Das erste Pflichtspiel im neuen Jahr war ein paar Sekunden alt, da bekam der 1. FC Magdeburg schon die erste Großchance geliefert. Die ließ Mateusz Zukowski auf Zuspiel von Baris Atik zwar (noch) liegen, zu erahnen war aber schon da, dass der FCM seine starke Form aus dem Dezember (zwei Siege, ein Remis vor Weihnachten) über den Jahreswechsel gerettet hat. "Anscheinend hat die Pause nichts verändert - der Flow geht weiter", stellte Atik bei Sky fest.
Der gebürtige Pfälzer selbst hatte großen Anteil am Auswärtssieg beim BTSV, der zugleich einem richtungsweisenden Erfolg im Tabellenkeller gleichkam. "Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil wieder jeder alles gegeben hat", so Atik. Mit einem Assist und einem Treffer hatte er maßgeblichen Anteil am klaren Sieg der Gäste, die im Grunde das ganze Spiel bestimmt hatten.
"In der Dominanz, wie wir das runtergespielt haben, war das schon beeindruckend", lobte Trainer Petrik Sander seine Mannen, die damit auch auf die 0:1-Auftaktpleite gegen Braunschweig zu Saisonbeginn die richtige Antwort gefunden hatten. "Revanche? Nein, gar nicht", sagte der Coach zwar, sein Team sieht er aber auf einer Mission nach der missglückten Hinrunde: "Wir haben Rechnungen zu begleichen."
Dass Sander dabei auch wieder auf Atik setzen kann, der das 1:0 von Zukowski vor der Pause mit einem Schlenzer maßgeblich eingeleitet und später das zweite Tor nachgelegt hatte, ist Sinnbild des Magdeburger Aufschwungs. "Wenn man Baris Atik in den eigenen Reihen hat, ist das ein klarer Vorteil. Er ist ein genialer Fußballer", betonte Sander.
Der so Gelobte selbst weiß, was von ihm verlangt wird - und dass er diesen Erwartungen in der Hinrunde nicht immer gerecht wurde. "Ich werde hier seit Jahren als Unterschiedsspieler gesehen. Dann muss man auch mit Kritik klarkommen, wenn es mal nicht läuft", erklärte Atik. "Die Ansprüche sind hoch, aber ich kenne meine Qualitäten. Der Trainer lässt mich einfach machen - und wenn man mich machen lässt, zahle ich das mit Leistung zurück."
In diesem Fall am Samstag nicht nur er, sondern das ganze Team. "Wir wussten immer, dass wir zu null spielen und Tore schießen können", sagte Keeper Dominik Reimann. "Mit dem Spiel heute ist noch nichts gewonnen - es kommen noch genug Aufgaben." Ähnliche Töne schlug dann auch noch einmal Atik an. "Wir dürfen nicht vergessen: Das waren nur drei Punkte. Wir sind tief im Abstiegskampf", sagte der 31-Jährige. "Wir dürfen diese Liga nicht unterschätzen - wir müssen volles Brett gehen."
Zum Beispiel schon am kommenden Samstag (20.30 Uhr), wenn Dynamo Dresden zum Elbe-Duell nach Magdeburg kommt.