennen um die WM-Tickets für 2026 war Gabun ebenfalls lange gut dabei, in den Play-offs im November 2025 mussten sich die "Panther" allerdings Nigeria geschlagen geben.
Für Ende März 2026 sind bereits die ersten Spiele in der Qualifikation für den Afrika-Cup 2027 angesetzt. Wer dann als Coach an der Seitenlinie steht und welche Spieler überhaupt noch nominiert werden können, ist aktuell unklar.