Hartnäckig bleibt die BSG Chemie Leipzig seit Wochen im Tabellenkeller der Regionalliga Nordost kleben, doch der definitiv rettende 14. Platz ist nicht weit entfernt. Vor den beiden finalen Duellen im Jahr 2025 mit den Keller-Rivalen Hertha 03 Zehlendorf und Greifswalder FC setzen die Leutzscher auf einen neuen Impuls: Adrian Alipour muss seinen Trainerstuhl räumen, dort nimmt zumindest vorerst Christian Sobottka Platz, der zwischen 2017 und 2023 als Co-Trainer der Chemiker fungierte und zuletzt im Nachwuchsbereich des sächsischen Traditionsvereins arbeitete.
"Dieser Entschluss ist uns äußerst schwergefallen, weil wir Adrian Alipour menschlich und fachlich sehr schätzen", unterstreicht Sport-Vorstand Gregor Schoenecker, der Alipour in gleichem Atemzug attestiert, dass der bisherige Coach für seine Aufgabe gebrannt, super zum Verein gepasst und ihm ein sympathisches Gesicht gegeben habe. "Allerdings sind wir zu der Einschätzung gekommen, diese Entscheidung treffen zu müssen, weil wir das Saisonziel Klassenerhalt in erheblicher Gefahr sehen. Wir sind überzeugt, dass unsere Mannschaft nach den vielen Rückschlägen einen neuen Impuls braucht", begründet Schoenecker den Trainerwechsel.
Effner wird neuer Co-Trainer
Den Entscheidern bei den Chemikern war es offensichtlich wichtig, in den wichtigen Jahres-Endspurt mit jemandem zu gehen, der keine lange Eingewöhnungszeit benötigt. Schoenecker dazu: "Christian Sobottka kennt die Bedingungen hier in Leutzsch, hat die Spiele unserer Regionalligamannschaft zudem intensiv verfolgt." An der Seite des 44-jährigen Inhabers der A-Lizenz wird mit dem bisherigen U-19-Coach Jan Effner auch ein neuer Assistent stehen. Der bisherige Co-Trainer Marcus Wolf wurde ebenfalls von seinen Aufgaben entbunden.
Obwohl Alipour nur etwas mehr als acht Monate im Amt war, schien ihm Chemie einiges bedeutet zu haben: "Es war die kürzeste Trainerstation, aber es war für mich auch eine der besten. Was ich in diesem familiären Klub erlebt habe, ist einmalig." Doch jede Trennung braucht ihre Ursache, die auch Alipour sieht: "Es kamen viele Dinge zusammen, die gegen uns gelaufen sind: viele Spiele, die wir knapp verloren haben, dazu viele Verletzte. Wir waren permanent auf Anschlag, konnten leider keine Serie starten, mal mehrere Spiele hintereinander gewinnen." Bereits am Mittwoch in Zehlendorf werde Alipour aus der Ferne die Daumen drücken und sei überzeugt, dass Chemie die Klasse halten werde.