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Illertissen: So soll Cocic ersetzt werden - Gerüchte um Coach Bachthaler

kicker

'Ey, wer hätte gedacht, dass so viel in zwölf Monate passt?' - der Song "Was für ein Jahr" von Wincent Weiss passt perfekt zum FV Illertissen. "Das hab’ ich so auch noch nicht erlebt", beschreibt Holger Bachthaler das Jahr 2025 als intensiv und aufschlussreich. Anfang März hatte man mit dem Heimsieg gegen Eintracht Bamberg noch einen perfekten Start in die restliche Spielzeit 2024/25. Eine Woche später war klar, dass die Schwaben keine Bewerbungsunterlagen für Liga drei abgeben würden, prompt ging das Spiel bei Tabellenführer Schweinfurt knapp mit 0:1 verloren.

Fortan seien die meisten Spieler mit den Köpfen woanders gewesen, die letzte Überzeugung habe gefehlt, so der Rückblick des FVI-Trainers. Dabei war die Nichtbeantragung einer Drittligalizenz keine unterlassene Hilfeleistung der Illertisser Verantwortlichen, sondern fußte auf gesundem Menschenverstand. An der Iller fehlt es schlichtweg und bekanntlich an der entsprechenden Infrastruktur, sprich unter anderem einem profifußballtauglichen Stadion. "Leider Gottes fehlt die Bereitschaft der Stadt. Aufgrund der schwierigen Finanzen ist da nichts machbar", so Hermann Schiller.

Und der muss es schließlich wissen: Schiller ist in Illertissen nicht nur Pressevorstand und Spielleiter, sondern sitzt auch im dortigen Stadtrat. Aus seiner Sicht sind bestenfalls Teillösungen, wie ein neues Funktionsgebäude oder Verbesserungen im Bereich der Haupttribüne, denkbar.

Erfolge im Pokal

Weil die äußeren Bedingungen im Vöhlinstadion wie Begrenzungspfahle wirken, verließ im Frühsommer quasi eine komplette Mannschaft den FV Illertissen. Am Ende musste man sich beim zweimaligen bayerischen Amateurmeister mit einem ernüchternden neunten Tabellenplatz zufriedengeben.

Völlig konträr verliefen dafür die Auftritte in den jeweiligen Pokalwettbewerben. Hier hielten sich Bachthalers Mannen einmal mehr zunächst im BFV-Verbandspokal schadlos und bezwangen im Finale im Mai die SpVgg Unterhaching mit 1:0. Im DFB-Pokal zog in Runde 1 zunächst mit dem 1. FC Nürnberg ein weiterer bayerischer Verein den Kürzeren. Daran konnte auch Semir Telalovic nichts ändern, der in Illertissen wenige Jahre zuvor entdeckt wurde und die Cluberer kurz vor Spielende sogar noch mit 3:2 in Führung gebracht hatte. Am Ende schied der Zweitligist mit 5:6 nach Elfmeterschießen aus dem aktuellen Wettbewerb aus.

In Runde zwei war gegen den 1. FC Magdeburg jedoch nach einem 0:3 das Ende der Pokalfahnenstange aus Sicht des Regionalligisten erreicht. Mit Alexander Nollenberger war dabei ein Magdeburger maßgeblich beteiligt, der ursprünglich ebenfalls dem FVI-Talentschuppen entstammt.

"Mannschaft mit Potenzial"

Dennoch spricht man beim FV Illertissen vom erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte. Außerhalb von DFB- und Totopokal kam man in der laufenden Punktrunde zunächst jedoch nur schwer in Tritt. Mittlerweile haben die neuen weiß-blauen Akteure jedoch zusammengefunden, die letzte Illertisser Niederlage, eine 0:3 Heimpleite gegen die Reserve des FCA, datiert gar von Mitte September. Seit Spieltag zehn ist man nun ungeschlagen und überwintert auf einem hervorragenden vierten Tabellenplatz.

Holger Bachthaler sieht dies als neuerlichen Beweis für eine exzellente Arbeit des FVI-Trainerstabs. "Das ist nicht normal, wir konnten punktgenau liefern", freut sich der Fußballehrer mit berechtigtem Stolz, so eine Vorrunde könne sich sehen lassen. "Seither haben wir kein Spiel mehr verloren" - fügt Illertissens neuer Sportdirektor Jochen Schmitt bezüglich seines Amtsantritts augenzwinkernd hinzu. Er hatte im Spätsommer das Amt von Karl-Heinz Bachthaler übernommen und arbeitet sich seither in seine neue Aufgabe ein. "Wir haben eine junge, intakte Mannschaft mit Potenzial", ist sich Schmitt sicher.

Cocic geht nach Liechtenstein

Den Verantwortlichen im Illertal ist allerdings auch bewusst, dass die eigenen Erfolge nicht im Verborgenen stattfinden. Begehrlichkeiten anderer sind auf der Geschäftsstelle des bayerischen Regionalligisten nichts Neues. Nach Nollenberger und Telalovic verliert man indessen erneut einen Torjäger. In der Winterpause hat Milos Cocic (13 Treffer) den Verein in Richtung Liechtenstein zum FC Vaduz verlassen. "Jeder Abgang ist eine Chance für andere", sagt Schmitt; und Bachthaler fügt hinzu, dass es unfair wäre, einem Spieler Steine in den Weg zu legen und so den nächsten Schritt zu verbauen.

Malic Sama, Finn Annabring, Denis Milic, Daniel Hausmann sowie Luis Pfaumann heißen die Hoffnungsträger. Gerade letzterem traut man einiges zu, vorausgesetzt, "Pfauis" Verletzungsmisere gehört der Vergangenheit an. Allerdings denkt Holger Bachthaler über eine eventuelle Änderung in der Grundausrichtung seiner Mannschaft nach und schließt auch mögliche Neuzugänge noch in diesem Winter nicht kategorisch aus.

Gerüchteküche kocht

Derweil kocht rund um den Vöhlinsportpark die Gerüchteküche. Den Stuttgarter Kickers wird ein Interesse an Holger Bachthaler unterstellt, und Routinier Tobias Rühle soll dem Vernehmen nach im Sommer bei einem benachbarten WFV-A-Kreisligisten (FV Bellenberg) als Spielertrainer anheuern.

"Ich bereite mich auf den FV Illertissen vor, da liegt mein Fokus", will Bachthaler, dessen aktueller Vertrag bis zum Saisonende läuft, die Themen nicht weiter kommentieren. "Das gibt es immer wieder, wir führen demnächst Gespräche über die Zukunft", will Jochen Schmitt noch vor dem ersten Punktspiel hier bereits einen Schritt weiter sein.

Zum Auftakt in die Restspielzeit haben die Illertisser noch eine Rechnung zu begleichen. Vor eigenem Publikum will man sich Ende Februar gegen den FC Memmingen für die 2:3-Hinspielniederlage revanchieren. Holger Bachthaler wird beim Nachbarschaftsderby allerdings fehlen, er muss dann einen Platzverweis abbrummen. Den hatte er sich im letzten Spiel bei der zweiten Garnitur der SpVgg Greuther Fürth eingehandelt.