Die Reserve von Zweitligist 1. FC Magdeburg hat sich nach dem Aufstieg in die Regionalliga Nordost schnell in der neuen Spielklasse zurechtgefunden. Mit 26 Punkten steht die U 23 des FCM zur Winterpause auf Rang sieben, hat neun Punkte Vorsprung vor dem möglichen Abstiegsplatz 15. Dabei ging der schwache Saisonstart der Zweitligaelf nicht spurlos an der Reserve vorbei - im Oktober verlor sie das Trainerteam Pascal Ibold und Petrik Sander an die erste Mannschaft der Magdeburger.
Seither leitet Daniel Wölfel die Geschicke bei der U 23 und führt die von Sander/Ibold gesetzte Taktik fort. Das heißt im Wesentlichen, dass die U 23 in etwa genauso auftritt wie die erste Mannschaft der Magdeburger: mit einem Fokus auf Ballbesitzspiel, starken Flügeln und nahezu permanentem Gegnerpressing. Auf diese Art brachten die Elbestädter schon einige bemerkenswerte Ergebnisse zustande - siegten etwa gegen Hertha BSC II mit 6:0 oder beim Chemnitzer FC mit 4:2. "Das Team hatte wenig Anpassungsschwierigkeiten, das 2:0 bei Chemie Leipzig war schon ein Ausrufezeichen. Ich habe eine intakte Mannschaft übernommen, das war sehr einfach", blickte Wölfel im Vereins-TV zurück.
Gegen die Spitzenteams zeigte die Mannschaft dagegen mitunter die Schwächen, die ein Team an der Schwelle zum Männerfußball auszeichnen - Nervosität und fahrige Verteidigung führten etwa zum 1:5 gegen Tabellenführer Lok Leipzig. Aber auch gegen den BFC Dynamo gab es trotz Überlegenheit erst in der Nachspielzeit eines spektakulären Spiels den 4:3-Siegtreffer.
Großer Kader
Die Magdeburger können auf einen großen Kader zurückgreifen, der auch durch Abstellungen aus dem Zweitligateam verstärkt wird. So kann Wölfel die Belastung auf alle Spieler gleichmäßig verteilen. Die Zweitligaabstellungen werden von Magdeburgs Gegnern oft kritisch gesehen, relativieren sich aber, da Robert Leipertz, Abu-Bekir El-Zein und Aleksa Marusic dort "oben" gar keine Rolle spielen. Dementsprechend stehen Leipertz und Marusic auf der Streichliste des Clubs, sollen den Verein möglichst verlassen - stünden dann eben nicht mehr mit ihrem Plus an Erfahrung zur Verfügung.
Kritik gab es auch an den Spielterminen der Elbestädter, die aufgrund des Zweitligaspielplans ihre Heimspiele oft nicht am Wochenende bestreiten konnten - ein Problem für Gegner, die eher dem Amateurlager in der Regionalliga Nordost zugeordnet werden können. In der Rückrunde sollte es da Besserung geben, allein schon, weil die Reserve ihre Heimspiele nun mehrheitlich an Spieltagen bestreitet, in denen das Zweitligateam auswärts antritt.
Das erste Jahr in der Regionalliga sollte die Magdeburger Reserve jedenfalls - geht man vom bisherigen Saisonverlauf aus - mit dem souveränen Klassenerhalt abschließen. "Es geht schon darum, Spieler besser zu machen. Wir sind immer noch eine Ausbildungsmannschaft, mit dem Ziel den Spielern für die Profis noch einen weiteren Entwicklungsschritt zu geben", formulierte Wölfel den zweiten Fokus der Elbestädter.