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"Heikles Thema": Halle bekommt "Unterschiedsspieler" Hartmann nicht dauerhaft fit

kicker

Als Robert Schröder im Sommer zum Halleschen FC kam, wählte er im Zusammenhang mit Fabrice Hartmann ein Wort. Ein Wort, das alles aussagte. Ein "Unterschiedsspieler" so der Trainer, sei der 24-Jährige. Ein Fußballer also, der in der Regionalliga mit seiner individuellen Klasse für Siege sorgen kann.

17 Spiele, die Hinrunde, hat der HFC hinter sich. Acht Siege gelangen. Nur acht Siege, so lautet die Lesart in Halle. Der langjährige Drittligist läuft vor dem Rückrundenauftakt an diesem Freitagabend beim BFC Dynamo den Erwartungen hinterher. 28 Punkte sind viel zu wenig, 15 Zähler Rückstand auf Tabellenführer Lok Leipzig viel zu viel.

Vor dem erlösenden 3:0 gegen den FC Eilenburg am vergangenen Freitag gelang dem Vizemeister der Vorsaison zwischenzeitlich gar nur ein Sieg aus zehn Spielen. Schröder musste um seinen Job kämpfen. Er muss das immer noch, auch wenn der Erfolg gegen Eilenburg Luft zum Atmen gibt.

Einer von vielen Gründen für die Erfolglosigkeit sind die wiederkehrenden Ausfälle von Unterschiedsspieler Hartmann. Nur sieben Spiele hat der dynamische Flügelspieler absolvieren können, nur ein einziges über die volle Distanz - das Hinspiel gegen den BFC. Immer wieder hat der ehemalige Juniorennationalspieler mit muskulären Problemen im Oberschenkel zu kämpfen. "Mein Körper will irgendwie nicht so wie gewünscht", sagte Hartmann in der Halbzeit des Eilenburg-Spiels dem Fanradio des HFC.

Ohne Hartmann fehlt der Punch

Ein einziges Tor hat er bislang erzielt - beim 2:4 gegen Lok Leipzig. Nach dem Treffer musste Hartmann zur Halbzeit ausgewechselt werden, der Grund: muskuläre Beschwerden. "Wie viele Spiele hat Fabrice Hartmann gemacht? Das sind leider nicht viele durch seine Verletzungen. Wir haben gegen Lok gesehen, was er in einer halbwegs normalen Verfassung für die Mannschaft leisten kann", sagte Sportchef Daniel Meyer danach gefrustet. Ohne Hartmann fehlte dem Angriffsspiel des HFC oft der entscheidende Punch.

Der Verein versucht längst neue Wege, lässt beim einstigen Talent von RB Leipzig regelmäßig Blutproben entnehmen und die Entzündungsparameter messen. Der Verdacht, der im Raum steht: Hartmanns Muskeltonus, also der grundsätzliche Spannungszustand seiner Muskulatur, ist zu hoch und der Grund für die immer wiederkehrenden Beschwerden. "Es ist ein heikles Thema, dass er kontinuierlich nicht auf den Platz kommt. Dass er immer wieder ausfällt, ist hart", sagte Trainer Schröder zuletzt. "Wir forschen weiterhin nach den Ursachen."

Comeback noch dieses Jahr?

Noch ohne durchschlagenden Erfolg. Am Freitag sagte Hartmann aber Sätze, die den HFC-Anhängern Hoffnung machen. "Ich bin guter Dinge, dass ich dieses Jahr noch ein Spiel mache", so der gebürtige Dessauer. "Ich merke von Tag zu Tag die Fortschritte, es ist nur eine Frage der Zeit." Ob es aber bis zur Partie in Berlin-Hohenschönhausen reicht, ist sehr fraglich. Das letzte Spiel des Jahres steht am 14. Dezember mit dem Derby gegen die Reserve des 1. FC Magdeburg an.

Nach dem Jahreswechsel wird die Frage nach Hartmanns Zukunft drängender. Der Vertrag in Halle läuft am Saisonende aus. Noch sei das kein Thema, betonte Hartmann. "Es sind noch keine Gespräche geführt worden. Ich muss erst mal fit werden, meine Leistung bringen."