Die Bilanz kann sich sehen lassen: Marin Ljubicic wurde in den zurückliegenden beiden Partien eingewechselt und war in beiden Begegnungen erfolgreich. So nun auch am Donnerstag beim 1:1-Augsburg, wo er in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielen konnte.
Ehrlicherweise musste er nicht viel dafür tun. Er hielt einfach auf Verdacht seinen Fuß hin, sodass der Abschluss von Ilic von ihm noch leicht abgefälscht wurde und ins Netz trudelte. Und zuvor beim 2:2 gegen Mainz drückte er den Kopfball von Doekhi, der zuvor an die Unterkante der Latte gesprungen war, noch über die Linie.
Und dennoch: Ein Stürmer muss auch erst einmal an der richtigen Stelle stehen. Und ein Stürmer wird in erster Linie an seinen Toren gemessen. Sich groß beweisen durfte Ljubicic zuvor allerdings nicht. Eigentlich nur im Training, sammelte er zuvor doch keine einzige Einsatzminute.
Zuletzt waren nur Joker bei Union erfolgreich
"Jeder kann sich vorstellen, dass es für ihn keine einfache Zeit ist. Er ist noch ein junger Spieler, in dem eine Menge Potenzial steckt", sagte Mitspieler Leopold Querfeld. Wie es mit Ljubicic weitergeht, steht noch in den Sternen. Union wollte ihn eigentlich verleihen, damit er mehr Spielpraxis bekommt. Dem Vernehmen nach soll Schalke Interesse zeigen. Ob er immer noch woanders geparkt werden soll, zeigen die kommenden zwei Wochen bis zum Ende der Transferperiode.
Zurück zum Spiel in Augsburg: Dass Union Berlin überhaupt einem Rückstand hinterherlaufen musste, lag daran, dass sie die Fehler der Augsburger im ersten Durchgang nicht konsequent genug ausgenutzt haben. Einige Male wurden die Hauptstädter vom Kontrahenten freundlich eingeladen, doch die Führung blieb trotz großer Gelegenheiten durch beispielsweise Woo-Yeong Jeong, Andras Schäfer oder Oliver Burke aus. "Ich finde, dass wir eine sehr gute erste Halbzeit gespielt haben, in der wir das 1:0 hätten erzielen müssen", befand Trainer Steffen Baumgart.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Fuggerstädter besser in die Partie und Union zog sich ein Stück weit ins Schneckenhaus zurück. Erst als die Eisernen nach der Roten Karte mit dem Rücken zur Wand standen, gingen sie wieder mehr ins Risiko und wurden einmal mehr für den Aufwand belohnt. Einmal mehr war ein Joker erfolgreich. Übrigens: Die vergangenen fünf Tore erzielten jeweils Einwechselspieler. Offenbar hat Union Berlin eine neue Stärke gefunden.
DFB sperrt Köhn für zwei Spiele
Unterdessen verkündete das DFB-Sportgericht am Freitag das Strafmaß für Linksverteidiger Derrick Köhn. Der Linksverteidiger hatte am Donnerstagabend in der 89. Minute Gegenspieler Samuel Essende am Gesicht und an der Schulter getroffen. Dafür hatte er die Rote Karte gesehen. Seine Sperre gilt für zwei Partien und ist bereits rechtskräftig. Damit verpasst Köhn die Duelle mit dem VfB Stuttgart am Sonntag (15.30 Uhr) sowie mit Borussia Dortmund am kommenden Samstag (18.30 Uhr, jeweils LIVE! bei kicker).