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"Nicht schlecht" gegen Kane: Simpson-Pusey trotzt dem Risiko

kicker

Es war ein Anblick, auf den Lukas Kwasniok wohl gerne verzichtet hätte: "Man geht nach dem Spiel in die Katakomben und dann stehen da sechs Büffel, die uns fehlen", beschrieb es der Trainer nach dem 1:3 gegen den FC Bayern. Mit den "Büffeln" meinte der Trainer seine sechs Optionen für die Innenverteidigung, die am 17. Spieltag allesamt ausfielen.

Eric Martel und Rav van den Berg fehlten gesperrt, Dominique Heintz (muskuläre Probleme) und Joel Schmied (Rückstand nach Muskelverletzung) hatten in der Vorbereitung einen Rückschlag erlitten, Timo Hübers (Knieverletzung) und Luca Kilian (Kreuzbandriss) fallen in die Kategorie der Langzeitverletzten. "Es ist schon sensationell, wie die Jungs sechs Ausfälle in der Innenverteidigung aushalten und verkraften", lobte der 44-Jährige seine kämpferisch auftretende Mannschaft trotz des achten sieglosen Spiels in Serie.

Risiko ohne Alternative

Dabei rückte Manchester Citys Leihgabe Jahmai Simpson-Pusey wohl etwas früher als ursprünglich geplant in den Mittelpunkt. Der 20-jährige Innenverteidiger war bei seiner gescheiterten Leihe zu Celtic Glasgow lediglich auf einen Einsatz gekommen, Anfang November über 64 Minuten auf der ungewohnten Rechtsverteidiger-Position, schlug also quasi ohne Spielpraxis im Kölner Trainingslager auf - und absolvierte seine ersten beiden Partien gleich über die volle Distanz.

"Das Risiko war bei Jahmai auch da", sagte Kwasniok über den erneuten Startelf-Einsatz des Engländers und verglich ihn mit Alessio Castro-Montes, der ebenfalls wenig Spielpraxis vorzuweisen hat, in Heidenheim auf der Schiene glänzte und dafür gegen die Bayern pausierte. "Aber als Innenverteidiger kannst du das ein bisschen besser kompensieren, hast nicht ganz so viele intensive Läufe. Und ich hatte da auch keine andere Alternative."

„Ich wollte schon die letzten sieben Monate spielen und jetzt habe ich meine Chance.“ (Jahmai Simpson-Pusey)

Simpson-Pusey, diesmal im Zentrum und nicht links in der Dreierkette, war damit gewissermaßen Profiteur der Ausfallwelle. "Ich wollte schon die letzten sieben Monate spielen und jetzt habe ich meine Chance. Darüber bin ich sehr dankbar, ich will mich beweisen", erklärte der Engländer nach der Partie.

Gegen die Bayern kam es für ihn zum besonderen Duell mit Landsmann Harry Kane. "Er ist ein Topspieler und es war ein Erlebnis für mich, gegen den England-Kapitän mit so viel Erfahrung zu spielen. Ich glaube, ich habe es nicht schlecht gemacht. Aber es gibt immer Luft nach oben", reflektierte Simpson-Pusey.

Das zeigte sich vor allem in einer Szene, in der Kane mal wieder nicht im Sturm anzutreffen war: Vor dem 1:3, als er nicht in den Zweikampf mit Vorlagengeber Luis Diaz kam. Abgesehen davon war es aber ein ordentlicher Auftritt Simpson-Puseys. "Ich versuche, ruhig zu wirken. Besonders wenn ich wie diesmal im Zentrum der Fünferkette spiele, kann ich nicht derjenige sein, der Panik bekommt", beschrieb der Youngster seinen Spielstil.

"Ich fühle mich großartig"

Ruhe soll auch rund um den 1. FC Köln schnellstmöglich wieder einkehren. Das wird aber nur mit Ergebnissen funktionieren. "Wir kommen definitiv zurück und werden besser in den nächsten Spielen", kündigte Simpson-Pusey an und versprach: "Das ganze Team will wieder gewinnen. Das ist das Ziel, dafür geben wir Gas."

Für ihn selbst geht es derweil darum, immer mehr in den Rhythmus zu kommen. "Ich möchte weiter gute Spiele zeigen, darauf aufbauen und besser werden", erklärte der Abwehrspieler. Seine mangelnde Spielpraxis mache ihm bislang keine Probleme. "Ich fühle mich großartig. Natürlich gewöhnt sich mein Körper noch wieder daran, dass ich spiele. Aber wenn ich mich ausruhe, erhole sowie gut schlafe und esse, dann sollte ich fit sein." Vielleicht auch schon für Samstag, wenn es zum so wichtigen Duell gegen den 1. FSV Mainz 05 kommt. Dann allerdings hat Kwansiok mit den Rückkehrern van den Berg und Martel auch wieder zwei Alternativen mehr.