Emreli und der Club, das war in der vergangenen Saison eine On-Off-Beziehung. Für Außenstehende mag Nürnbergs Entscheidung, den Mittelstürmer ablösefrei ziehen zu lassen, leichtsinnig wirken. Wer Emrelis knapp einjährigen Aufenthalt in Mittelfranken aber genauer verfolgt hat, dem erschließt sich die Trennung der beiden Lager wohl doch recht gut.
Der 55-fache aserbaidschanische Nationalspieler gilt als launisch, ist bei ausbleibenden Spielminuten schnell unzufrieden und schadet damit dem Mannschaftsgefüge. In Nürnberg wollte Emreli im Winter flüchten, ehe der geplante Wechsel in die südkoreanische Hauptstadt Seoul platzte und der 27-jährige Offensivmann auch die Rückrunde am Valznerweiher verbrachte.
Erfahrung in der Champions League
Sportlich überzeugte Emreli aber durchaus. Dem international erfahrenen Angreifer ist anzusehen, warum er schon sechs Champions-League-Spiele sowie 24 Europa-League-Partien absolviert hat. Technisch gehört er sicherlich zu den besten der 2. Liga, für den Club hat Emreli in 24 Spielen zehn Tore erzielt, darunter sieben an den letzten sechs Spieltagen (kicker-Notendurchschnitt 3,28).
Nun möchte der 1. FC Kaiserslautern von Emrelis Stärken profitieren, die der FCK im vergangenen April am eigenen Leib erfuhr, als der Offensivmann ein Traumtor beim Nürnberger 2:1-Sieg in Lautern erzielte.
Emreli: "Der FCK hat sich sehr um mich bemüht"
"Wir freuen uns, dass wir Mahir trotz weiterer Angebote davon überzeugen konnten, sich dem 1. FC Kaiserslautern anzuschließen. Er hat bei seinen bisherigen Stationen, aber auch besonders in der vergangenen Saison in Nürnberg, seine Torgefährlichkeit unter Beweis gestellt. Durch seine Schnelligkeit, seine Laufbereitschaft und Abschlussstärke, gepaart mit seiner Flexibilität in der Offensive, bringt er die richtigen Qualitäten mit, um unser Angriffsspiel hochwertig zu besetzen", freut sich Lautern-Sportdirektor Marcel Klos.
Zudem könne Emreli "nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz eine wichtige Rolle einnehmen".
"Als ich in der letzten Saison mit Nürnberg hier im Stadion gespielt habe, habe ich die Atmosphäre aufgesaugt, die Energie der Fans - das war beeindruckend und hat in meinen Entscheidungen, zum FCK zu wechseln, eine große Rolle gespielt", erklärt Emreli seine Entscheidungsfindung und fügt an: "Außerdem hat sich der FCK sehr um mich bemüht, ich habe viele gute Gespräche geführt und schon ein großes Vertrauen in mich gespürt, dass ich auf dem Platz zurückzahlen möchte."
Bevor Emreli 2024 nach Nürnberg wechselte, hießen dessen vorherige Stationen FK Baku, Qarabag Agdam, Legia Warschau, Dinamo Zagreb und Konyaspor.