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Glasner zeigt Gnade für Sosa - und beruhigt seine Frau

kicker

Die Crystal-Palace-Profis sind gerade so gut drauf, dass selbst Oliver Glasner manchmal nicht mehr mitkommt. "Das war zu schnell für mich, ich bin ein alter Mann", grinste der Trainer, als er nach dem Conference-League-Auftaktsieg bei Dynamo Kiew von TNT Sport auf das Tor zum 2:0-Endstand angesprochen wurde. Angreifer Yeremy hatte es mit einem furiosen Dribbling auf der linken Seite eingeleitet. "Ich werde es mir am Fernseher noch mal anschauen."

Dass just Eddie Nketiah Yeremys Vorarbeit veredelte, der planmäßig für den zur Pause ausgewechselten Jean-Philippe Mateta eingewechselt und wenig später wegen einer haarscharfen Abseitssituation noch vom Torjubel abgehalten worden war, passt zur derzeitigen Lage bei Palace. Was auch immer Glasner sich überlegt, es funktioniert. Seit 19 Pflichtspielen sind die Eagles nun ungeschlagen, was nicht nur die längste Serie der 120-jährigen Klubgeschichte ist, sondern auch die längste derzeit laufende in Europas Top-5-Ligen. Auf dem Weg sammelten sie mit FA Cup und Community Shield die ersten Titel überhaupt ein.

Obwohl mit Eberechi Eze der wohl wichtigste Offensivmann der Vorsaison zu Arsenal gewechselt ist und es das Startprogramm in sich hatte, macht Palace einfach weiter. In diesem Kalenderjahr haben in der Premier League nur Liverpool, Arsenal und Manchester City mehr Punkte geholt als der vergleichsweise kleine Klub aus Südlondon. "Es ist einfach eine tolle Phase für uns, wir genießen sie alle", sagte Glasner, findet die Ungeschlagen-Serie aber "nicht wichtig", denn: "Für mich ist wichtig, was als Nächstes kommt." Das Gastspiel beim FC Everton nämlich (Sonntag, 15 Uhr).

"Meine Frau war damals in Frankfurt eifersüchtig und ist es jetzt wieder"

Glasner, der bislang zögert, ein laut BBC bereits seit Sommer vorliegendes Angebot zur Verlängerung seines auslaufenden Vertrags anzunehmen, wird von den Palace-Fans längst auf Händen getragen - und nahezu wöchentlich mit Sprechchören gefeiert. Ein ungewohntes Erlebnis nach seinen Erfahrungen in Deutschland? "In Frankfurt habe ich auch viel Liebe bekommen. Meine Frau war damals wirklich eifersüchtig, sie ist es jetzt wieder. Aber sie kennt mich seit 30 Jahren und weiß, dass sie mir vertrauen kann", scherzte der frühere Wolfsburg- und Eintracht-Coach. "Natürlich weiß ich es zu schätzen, aber die Wichtigsten sind die Spieler, sie müssen ihren Job machen, und den machen sie hervorragend. Dahinter steckt viel Arbeit."

Einer, der seinen Job am Donnerstag alles andere als hervorragend machte, war Borna Sosa, der in der Liga bislang noch ohne Einsatzminute ist, in Lublin aber wie schon in den Conference-League-Play-offs beginnen durfte. Weil er sich, als schon alles entschieden war, binnen zwei Minuten zwei unnötige Fouls leistete (74./76.), flog der ehemalige Stuttgarter mit Gelb-Rot vom Platz und ist nun auch gegen AEK Larnaka am 23. Oktober nur Zuschauer. "Das passiert", zeigte Glasner Gnade mit seinem Sommerneuzugang vom FC Turin. "Bei der ersten Gelben war er ein wenig zu spät. Bei der zweiten: Wenn du bereits gelbverwarnt bist, und er ist ein erfahrener Spieler ... Nennen wir es einen Kollateralschaden."