Es war die zweite Partie in diesem Kalenderjahr, in der Bayer 04 gegen einen direkten Konkurrenten im Rennen um die Champions-League-Plätze mit einem Sieg einen riesigen Schritt Richtung Königsklasse hätte machen können. Doch statt bei der TSG Hoffenheim zu siegen und an dieser vorbeizuziehen, setzte es für Leverkusen nach dem 1:4 gegen den VfB Stuttgart zum Wiederauftakt den nächsten Rückschlag.
Statt sich im Januar von der Konkurrenz abzusetzen, läuft Bayer dieser nun erst mal hinterher. Nicht umsonst sagte Mittelfeldspieler Malik Tillman nach der ausgebliebenen Reaktion auf das schwache Spiel gegen den VfB: "Da ist uns auch allen bewusst, dass das ein großes Spiel war, was die Tabelle angeht. Wir wollten natürlich auch nach dem Spiel gegen Stuttgart besser zurückkommen, aber das war heute leider nicht der Fall."
Die Bilanz von Bayer 04 in diesen direkten Duellen ist dementsprechend schlecht. Sechsmal hat die Werkself in dieser Saison gegen eine der fünf aktuell vor ihr liegenden Mannschaften gespielt und dabei fünfmal verloren. Einzig beim 3:1-Sieg in Leipzig gelang es Leverkusen, in einem solchen Sechs-Punkte-Spiel Zähler einzufahren.
In der Tabelle der Top-6 ist Leverkusen Letzter
Mit dieser Ausbeute rangiert Bayer auf Platz sechs der Tabelle der Top-6, während Hoffenheim, gegen das der deutsche Vizemeister schon zwei Mal verlor, zehn Punkte in seinen sechs direkten Duellen holte. Auch der BVB schneidet mit neun Zählen deutlich besser ab, der FC Bayern mit der Maximalausbeute ohnehin.
Die geringe Leverkusener Punktzahl ist der in der Bundesliga-Tabelle sichtbare Effekt dieser Schwäche in den Spielen gegen die Mitbewerber. Dass Bayer 04 aber nicht nur schlecht punktet, sondern in diesen Duellen auch tatsächlich unterlegen war, belegen andere Daten.
Auch Torchancen und xGoals zeigen, dass Bayer die Qualität erhöhen muss
So erspielte sich die Werkself außer beim 3:1-Sieg in Leipzig auch immer weniger Torchancen als der jeweilige Top-6-Gegner. Als Gesamtbilanz stehen aus Leverkusener Sicht in den bislang gespielten sechs direkten Vergleichen 25 zu 40 Chancen zu Buche. Und auch bei den xGoals, also den aufgrund der Chancenqualität zu erwartenden Treffern, liegt Bayer 04 gegen Bayern, Dortmund und Co. im Hintertreffen. Dort lautet die Gesamtbilanz 7,4:9,4 xGoals.
Es ist also offenbar der Faktor Qualität und nicht das Spielglück, das dafür sorgt, dass Bayer in dieser Saison im Konzert der Großen weit von der ersten und zweiten Geige entfernt mitspielt. Um also nicht von den Ausrutschern der Konkurrenz abhängig zu sein, sondern aus eigener Kraft noch in den noch anstehenden Spielen gegen die Bayern, in Dortmund, gegen Leipzig und in Stuttgart Boden gutzumachen, muss Kasper Hjulmand die Qualität des Spiels seiner Mannschaft deutlich verbessern.