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"Klassenerhalt wäre für uns wie eine Meisterschaft": Gau-Odernheim macht große Schritte

kicker

30 Punkte auf dem Konto, die viertstärkste Defensive der Liga und dazu noch der inoffizielle Titel des besten Neulings: Die Bilanz des TSV Gau-Odernheim kann sich nach einem halben Jahr in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar absolut sehen lassen. 2025 war dem Verein aus dem Landkreis Alzey-Worms der Aufstieg geglückt - nach 20 Partien steht er nun "hervorragend" da, wie Trainer Florian Diel völlig zu Recht feststellt: "Unsere Entwicklung ist durchweg positiv. Der 7. Tabellenplatz liest sich toll und hat dem Kalenderjahr 2025 die Krone aufgesetzt. Die Wenigsten haben uns das zugetraut."

Nach der Vizemeisterschaft in der Verbandsliga Südwest musste der TSV den Verlust seines mit Abstand torgefährlichsten Akteurs verkraften. Fabio Moreno Fell hatte sich mit einer herausragenden Quote (50 Treffer in 30 Spielen) für einen Wechsel zum FSV Mainz 05 empfohlen. Dort hat der Gewinner der "Torjägerkanone® für alle" in den sechsten Ligen mittlerweile sogar schon zwei Bundesliga-Einsätze bestritten.

Guter Start vermindert den Druck

Doch auch ohne den Angreifer weiß sich Gau-Odernheim zu behaupten. Einer der Gründe: die starke Defensive. Aktuell stehen 27 Gegentore in der Statistik; nur drei Gegner (1. FC Kaiserslautern II, FK Pirmasens, TuS Koblenz) haben weniger zugelassen. Allerdings hat auch nur ein Klub weniger Tore erzielt als der bislang 27-mal erfolgreiche TSV - nämlich Schlusslicht FV Eppelborn (22). "Wir waren auch schon in der vergangenen Saison defensiv sehr stark, was angesichts unserer vielen Tore etwas untergegangen ist", erklärt Diel. Der gelungene Start mit neun Punkten aus den ersten vier Partien habe den Druck genommen, zudem sei sein Team gereift und trete sehr geschlossen auf. Gau-Odernheims Coach, der die Oberliga als "extrem physisch" wahrnimmt, sieht auch in der hohen Trainingsbeteiligung einen der Erfolgsfaktoren.

Im Winter sind auf Spielerseite weder Neuzugänge noch Abgänge zu verzeichnen, gleichwohl, aber auf der Führungsebene. Abteilungsleiter Benny Wilhelm hat seine Tätigkeit beendet, was Diel als "sehr schade, für die Mannschaft und auch für mich als Trainer" empfindet: "Er hat sehr viel Positives bewirkt in den vergangenen Jahren und vielleicht den größten Anteil daran, wo der Verein steht."

Der Bruder steht im Tor

Noch unklar ist, ob der 35-Jährige selbst über die Saison hinaus bleiben wird. Aktuell laufe der Austausch über eine weitere Zusammenarbeit. Ausgang: "offen". Keinen Hehl macht der A-Lizenz-Inhaber daraus, wie wohl er sich bei seinem Heimatverein fühle und wie viel Rückendeckung er dort verspüre. Als "besonders" empfindet er ferner die Tatsache, seinen eigenen Bruder zu coachen: Daniel Diel zählt zu den etablierten Kräften im Kader. "Wir bekommen das sehr gut hin. Ich halte sehr viel von ihm als Trainer. Der große Vorteil bei ihm ist: Ihm sind Namen egal. Tobias macht da keine Unterschiede - egal, ob ich der 34-Jährige bin oder ein junger Spieler, der aus der A-Jugend kommt und seine ersten Schritte macht", erklärt der TSV-Keeper. Ein Lob richtet er an die defensive Arbeit seiner Vorderleute, die "alle verteidigen". Die Mannschaft sei topfit und könne auf dem System der vergangenen Serie aufbauen: "Ich glaube, wir sind eklig zu bespielen."

In die Restrunde startet der Aufsteiger am 8. März zu Hause gegen die Sportfreunde Eisbachtal. Im "Highlight-März" (Daniel Diel) trifft er zudem noch auf zwei Teams aus dem oberen Tabellendrittel (TuS Koblenz, Wormatia Worms) und empfängt den FV Eppelborn. "Es geht jetzt darum, möglichst schnell weiter Punkte zu sammeln", betont Gau-Odernheims Schlussmann. Am Saisonziel hat sich trotz der starken Zwischenbilanz nichts geändert: Der Verbleib in der Oberliga steht weiterhin an erster Stelle. "Der Klassenerhalt", so Daniel Diel, "wäre für uns wie eine Meisterschaft."