Dennis Geiger steht vor einem für ihn großen Schritt und Schnitt. Denn der 27-Jährige hat im Leistungsfußball noch nie irgendwo anders gespielt als in Hoffenheim. Seit 2009 gehört das Eigengewächs aus dem nahegelegenen Mosbach der TSG an, nun bahnt sich der erste Wechsel an für den defensiven Mittelfeldspieler, der vor dieser Saison bei seinem Heimatverein aussortiert wurde und seither keine Rolle mehr spielt.
Nach AEK lockt nun Panathinaikos
Auch im Sommer hatte es wohl schon Kontakte nach Griechenland gegeben, seinerzeit soll sich AEK Athen sehr um Geiger bemüht haben. Nun steht wohl der Lokalrivale auf der Matte. Nach kicker-Informationen hat Panathinaikos Athen seine Fühler nach Geiger ausgestreckt. Der Klub, der aktuell auf Platz 5 rangiert und um den Anschluss zur Spitzengruppe ringt, sucht dazu einen Achter für die Zentrale.
Dem Vernehmen nach soll es bereits konkrete Gespräche gegeben haben, um den einstigen U-21-Nationalspieler Deutschlands zu verpflichten. Aber auch der niederländische Tabellendritte Ajax Amsterdam soll sich nach Geiger erkundigt und die Rahmenbedingungen eines möglichen Transfers ausgelotet haben. Auch weitere Klubs aus dem In- und Ausland sind wohl hellhörig geworden.
Seit 2009 spielt Geiger für die TSG
Dabei dürfte es in jedem Fall zunächst auf eine Leihe hinauslaufen, schließlich hat der Umworbene im vergangenen Mai sein letztes Pflichtspiel absolviert. Demnach könnten sich interessierte Klubs eine Kaufoption für den Sommer sichern, sollte sich der Wechsel für alle Seiten bezahlt machen. Geiger steht formal noch bis 2027 in Hoffenheim unter Vertrag.
Im Zuge des kategorischen Schnitts und Neuanfangs bei der TSG war auch Geiger der Umstrukturierung zum Opfer gefallen. Wohl weniger auf Betreiben von Trainer Christian Ilzer oder Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker, sondern eher seitens des Klubs, der einen Schlussstrich ziehen wollte. Überraschend war Geiger dann der Fraktion der damals längst aussortierten Kollegen Florian Grillitsch und Mergim Berisha zugeordnet worden und fortan außen vor. Grillitsch ist mittlerweile weg (SC Braga), Berisha (wie Geiger 27 und noch bis 2027 gebunden) ebenfalls noch da.
Durchbruch in der Saison 2017/18
Lange war Geiger als Vorzeigeprofi und -projekt des kraichgauer Bundesligisten geführt und gefeiert worden. Bereits 2009 war das Talent vom SV Alemannia Sattelbach in die Hoffenheimer Talentschmiede gewechselt und hatte wie auch für den DFB sämtliche Nachwuchsteams durchlaufen. Vor zehn Jahren debütierte das Eigengewächs im Herrenbereich zunächst in der Regionalligamannschaft, doch bereits in der Saison 2017/18 wurden 27 Profispiele für Geiger registriert, darunter 22 in der Bundesliga und fünf auf europäischer Bühne.
Doch immer wieder wurde Geigers Entwicklung von Blessuren und hartnäckigen Verletzungen gebremst. Vor allem eine später erneut aufgebrochene Oberschenkelverletzung samt Sehnenanriss machte dem aggressiven Zweikämpfer fast zwei Jahre lang zu schaffen.
Verlängerung statt Wechsel nach Frankfurt
Dennoch kämpfte sich Geiger zurück und war vor drei Jahren mit damals auslaufendem Vertrag heftig von Eintracht Frankfurt umworben worden, hatte sich dann aber doch entschieden, bei der TSG zu verlängern, nun freilich als einer der Top-Verdiener. Es folgte ein Jahr des Rückschlages mit nur drei Einsätzen. In der vergangenen Spielzeit aber verbuchte Geiger wieder 25 Pflichtspiele.
Sein 147. und womöglich letztes Pflichtspiel für die TSG hatte Geiger am fianlen Spieltag der Vorsaison absolviert, damals stand er beim 0:4 gegen den FC Bayern noch an der Seite von Anton Stach und Tom Bischof in der Hoffenheimer Startelf. Es dürfte sein Abschiedsspiel gewesen sein.