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Die Richtung stimmt, nur die Schrittlänge nicht: St. Pauli II muss sich schneller steigern

kicker

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt... Auf dieses könnte der Nachwuchs des FC St. Pauli sicher gern verzichten: Die Rote Laterne der Regionalliga Nord hängt weiterhin bei den Braun-Weißen. Das 1:1 im Nachholspiel gegen den VfB Oldenburg am Dienstag war bereits das siebte Spiel in Folge ohne Sieg. "Am Ende des Tages sind wir sehr glücklich mit dem Punkt", kommentierte Interimstrainer Karsten Neitzel, der den erkrankten Benny Hoose vertritt.

Grundsätzlich ist es ja ein gutes Zeichen, sich an den Profis im eigenen Verein zu orientieren - doch in diesem Fall geht dies eher nach hinten los, kassierten jene doch zuletzt neun Bundesliga-Niederlagen hintereinander und könnten am Freitag auch die Rote Laterne übernehmen. Das Leben als St.Pauli-Fan ist derzeit nicht gerade leicht - man stelle sich vor, jener wäre auch noch Anhänger der Basketballer der Hamburg Towers (und da gibt es einige Überschneidungen): Diese haben gerade saisonübergreifend 21 Niederlagen in Folge kassiert.

Entwicklung erkennbar

Am Dienstag herrschte bessere Laune beim Kiezklub - auch beim Nachwuchs, denn wie schon gegen die Top-Favoriten Emden und Meppen holte St. Paulis Nachwuchs ein 1:1 gegen den Titelkandidaten aus Oldenburg. Fast hätte es dieses Resultat vor vier Wochen auch noch beim Tabellenzweiten Drochtersen/Assel gegeben, ehe in der 86. Minute noch der Siegtreffer für die Niedersachsen fiel. Gerade dort war nach dem chancenlosen 0:5 im Hinspiel zu erkennen, dass sich das Team auf dem richtigen Weg befindet - die Frage ist nur, ob dieser noch rechtzeitig eingeschlagen wurde.

Dass sich die zweiten Mannschaften der Profivereine immer erst einmal entwickeln müssen, gehört zu jeder Saison. Allerdings wurde die Entwicklung dadurch erschwert, dass die Leistungsträger Julian Ulbricht (aktuell 19 Tore für Meppen) und Johann von Knebel (TuS Dassendorf) abgegeben wurden und somit in Luca Günther nur noch ein älterer Akteur zur Verfügung stand. So sank der Altersdurchschnitt auf 20,4 Jahre. Hinzu kamen viele Verletzungen, was dazu führte, dass bereits 31 Spieler eingesetzt wurden.

„Die Jungs haben gezeigt, dass sie mit dem Ball umgehen und gefährliche Aktionen kreieren können, aber da haben wir noch Luft nach oben.“ (Karsten Neitzel über die Offensivprobleme seiner Mannschaft)

Das größte Problem ist die Offensive. Gerade mal 22 Treffer stehen zu Buche, und dies liegt nicht allein an der Chancenverwertung. Oft werden sich zu wenig Möglichkeiten erarbeitet, die Spielfreude ist selten zu erkennen. "Die Jungs haben gezeigt, dass sie mit dem Ball umgehen und gefährliche Aktionen kreieren können, aber da haben wir noch Luft nach oben", kommentierte Neitzel.

Romeo Aigbekaen, der eigentlich für die Profis vorgesehen war, kommt überhaupt nicht in Schwung, Bennet Winter fehlt nach seiner Knie-OP noch bis zur Winterpause, und so gehört Profi-Leihgabe Erik Ahlstrand trotz seiner sporadischen Einsätze zu den besten Torschützen - dabei ist der Schwede alles andere als ein Stürmer.

Dagegen gibt es hinten wenig Probleme, auch wenn Profi-Torwart Simon Spari nach seinem Riss der Syndesmose lange ausfällt: Sein Vertreter Melvin Witte debütierte stark, hielt gegen Lübeck einen Elfmeter und zeigte auch vier Tage später sensationelle Paraden - und das im Alter von 17 Jahren.

1:1-Heimserie durchbrechen

Am Ende zählen allerdings trotz der Fortschritte nur die Punkte. Und so besteht am Sonntag im dritten Heimspiel binnen einer Woche die nächste Chance, die 1:1-Serie zu durchbrechen. Allerdings werden die Aufgaben nicht leichter, heißt der Gegner doch Jeddeloh. Und danach wartet noch das Derby gegen den HSV II.