Aus Nikosia berichtet Michael Ebert
"In der zweiten Halbzeit hat man gemerkt, dass wir körperlich noch ein bisschen mehr im Tank hatten", resümiert Stefan Bell. Insgesamt war Mainz 05 die abgeklärtere Mannschaft, auch wenn es zum Torerfolg einen Elfmeter benötigte, den Nadiem Amiri souverän verwandelte. Als Aktivposten auf FSV-Seite zeichnete sich Arnaud Nordin aus, der in den vergangenen Wochen immer besser in Tritt kommt. Zwei seiner Schüsse klatschten gegen Omonia Nikosia ans Aluminium.
"Ich bin froh, dass wir wieder einmal zu null gespielt haben", konstatiert Danny da Costa. Dabei war die Konstellation in der Dreierkette ungewöhnlich. Aufgrund des Fehlens von Dominik Kohr, der Vater wird, und von Maxim Leitsch wegen eines grippalen Infekts rückte Kacper Potulski in die Startelf. Der 17 Jahre alte Pole gab an der Seite des genau doppelt so alten Bell sein Profidebüt.
"Volle Überzeugung" bei Talent Potulski
"Gerade als Verteidiger gibt man sein Debüt eigentlich erst viel später, aber er hat in die Sommervorbereitung gezeigt, dass er Mut und Power hat, deswegen hat er seine Chance bekommen", erklärt Trainer Bo Henriksen, für den der 1,95-Meter-Mann "ein großes Talent" ist. Potulski kam vor zwei Jahren aus der Jugend von Legia Warschau nach Mainz.
"Kacper ist trotz seiner jungen Jahre verlässlich und zweikampfstark", findet Abwehrchef Bell, "er hat es gut gemacht". Der 34-Jährige geht davon aus, dass "der stabile Auftritt Selbstvertrauen gibt" für die nächsten Aufgaben. Am Sonntag gastiert Mainz, das an den ersten fünf Bundesliga-Spieltagen erst vier Punkte geholt hat, beim Hamburger SV (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker).
"Einen 17-Jährigen stellt man in einem so wichtigen Spiel nur in die Startelf, wenn volle Überzeugung herrscht. Er ist erst 17, spielt aber in jeder Trainingseinheit wie ein alter Hase", sagt Sportdirektor Niko Bungert über Potulski. "Deswegen hat er völlig zurecht das Vertrauen bekommen. Dem ersten Schritt werden hoffentlich weitere folgen."